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Crown Wars: The Black Prince

Historie zum Nachspielen – Strategie-Einlage in ziemlich düsteren Zeiten.

Wann war der Hundertjährige Krieg? Spätestens nachdem ihr Crown Wars: The Black Prince gespielt habt, wisst ihr die Antwort auf diese Frage. Denn genau in diese Zeit wirft euch das Werk des Artefacts Studio. In Form eines Strategiespiels erlebt ihr die Ära von 1337 bis 1453 aus einem völlig neuen Blickwinkel.

Einmal ein König sein

In der Haut eines feudalen Herrschers wollt ihr in die Fußstapfen des französischen Königs treten. Dazu muss man sich etwas die historische Situation anschauen. Im Hundertjährigen Krieg ging es um den Kampf zwischen zwei Königshäusern, die später als England und Frankreich in die Geschichte eingehen sollten. Jedenfalls haben die Engländer den französischen König entführt, worauf dessen Thron freigeworden ist. Natürlich mischt ihr nicht allein bei dem Spiel um den Thron mit.

So viel mal zur Ausgangslage. Crown Wars: The Black Prince ist nun aber kein Ersatz für den Geschichtsunterricht. Zu großen Teilen stimmen zwar die Rahmenbedingungen, aber es wurde viel Raum für freie Interpretationen gelassen. Und diesen freien Raum nutzt das Artefact Studio gezielt aus. Was damals Aberglaube war, wird in diesem Titel zu Magie. Daher richtet euch mal nicht auf historisch akkurate Schlachten ein. Doch vom Spaß zwackt diese Tatsache nichts ab – ganz im Gegenteil.

Immer schön der Reihe nach

Crown Wars: The Black Prince ist ein rundenbasiertes Strategiespiel wie XCOM und Konsorten. Zunächst zieht ihr mit eurer Truppe auf dem Schlachtfeld umher und warten dann auf die Aktionen des Gegners. Hier erfindet Crown Wars: The Black Prince das Rad sicher nicht neu, vermischt es aber zu einem runden Erlebnis. Insbesondere die Bewegungsfreiheit macht die Kämpfe deutlich dynamischer als in anderen Titeln.

An dieser Stelle muss ich aber auch gleich mal Dampf ablassen: Immer wieder habe ich bei den Schlachten das Gefühl, dass ein bisschen mehr Zeit bei der Entwicklung nicht geschadet hätten. Mal sind es die hackeligen Bewegungen der Aktuere, mal die Framerate-Einbrüche oder auch gerne die Kameraperspektive. Gerade die Kamera hat mich öfters über überrascht, wenn der Gegner an der Reihe war.

Zwischen Genie und Wahnsinn

Apropos Gegner: Hier herrscht Licht und Schatten. Manchmal fand ich es sehr herausfordernd, wie gut die Gegner sich absprechen, positionieren und anschließend agieren. Und dann gibt es die Momente, in denen sich Gegner heldenhaft für den Darwin-Award qualifizieren, indem sie sich saudämlich in die Gegend stellen. Mit etwas Feintuning kann man das sicherlich noch in den Griff bekommen.

Was aber wirklich Spaß macht: Baut euer Domizil Stück für Stück aus. So werden eure Einheiten immer stärker, was etwas mehr taktische Tiefe verspricht. Apropos Einheiten: Ihr führt in Crown Wars: The Black Prince immer nur normale Einheiten ins Gefecht. So etwas wie Champions oder Hauptfiguren gibt es nicht. Dafür leveln eure Truppen aber kontinuierlich auf. Nur schade, wenn sie im Gefecht sterben. Dann müsst ihr Ersatz im Domizil beschaffen.

Fast wie cheaten

In den Missionen selbst hilft es, wenn eure Truppen bereits aufgelevelt sind. Der Schwierigkeitsgrad ist schon recht anspruchsvoll am Anfang. Aber das hatten die Entwickler:innen immer auf dem Schirm. Denn bei den Missionen gibt es immer noch einige Nebenaufgaben zu erledigen, bevor ihr das Hauptziel ansteuert. So könnt ihr vor eurem eigentlichen Auftrag eure Einheiten hochleveln, was später einen entscheidenden Vorteil bietet. Allerdings können einige dieser Nebenmissionen recht lang ausfallen.

Übrigens bekommt ihr dabei wenig mehr von der Geschichte mit. Das hätte man eigentlich nutzen können, um die Story voranzubringen bzw. zu vertiefen. So bekommt ihr hier und da kurze Bilderreihen präsentiert, die euch die Geschichte erzählen. Naja, das geht spannender. Kommen wir noch kurz auf die Grafik zu sprechen.

Die etwas holprigen Animationen hatte ich ja bereits erwähnt. Aber sieht man mal davon ab, kann sich Crown Wars: The Black Prince durchaus sehen lassen. Meist befindet ihr euch sowieso etwas weiter weg vom Geschehen und blickt von oben auf das Schlachtfeld. Aus dieser Perspektive macht das Spiel einen schicken Eindruck. Passt für mich.

Fazit

Ihr habt mal wieder Lust auf ein rundenbasiertes Taktikspiel? Und das inmitten des Hundertjährigen Krieges? Dann dürft ihr bei Crown Wars: The Black Prince gerne einen Blick riskieren. Der Titel bietet ein noch wenig verbrauchtes Setting für seine strategischen Schlachten. Nur auf technischer Ebene kommt das Werk ab und an ins Schwanken – insbesondere die Kamera und die KI. Hier könnte die Entwicklung noch nachlegen. Fairerweise muss man sagen, dass Crown Wars: The Black Prince seinen Job gut macht, aber nicht aus dem Genre herausragt. Wem das genügt, kann hier einigen Spaß haben.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch
Website: bigben-interactive.de/bigben-produkte/games/crown-wars