Lasst mich kurz abschweifen: „Pokémon klonen“ war und bleibt der große (erfüllte) Traum vieler Menschen. Verrückte Wissenschaftler machten sich Mews DNA zu eigen und schufen aus ihr ein zweites, besseres (?) Wesen: Mewtu – im englischen (vom japanischen übernommen) Mewtwo, also Mew 2.0.
Auf der gelben, roten und blauen Edition ermöglichten Link-Kabel, zwei Gameboys und zwei Editionen das Klonen der kleinen Wegbegleiter, auf Gold und Silber brauchte es lediglich noch den PC, rechts im Pokécenter – vorausgesetzt natürlich, man wusste, wie es geht, denn Recherchen im Internet waren damals noch seltener als der eine Nerd, der einem diese Tricks erklären konnte (Fußnote: Ich war einer davon).
Wie ein Ei dem anderen?
Doch kommen wir zum eigentlichen Thema. Pokémon klonen heißt (leider) nicht nur die einzelnen Wesen zu vervielfachen – nein: Pokémon-Klone sind auch Nachahmungen des gesamten Spiels, womit wir bei Coromon wären. Coromon ist – und das sollte an dieser Stelle explizit gesagt werden – ein gelunger Pokémon-Klon, was daran zu erkennen ist, dass sich Fans und Spieler des Originals sofort zurecht finden werden.
Die Story beginnt an eurem ersten Arbeitstag beim Lux-Solis Institut. Im Namen der Forschung lautet euer Auftrag Coromon fangen und trainieren: wie gesagt – alles bleibt beim Alten. Zu Beginn wählt ihr zwischen dem Feuer-Coromon Toruga, dem Wasser-Coromon Nibbleger und dem Eis-Coromon Cubzero.
Klassisches Spaß-Muster
In der Velua Region leben 115 Coromon (eines davon ungelistet) neben den 6 Titaten, unterteilt in die Typen: Feuer, Wasser, Sand, Eis, Geist, Elektro, Dunkle Magie und Normal. Fangen könnt ihr diese mit sogenannten Spinnern. Die rundenbasierten Kämpfe basieren in gewohnterweise nach dem Schere-Stein-Papier Prinzip, also verschiedene Typen sind gut gegen die einen, schlecht wiederum gegen andere. Die Coromon sammeln durch Kämpfe Erfahrungspunkte und können sich bei bestimmten Leveln weiterentwickeln.
Die aus dem Original bekannten VM-Attacken, die euch nicht nur im Kampf, sondern auch auf der Karte weiterhelfen, übernimmt euer Handschuh, den ihr immer tragt. Abwechslungsreich sind neben dem Wandern von Stadt zu Stadt auch einige Nebenmissionen, die ihr erledigen könnt – erwartet hier aber nicht allzu viel Spannung.
Alleinstellungsmerkmale
Coromon bietet auch zugegebenermaßen einige coole Features, die im Original so nicht vorhanden sind. Beispielsweise könnt ihr zwischen verschiedenen Schwierigkeitsgraden wählen und wechseln. Dabei verlassen Coromon, deren Lebenspunkte auf 0 gesunken sind euch zum Beispiel endgültig nach dem Kampf, falls ihr die höchste Stufe auswählt. Das gesamte Regelwerk wird zu Beginn des Spiels ausführlich erläutert. Außerdem bietet das Spiel euch eine große Variation an Möglichkeiten eure Spielfigur zu gestalten. Grafisch erinnert Coromon an die gute alte Gameboy Advanced Zeit. Das kann man mögen oder es für aus der Zeit gefallen halten – ich habe mich für letztere Einschätzung entschieden.
Fazit
Gut geklont! Machen wir es kurz: Alles in allem ist Coromon ein preiswerter Pokémon-Klon für nostalgische Fans, die nicht auf das nächste Original warten oder eine alte Edition neustarten wollen. Als Fans des Originals werdet ihr auch hier viele Stunden Spaß mit haben.
Erhältlich für: PC, Switch
Website: coromon.com