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Crash Team Rumble

Die Jagd nach den Wumpas ist eröffnet: Kann Crash auch als Teamplayer punkten?

Bei vielen Spielen stelle ich mir die Frage: Braucht es das wirklich? Auch beim neusten Werk von Toys for Bob runzelte ich meine Stirn in Sorgenfalten: Crash Team Rumble verfrachtet Crash Bandicoot in ein buntes Multiplayerspiel, bei dem man Wumpas sammeln soll, um zu gewinnen. Wieder die Frage: Braucht es das wirklich? Meine Antwort: Natürlich nicht - aber es macht dennoch verdammt viel Spaß.

Sammeln fürs Team?

Normalerweise kennen wir das verrückte Beuteltier als quirliger Hüpfexperte, der liebend gerne durch bunte Levels wirbelt. Bei genauer Betrachtung ändert sich das in Crash Team Rumble eigentlich nicht. Nur haben wir es nicht mit einem Jump&Run zu tun, sondern mit einem Team basierten Multiplayer-Titel. Eins vorweg: so merkwürdig sich das Konzept anhören mag, es geht am Ende ziemlich gut auf.

In jeder Runde treten zwei Teams gegeneinander an, die jeweils aus vier Personen bestehen. Die Aufgabe ist einfach: Sammelt 2000 Wumpas bevor es das gegnerische Team macht. Wumpas sind übrigens die bunten Früchte, die Crash gerne in den anderen Spielen mampft. Klingt jetzt nicht sonderlich herausfordernd oder spannend. Aber Toys for Bob hat da einige Ideen eingestreut.

Drei Rollen für vier Teamies

Zunächst einmal gibt es während einer Partie drei unterschiedliche Rollen, die ihr einnehmen könnt. Die Rollen heißen Sammler, Booster und Blocker. Jedem Charakter ist eine dieser Rollen auf den Leib geschrieben. So ist Crash ein typischer Sammler, der durch das offene Areal hetzt, Wumpas einsackt und anschließend in die eigene Bank bringt. Bevor ich die anderen Rollen erkläre, lasst uns kurz einen Blick auf die Karten werfen.

Jedes Match findet auf einem offenen Areal statt, das im Grunde immer die gleichen Zutaten enthält: Eine eigene und eine gegnerische Bank, ein paar Booster-Stationen, Edelstein-Plattformen, Relikte und jede Menge Wumpas. In den Banken lagert ihr die Wumpas ein, das ist einfach zu verstehen. Bei den Relikten wird es schon interessanter: Diese sammelt ihr ein und tauscht sie an den Booster-Stationen gegen besondere, temporäre Boni ein.

So könnt ihr kurzzeitig weiter hüpfen, hinterlasst Explosionen, rast in einem Strandball durch die Gegend oder lasst einen Schutzschild um euch rotieren. Es gibt aber auch epische Stationen, die eurem gesamten Team einen Boost verschaffen: Lasst es auf der Karte Meteoriten regnen, verteilt TNT-Drohnen, entfesselt einen Sandsturm oder heilt euch permanent. All diese Boosts entscheiden letztlich über Sieg und Niederlage.

In der Rolle des Boosters solltet ihr also fleißig Relikte sammeln. Aber achtet auch auf die Edelstein-Plattformen: Sobald ihr diese aktiviert und für eine gewisse Zeit verteidigt, erhält euer Team einen Wumpa-Multiplikator. Dadurch gelangt ihr schneller zur 2000er-Marke. Last but not least wäre da noch der Blocker: Diese schlagkräftigen Kerlchen teilen ordentlich Schaden aus und hindern andere daran, ihre Wumpas in der Bank abzugeben. Jede Rolle spielt sich dadurch völlig unterschiedlich.

Gegenseitige Unterstützung

Am Ende kommt es auf die Mischung im Team an – und auf das Können natürlich. Durch die verschiedenen Rollen und Boosts ist jedes Match einzigartig und gewinnt unheimlich viel an Dynamik. Crash Team Rumble mag leicht zu erlernen sein, ist aber hart zu meistern. Das merkt man besonders, wenn im gegnerischen Team ein echter Profi unterwegs ist. Ich musste einige Male fluchen während der Matches.

Insgesamt bietet Crash Team Rumble zu Beginn acht Charaktere, die jeweils unterschiedliche Rollen und Fähigkeiten haben. Die nächsten Charaktere sind aber bereits angekündigt und werden kontinuierlich erweitert. Ala kleines Gimmick dürft ihr jeden Charakter kleiden und aufleveln. Dadurch schaltet ihr neue optische Gadgets oder Gesten frei.

Niedlich verrückt

Grafisch zeigt sich hier die Unreal Engine von ihrer knallbunten Seite: Sämtliche Charaktere sind putzig in Szene gesetzt und liebevoll animiert. Ja, Crash Team Rumble sieht ziemlich stark aus, wenn man auf den Comic-Look steht. Auch die unterschiedlichen Areale, in denen ihr gegeneinander antretet, widmen sich stets liebevoll einem bestimmten Thema.

Ein Match dauert in der Regel nie länger als zehn Minuten. Dadurch entsteht ein kleiner Sog in Form von "eine Runde geht noch". Das spricht für das Konzept des Spiels. Allerdings kann der immer gleiche Ablauf auf Dauer ermüdend wirken. Daran bastelt das Team von Toys for Bob derzeit aber ordentlich. Im Laufe der kommenden Woche sollen neue Charaktere, Karten und vielleicht auch Spielmodi erscheinen. Gut so.

Fazit

Mich hat Crash Team Rumble positiv überrascht: meine anfängliche Skepsis verflog in Windeseile nach den ersten Matches. Hätte nicht gedacht, wie unterhaltsam das Konzept doch sein kann. Nur mache ich mir leichte Sorgen um die Langzeitmotivation. Hier muss Toys for Bob noch nachliefern. Aber bis es soweit ist, tauche ich gerne in den schnellen Runden ab. Ich bin gespannt, was und wer da noch alles kommt. Ein gelungener Coup, den Crash Bandicoot hier aus dem Beutel gezaubert hat.

Erhältlich für: Xbox, PS, Switch
Website: crashbandicoot.com/de/crashteamrumble