Entwickelt von Inverge Studio und veröffentlicht von 11 Bit Studios, entführt uns Creatures of Ava in eine farbenfrohe, aber bedrohte Alien-Welt. Als Umweltwissenschaftlerin Victoria Hamilton ist es unsere Aufgabe, den Planeten Ava vor einer mysteriösen Infektion namens "das Welken" zu retten. Lust auf einen besonderen Ausflug?
Absoluter Hingucker
Ava ist eine visuell beeindruckende Welt, die in vier unterschiedliche Biome unterteilt ist. Von üppigen Grasländern über dichte Dschungel bis hin zu kargen Wüsten bietet jede Region ihre eigenen Herausforderungen und einzigartige Kreaturen. Schon nach den ersten Schritten kann sie einen gefangen nehmen.
Die handgezeichneten Umgebungen strotzen vor Details und laden zum Erkunden ein. Die atmosphärische Musik unterstreicht die teils melancholische, teils hoffnungsvolle Stimmung des Spiels perfekt. Der Ersteindruck passt schon mal sehr gut.
Fauler Zauber auf die gute Art
Das Herzstück von Creatures of Ava ist das gewaltfreie Gameplay. Mit Hilfe des Nafitar-Stabs heilen wir infizierte Kreaturen und Pflanzen. Das Kampfsystem basiert auf Ausweichen und gezieltem Einsatz des Heilstrahls, was eine erfrischende Abwechslung zu klassischen Action-Adventures darstellt. Allerdings kann die Kamera in hektischen Situationen zum Problem werden und die Orientierung erschweren.
Nach der Heilung können wir die Kreaturen durch ein Flötenspiel-Minispiel zähmen. Dieses simple, aber charmante Rhythmus-Spiel fügt sich gut in die Gesamtatmosphäre ein. Die gezähmten Kreaturen helfen uns dann bei der Lösung von Umgebungsrätseln, indem wir sie steuern können. Leider wiederholen sich die Fähigkeiten der Kreaturen oft, was das Gameplay auf Dauer etwas eintönig werden lässt.
Die Erkundung der Welt und das Sammeln von Ressourcen für Crafting-Rezepte bilden weitere Spielelemente. Ein Fertigkeitenbaum erlaubt es uns, Victorias Fähigkeiten zu verbessern, was für zusätzliche Motivation sorgt. Ist jetzt alles nicht neu, aber dennoch charmant umgesetzt.
Lehrreicher als erwartet
Die Geschichte von Creatures of Ava ist überraschend tiefgründig und behandelt Themen wie Umweltschutz, Kolonialismus und die Konsequenzen menschlichen Handelns. Die Charaktere, insbesondere die einheimischen Naam, sind gut geschrieben und verleihen der Welt Tiefe. Die Erzählung ist zwar nicht subtil, aber dennoch fesselnd und regt zum Nachdenken an.
Während die visuelle Präsentation größtenteils überzeugt, gibt es gelegentliche Performance-Probleme und kleinere Bugs. Die bereits erwähnten Kamera-Schwierigkeiten in Kampfsituationen können frustrierend sein. Die Steuerung fühlt sich manchmal etwas schwammig an, besonders bei Plattform-Passagen. Aber insgesamt passt das schon alles.
Fazit
Creatures of Ava ist ein charmantes und ambitioniertes Spiel, das mit seiner einzigartigen Prämisse und wunderschönen Welt überzeugt. Die gewaltfreie Spielmechanik und die tiefgründige Geschichte heben es von anderen Action-Adventures ab. Allerdings leiden Langzeitmotivation und Spielfluss unter repetitiven Elementen und technischen Unzulänglichkeiten. Für Spieler, die eine entspannte, aber dennoch nachdenklich stimmende Erfahrung suchen, bietet Creatures of Ava trotz seiner Schwächen ein lohnenswertes Abenteuer. Es ist ein Spiel, das zeigt, dass auch gewaltfreie Konzepte fesselnd sein können, auch wenn es nicht immer sein volles Potenzial ausschöpft.
Erhältlich für: Xbox, PS, Switch, PC
Webseite: store.steampowered.com/app/2304440/Creatures_of_Ava