Es hat mich schon schwer überrascht, was 505 Games und Ingame Studios hier abliefern: Crime Boss: Rockay City ist ein Ego-Shooter mit jeder Menge Spaßpotenzial. Allein schon für den Cast gibt es einen dicken Daumen nach oben. Also tauchen wir mal ab in den Verbrechenssumpf dieser turbulenten Metropole.
So viele bekannte Gesichter
Travis Baker will König werden. Kein stinknormaler König, sondern der Drogenkönig von Rockay City – und ihr sollt ihm dabei helfen. So in etwa lässt sich grob die Story von Crime Boss: Rockay City zusammenfassen. Bevor ich jetzt weiter auf die spielerischen Details eingehe, muss ich mich zum Cast dieses Spiels auslassen. Denn Ingame Studios und 505 Games haben hier in die Action-Kiste der 1990er-Jahre gegriffen. Travis Baker wird beispielsweise verkörpert von Michael Madsen, den einige sicher aus Kill Bill kennen. Weitere Auftritte haben Danny Glover, Kim Basinger, Danny "Machete" Trejo und Chuck Norris als Sheriff der Stadt. Muss ich mehr sagen?!
Zurück zum Spiel. Als angehender König von Rockay City sollt ihr euch Stück für Stück hocharbeiten. Dazu müsst ihr zu Beginn allerlei kleine Aufgaben erledigen. Crime Boss: Rockay City lässt euch größtenteils selbst entscheiden, was ihr als nächstes macht. Dabei schickt euch das Spiel von Tag zu Tag und bietet ständig neue Missionen. Beispielsweise dürft ihr euer Gebiet erweitern - insgesamt gibt es 30 Areale. Oder man überfällt Läden, um fette Beute zu machen. Aber auch die Dezimierung der Konkurrenz spielt eine wichtige Rolle. All diese Aufträge sind in schicke kleine Missionen gepackt.
Team oder nicht Team
Bevor es dann mit einer Mission losgeht, entscheidet ihr, wer alles mitkommen darf. Ihr könnt grundsätzlich jeden Auftrag alleine meistern oder bis zu viert ins Feld ziehen. Das Anheuern von Teammitgliedern kostet allerdings einige Münzen, von denen ihr anfangs nur wenige besitzt. Erst wenn das Drogengeschäft richtig läuft, könnt ihr euch mehr leisten. Aber nicht jede Mission benötigt immer Feuerstärke. Auch leises und kontrolliertes Vorgehen wird belohnt. Immer wieder habt ihr die Chance Zivilisten oder Sicherheitspersonal einzuschüchtern und mit Kabelbinder stillzustellen. Das bietet durchaus eine willkommene Abwechslung zu anderen Aufträgen.
Denn manchmal hilft eben nur eine Salve aus der automatischen Pistole oder dem Sturmgewehr. Besonders bei den Rivalen-Kämpfen geht es oft nicht anders. Hier wird bis aufs Blut gekämpft. Mal müsst ihr eine Stellung verteidigen, mal sollte ihr eine bestimmte Anzahl von Gegnern niederstrecken. All das meist mit Blick auf die Uhr oder Sicherheitskameras. Denn nach einer gewissen Zeit gesellt sich immer die Polizei dazu – und wird kontinuierlich stärker. Daher solltet ihr stets wissen, wann sich eine Flucht lohnt. Stirbt Travis Baker, ist die Kampagne vorüber. Also seid vorsichtig.
Was darf's sein?
Für einen individuellen Spielstil sorgen kleine Boni, die ihr bei einem Level-Aufstieg bekommt. Dadurch erhaltet ihr mehr Lebenspunkte, teilt mehr Schaden aus oder könnt Waffen besser führen. Ausserdem könnt ihr jede Figur individuell bewaffnen und während der Mission frei zwischen ihnen hin und her wechseln. Natürlich müsst ihr nicht alleine auf Tour gehen. Ladet einen Freund oder eine Freundin ein, um fette Beute zu machen. Auch hier zeigt Crime Boss: Rockay City sehr viel Spaßpotenzial.
Spielerisch konnte mich Crime Boss: Rockay City schon mal überzeugen. Nur mit dem Waffengefühl musste ich anfangs warm werden. Aber nach einer Weile passt auch das. Technisch macht das Spiel ebenfalls einen guten, teils etwas gemischten Eindruck. Grafisch zeigt sich Rockay City meist von seiner schönen Seite. Bei den Animationen einiger Charaktere geben sich Licht und Schatten die Hand. Während Travis Baker oder Sheriff Norris wunderbar getroffen sind, ist eure Assistentin Candy manchmal etwas holzig und starr in ihren Animationen und den Gesichtsbewegungen. Aber insgesamt gibt es hier wenig zu meckern. Euch sollte eben klar sein, dass hier kein riesiges Team wie bei einem Call of Duty dahintersteckt.
Fazit
Ziehen wir einen Schlussstrich: Crime Boss: Rockay City ist ein unterhaltsamer Ego-Shooter, den ihr entweder alleine oder im Team genießen könnt. Die Vermischung von Ego-Shooter mit Revier-Kämpfen und Beutezügen bringt frischen Wind ins Genre. Allein der geniale Cast mit etlichen Hollywood-Bekanntheiten ist einen Blick wert. Wann bekommt man schon mal die Chance gegen Chuck Norris anzutreten?! Bei der Technik schwankt Crime Boss: Rockay City etwas, hält sich aber auf einem soliden Niveau, das euch oft mit actionlastigen Szenen verwöhnt. Wer schon immer mal den Aufstieg als virtueller Drogenbaron erleben wollte, sollte sich diesen Titel anschauen.
Erhältlich für: Xbox, PS, PC
Website: visitrockaycity.com