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Crimson Moon

Ihr sucht Gothic, Engel, Dämonen und eine ordentliche Portion Blut? Dann seid ihr hier bei Crimson Moon, quasi bei Diablo in 3D genau richtig. Das Action-RPG mit Soulslike- und Roguelike-Elementen hat mich auf der diesjährigen gamescom schon ziemlich neugierig gemacht.

Der Titel von ProbablyMonsters schickt uns in die verfluchte Stadt Gildenarch, wo wir als Nephilim, also als Wesen halb Mensch und halb Engel, gegen Untote, Vampire und die Höllenlegion antreten. Dabei verbindet Crimson Moon einige bekannte Zutaten miteinander und versucht daraus etwas Eigenes zu machen.

Ob das funktioniert? Nun, nach einigen Ausflügen in die düsteren Straßen von Gildenarch kann ich sagen: Das Spiel hat durchaus seinen Reiz. Allerdings stolpert es dabei auch über die eine oder andere eigene Leiche.

Gut gegen Böse

Crimson Moon spielt in einer Welt, in der Engel, Dämonen und alte Götter nicht nur Geschichten sind. Die Menschheit stand einst kurz vor ihrer Auslöschung durch die Höllenlegion. Die Nephilim, Mischwesen aus Mensch und Engel, halfen dabei, die Mächte der Dunkelheit zurückzuschlagen. Nun ist die Stadt Gildenarch erneut von einer schändlichen Dunkelheit befallen.

Und natürlich dürfen wir uns darum kümmern. Als Mitglied des Ordens von Crimson Moon kämpfen wir uns Bezirk für Bezirk durch die verfluchte Metropole. Dabei bekommen wir es mit Untoten, Vampiren und anderen Ausgeburten der Hölle zu tun.

Die Geschichte ist leider weniger eine tiefgehende Erzählung als vielmehr der Rahmen für unsere Ausflüge. Das ist grundsätzlich kein Problem, denn Crimson Moon weiß, was es sein möchte. Die Handlung treibt uns von einem Gebiet zum nächsten und gibt uns einen Grund, warum wir uns eigentlich durch all die Horden prügeln. Allerdings hätte ich mir an einigen Stellen etwas mehr gewünscht.

Das Setting ist interessant und bietet genügend Stoff für eine große Geschichte. Erzählt wird davon aber vergleichsweise wenig. Die Geschichte funktioniert, steht aber eindeutig hinter dem eigentlichen Gameplay.

Immer auf der Jagd

Ausgangspunkt unserer Unternehmungen ist Sanctus Clypeus, eine Art Kathedralen-Hub. Hier können wir unsere Ausrüstung vorbereiten, mit Händlern sprechen und an der Kriegstafel unsere nächste Mission auswählen. Danach geht es hinaus nach Gildenarch.

Die einzelnen Ausflüge funktionieren dabei ein bisschen anders als bei einem klassischen Action-RPG. Crimson Moon kombiniert seine Soulslike-Kämpfe mit einer Roguelike-Struktur. Wir kämpfen uns durch die Gebiete, erledigen Gegner und erhalten im Verlauf eines Runs verschiedene Verbesserungen. Wer stirbt, verliert dabei einen Teil seines Fortschritts und darf sich erneut auf den Weg machen. Das sorgt für eine angenehme Spannung. Denn natürlich möchte ich noch schnell den nächsten Gegner erledigen und schauen, was hinter der nächsten Ecke wartet. Gleichzeitig weiß ich aber, dass ein bisschen Übermut den gesamten Lauf zunichtemachen kann.

Mir persönlich gefällt diese Mischung ziemlich gut. Sie zwingt uns dazu, aufmerksam zu bleiben und nicht einfach stumpf durch die Gegend zu laufen. Allerdings ist das Prinzip natürlich nicht völlig neu. Wer bereits einige Roguelikes oder Soulslikes gespielt hat, wird sich schnell zurechtfinden.

Angriff ist die beste Verteidigung, oder?

Hier liegt für mich die eigentliche Stärke von Crimson Moon. Die Kämpfe sind wuchtig, verlangen aber durchaus ein bisschen Fingerspitzengefühl. Einfach nur auf die Angriffstaste zu hämmern funktioniert nicht besonders lange. Ausweichen, Parieren und der richtige Zeitpunkt für einen Angriff spielen eine wichtige Rolle. Gerade die Paraden machen dabei einen guten Eindruck.

Treffer fühlen sich ordentlich an und wenn wir einen Gegner erfolgreich überwältigen, dürfen wir uns auch über ziemlich brutale Finisher freuen. Dazu kommen verschiedene Waffen und Fähigkeiten sowie die Möglichkeit, in eine mächtigere Engelsform zu wechseln. Das Schöne daran: Die Kämpfe fühlen sich nicht wie ein notwendiges Übel zwischen den Missionen an. Sie sind der eigentliche Mittelpunkt des Spiels.

Allerdings gibt es auch hier einen kleinen Haken. Die Kamera kann euch gelegentlich das Leben schwer machen. Gerade in Innenräumen oder bei Kämpfen gegen größere Gegner verliert man schon einmal den Überblick. Das ist besonders ärgerlich, wenn gerade ein Gegner zum Angriff ansetzt und die Kamera lieber eine Wand anschauen möchte. Auch technische Probleme und kleinere Bugs können den ansonsten guten Eindruck etwas trüben.

Durch und durch Dark Fantasy

Optisch macht Crimson Moon einiges her. Gildenarch ist eine düstere, gotische Welt voller verfallener Gebäude, roter Dornen, dämonischer Kreaturen und jeder Menge Blut. Die Mischung aus Gothic und Renaissance gibt dem Spiel dabei einen durchaus eigenen Look. Besonders gut gefällt mir dabei, dass die Welt nicht einfach nur dunkel ist, sondern tatsächlich einen gewissen Charakter besitzt. Verfallene Bauwerke und die grotesken Kreaturen passen zusammen und vermitteln schnell den Eindruck, dass hier schon seit längerer Zeit einiges schiefläuft.

Auch der Soundtrack unterstützt diese Atmosphäre. Die Musik ist dabei nicht unbedingt zurückhaltend, sondern darf durchaus etwas härter werden. Das passt erstaunlich gut zu den brutalen Kämpfen und dem Gothic-Stil.

Weniger gelungen finde ich dagegen die Präsentation an einigen anderen Stellen. Gerade Menüs und HUD wirken teilweise etwas zweckmäßig und können den ansonsten stimmigen Eindruck stören. Hier wäre etwas mehr Feinschliff schön gewesen.

Gemeinsam sind wir stark

Eine Besonderheit von Crimson Moon ist der Koop-Modus. Das komplette Spiel kann nicht nur alleine, sondern auch gemeinsam mit einem Freund gespielt werden. Und das ist tatsächlich mehr als nur ein kleines Extra. Denn gerade die fordernden Kämpfe profitieren davon, wenn zwei Spieler gemeinsam unterwegs sind. Einer zieht die Aufmerksamkeit der Gegner auf sich, während der andere zuschlägt, oder beide stürzen sich einfach gemeinsam ins Getümmel. Das macht die ohnehin schon actionreichen Kämpfe noch einmal unterhaltsamer.

Dabei ist der Koop-Modus nicht einfach nur ein zusätzliches Feature für einzelne Bosskämpfe. Crimson Moon lässt sich komplett gemeinsam spielen. Die Schwierigkeit passt sich dabei an die Spielerzahl an.

Mir persönlich gefällt das sehr gut. Gerade für Spieler, die mit Soulslikes bisher nicht so viel anfangen konnten, kann ein gemeinsamer Ausflug durch Gildenarch die Einstiegshürde deutlich senken. Wer dagegen lieber alleine spielt, bekommt zwar ebenfalls ein vollständiges Spiel, dürfte aber etwas weniger von der besonderen Idee des Titels profitieren.

Fazit

Crimson Moon trifft einen Nerv. Es verbindet Soulslike-Kämpfe mit Roguelike-Elementen und packt das Ganze in eine schön düstere Gothic-Welt. Vor allem die Kämpfe machen Spaß und fühlen sich angenehm direkt an. Auch der Koop-Modus ist mehr als nur eine nette Dreingabe und macht die Reise durch Gildenarch gemeinsam noch einmal interessanter.

Allerdings ist nicht alles Gold, was in Gildenarch glänzt. Die Geschichte bleibt etwas oberflächlich, die Kamera kann nerven und auch bei der technischen Präsentation wäre etwas mehr Feinschliff wünschenswert. Wer Crimson Moon alleine spielt, dürfte zudem schneller an die Grenzen der Abwechslung stoßen.

Wer allerdings jemanden hat, mit dem er gemeinsam auf Dämonenjagd gehen kann, sollte sich Crimson Moon durchaus einmal anschauen. Denn wenn wir gemeinsam durch die düsteren Straßen von Gildenarch ziehen und uns durch die Horden der Hölle kämpfen, macht das Ganze erstaunlich viel Spaß.

Erhältlich für: PS, Xbox, PC 
Webseite: probablymonsters.com/de/crimsonmoon