Spin-off, die zweite für dieses Jahr: Nach The Mageseeker bringt Riot Forge nun Convergence auf den Markt. Beide Spiele beleuchten einen anderen Aspekt aus dem League of Legends Universum. Als Entwickler zeichnet sich Double Stallion aus. Im Gegensatz zu The Mageseeker begibt sich Convergence: A League of Legends Story auf einen anderen spielerischen Kurs.
Zeit zu handeln
In Convergence steht die Zeit im Mittelpunkt. Ihr spielt den jungen Draufgänger Ekko, der in einer neon-futuristischen Stadt namens Zhaun gegen Fieslinge kämpft – aber eher unfreiwillig. Denn von einem unbekannten Mann bekommt Ekko vorausgesagt, dass die Stadt bald im Krieg enden wird. Kurz zum Hintergrund: In Zhaun treffen Armut und Reichtum aufeinander. Ekko gehört da eher zur ersten Kategorie. Und aus irgendeinem Grund machen die Reichen nun Ärger – mehr braucht ihr hier nicht zu wissen.
Convergence: A League of Legends Story wirft euch nach einem kurzen Intro gleich ins Spiel und hält sich nicht sonderlich lange mit Geschwätz auf - gefällt mir. Auch die Tutorials sind angenehm kurz gehalten. Schnell merkt ihr, dass Convergence im Grunde ein klassischer 2D-Sidescroller ist, der euch auf einer großen Karte umher schickt. Und da ihr immer wieder neue Fähigkeiten erlangt, erweitert sich die Karte für euch kontinuierlich - daher sprechen wir auch von einem Metroidvania. Allein das fand ich bereits einen spannenden Ansatz.
Replay als Feature
Der Kern des Gameplays fokussiert sich allerdings auf einen bestimmten Aspekt: die Zeit. Ekko schwingt zwar sein Laserschwert schwingen, um Gegner zu bezwingen. Aber seine größte Stärke ist die Manipulation der Zeit – und das in allen Formen. So könnt ihr in Convergence: A League of Legends Story sogar die Zeit zurückspulen, wenn ihr mal verwundet wurdet oder in einen Abgrund plumst. Das kenne ich persönlich aus Kollektionen von Remaster-Spielchen aus den 90er-Jahren. Um den Schwierigkeitsgrad zu entschärfen sieht man dieses Feature in solchen Neuauflagen öfters. In Convergence ist es jedoch Teil des Gameplays.
Aber Ekko kann noch mehr. So folgt ihm immer sein zeitversetztes Ich, mit dem ihr euch verbinden könnt. Macht ihr das, teilt ihr ordentlich Schaden aus. Jede Fähigkeit verbraucht übrigens Energie – ihr könnt also nicht grenzenlos die Zeit unter Kontrolle haben. Ist aber ein interessanter Ansatz, an den man sich erst ein wenig gewöhnen muss. Denn oft habe ich schlichtweg vergessen, dass ich zurückspulen darf. Zum Glück erinnert mich Convergence: A League of Legends Story aber daran, sobald ich einen tödlichen Treffer einstecken würde.
Hüpfende Herausforderung
Diese Funktion weiß ich auch beim restlichen Gameplay sehr zu schätzen. Denn als Metroidvania hält Convergence: A League of Legends Story noch einige Plattform-Passagen für euch bereit. Hier müsst ihr euer Können immer wieder unter Beweis stellen. Von weiten Sprüngen über Wall Jumps bis hin zum gezielten Einsatz eurer Fähigkeiten werden die Herausforderungen immer kniffliger. Das gilt übrigens auch für die Kämpfe bzw. Boss-Kämpfe.
Einfaches Button-Mashing bringt euch oft nicht weiter. Habt immer einen Blick auf die Bewegungen eurer Kontrahenten und weicht aus oder blockt. Denn sonderlich viel Energie hat Ekko nicht gerade. Aber wenn besonders viel los ist auf dem Bildschirm, ist das leichter gesagt als getan. Etwas Schuld daran hat auch die Optik des Spiels: Die bunten Hintergründe vermischen sich oft mit dem Geschehen auf dem Vordergrund. Da bleibt es schwer die Übersicht zu behalten.
Wird es euch zu hart, könnt ihr auf einen anderen der drei Schwierigkeitsgrade wechseln oder individuell anpassen. Damit dürfte wirklich jeder eine Chance haben, Convergence zu meistern. Und damit kommen wir zum Abschluss.
Fazit
Convergence: A League of Legends Story ist erneut ein frischer Ansatz, um das LoL-Universum aus einem anderen Winkel zu beleuchten. Nicht nur das Setting mit der neon-futuristischen Stadt Zhaun lässt sich sehen, sondern auch das Spielgeschehen selbst. Trotz kleiner Mängel im Gameplay hüpft und kämpft ihr euch mit Ekko durch ein unterhaltsames Metroidvania. Dabei erfindet das Spiel das Genre nicht neu, bietet aber mit der Zeitkontrolle eine spannende Spielmechanik, die zu fesseln weiß. Nach Mageseeker und Convergence bin ich schon auf den dritten Ausflug ins LoL-Universum gespannt, der uns bald erwartet.
Erhältlich für: PC, Switch, Xbox, PS
Website: convergencegame.com/de-de