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Contra: Operation Galuga

Ballern wie früher – nur viel schöner.

Konami, ganz ehrlich, dieser Titel ist ballaballa – und das meine ich als Kompliment. Mit Contra: Operation Galuga hievt der japanische Entwickler eine Reihe aus der Taufe, an die ich nicht mehr geglaubt habe. Schauen wir uns mal an, ob ihr für trashige Action bereit seid.

Damals wie heute reine Action

Contra ist einer der ersten Action-Spiele, an das ich mich aus meiner Kindheit erinnere. Auf dem Super Nintendo habe ich Super Probotector bis zum Abwinken gezockt. Als quasi westliche Version von Contra - ohne Menschen und dafür mit Robotern – war hier die gleiche Action zu spüren. Schnörkellos ging es meist von links nach rechts. Dabei wurde alles aus dem Weg geballert, was auf dem Bildschirm auftauchte. Besonders die Endbosse hängen mir immer noch im Gedächtnis. Aber zurück zu Contra: Operation Galuga.

Konami ist bewusst zu den Wurzeln der Reihe zurückgekehrt. Das war tatsächlich ein sehr guter Schritt. Denn das 3D-Desaster des letzten Teils namens Rogue Corps war alles andere als gelungen. In Contra: Operation Galuga erwartet euch Action am laufenden Band, ein 2D-Sidescroller und fette Vibes aus den 1980er-Jahren. Wenn ihr darauf Lust habt, ist das euer Spiel.

Böse Machenschaften

Kurz zur Story: Auf einer Insel namens Galuga ist ein Meteor eingeschlagen. Die Folge: Aliens, Bösewichte und eine Superwaffe, die die Erde bedroht. Da keine Armee die Schurken und die Monster aufhalten kann, wird die Elite geschickt. Zwei muskelbepackte Helden aus der Contra-Einheit sollen es richten. Hier könnten sämtliche Action-Ikonen aus den 1980er- oder 1990er-Jahren die Titelrolle übernehmen. Die Sprüche sind so testosteron-geschwängert, dass es kracht. Einfach herrlich.

Kaum seid ihr auf der Insel gelandet, lasst ihr die Waffen sprechen. Mehr braucht es nicht, um die Geschichte voranzutreiben. Was gleich auffällt: Contra: Operation Galuga fühlt sich von Anfang an gut an. Die Steuerung ist präzise und auf dem Bildschirm kracht es jeden Meter. Neulinge müssen sich minimal an die Steuerung gewöhnen. Aber es geht sehr schnell ins Blut über.

Ballert euch weg!

Ihr schießt in alle Winkel des Bildschirms und fegt alles weg, was sich euch in den Weg stellt. Ab und an fliegen Drohnen durch die Luft, die neue Waffen abwerfen. Sammelt sie ein und entfacht ein Höllenfeuer. Leider bietet Contra: Operation Galuga nur sechs verschiedene Waffen, was echt schade ist. Bereits nach der ersten von acht Missionen habt ihr wohl alle gesehen. Hier hätte ich mir ein paar Wummen mehr gewünscht.

Schön ist jedenfalls, dass ihr zwei Waffen gleichzeitig haben dürft und fließend zwischen ihnen wechselt. Werdet ihr jedoch getroffen, verliert ihr nicht nur ein Leben, sondern auch die gerade ausgerüstete Waffe. Eine nette Idee am Rande: Sammelt ihr zweimal die gleiche Waffe, könnt ihr einmal eine ultimative Fähigkeit damit entfesseln. Das hilft bei vielen Feinden oder in manchen Endkämpfen. Danach ist die Waffe allerdings futsch.

Kurzes Intermezzo

Ob ihr nun alleine spielt oder zu zweit – Contra: Operation Galuga macht sehr viel Spaß und unterhält über die gesamte Spielzeit. Nur leider ist diese mit rund eineinhalb bis zwei Stunden nicht sonderlich hoch. Das mag sich zwar ebenfalls am Original orientieren, doch heutzutage will ich manchmal etwas mehr. Und von Contra: Operation Galuga könnte ich sehr gut noch eine Portion vertragen.

Es gibt zwar nach dem Abspann die Möglichkeit, einige Herausforderungen zu meistern, aber mich lockt das nicht hinter dem Ofen hervor – zumal es sich nicht um neue Inhalte handelt. Auch das ist etwas schade. Bei anderen Spielen hätte ich deswegen wohl kaum gemeckert. Doch bei Contra: Operation Galuga will ich doch nur etwas mehr haben.

Schön übertrieben

Grafisch überzeugt der Titel mit bunten, satten Farben und überzeichneten Figuren. Dass die beiden Helden ihre Waffen nicht mit ihren Muskeln zerquetschen, ist ein Wunder. Auch die Gegner sind hübsch animiert. Zudem wirft euch das Spiel immer wieder vor neue Feinde und Levels, was sich sehr abwechslungsreich spielt. Die Bosskämpfe sind ebenfalls ein Action-Feuerwerk. Und bevor ich es vergesse: Contra: Operation Galuga gibt euch die Chance, auch als Neueinsteiger hier Erfolge zu feiern. Denn anstatt nach einem Treffer ins Gras zu beißen, dürft ihr auch eine Lebensenergie-Leiste auswählen, wenn ihr wollt. So haltet ihr drei Treffer pro Leben aus und könnt zwischendurch immer wieder Energie auftanken. Das hilft schon enorm.

Fazit

Mit Contra: Operation Galuga erschafft Konami ein Spiel, an das ich so nicht mehr geglaubt habe. Der Action-Reihe wird hier wieder Leben eingehaucht samt moderner Technik. Das Schöne dabei: Der Titel parodiert sich teilweise selbst und ist sich dessen stets bewusst, woher er kommt. Dadurch entsteht ein actiongeladener 2D-Sidescroller, der einfach Spaß macht. Nur in Sachen Inhalt schwächelt das Spiel leider etwas. Aufgrund der unterhaltsamen Level hätte ich mir gerne mehr davon gewünscht und nicht nur Spaß für einen Abend. Aber was soll's: Das hier könnte der Anfang eines glorreichen Neubeginns sein.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch
Website: konami.com/games/contra/og/us/en