Unterhaltung Games

Culdcept: The First Saturn Tribute

Hier begann das Brettspiel mit Karten.

Nach Culdcept Begins folgt nun der Blick zurück. Culdcept: The First Saturn Tribute bringt das ursprüngliche Spiel von 1997 erstmals offiziell in den Westen. Das ist für die Seriengeschichte durchaus wichtig, denn genau hier entstand die ungewöhnliche Mischung aus Brettspiel, Kartenspiel und taktischen Kämpfen.

Monopoly trifft Kartendeck

Ihr bewegt euch würfelnd über ein Spielbrett, kauft Felder und versucht, eure Gebiete zu einem möglichst wertvollen Netzwerk auszubauen. Landet ein Gegner auf eurem Besitz, kommt es aber nicht einfach zur Mietzahlung. Stattdessen entscheidet ein Kartenduell darüber, ob der Angreifer euer Monster besiegt oder an der Verteidigung scheitert.

Ihr stellt euch dafür ein eigenes Buch aus Karten zusammen. Kreaturen besetzen eure Gebiete, während Zauber, Waffen und Rüstungen den Ausgang der Kämpfe beeinflussen. Das klingt zunächst nach einer wilden Mischung. In der Praxis greifen die Systeme erstaunlich gut ineinander.

Der Würfel sorgt für Glück. Das Kartendeck sorgt für Planung. Ihr könnt den besten Plan haben und trotzdem auf dem falschen Feld landen. Genau diese Mischung macht Culdcept bis heute interessant.

Ein Stück Spielegeschichte

Das Original war 1997 für den Sega Saturn erschienen und erhielt damals keine offizielle westliche Veröffentlichung. Die Saturn Tribute-Fassung schließt diese Lücke nun fast drei Jahrzehnte später.

Spielerisch wurde das Grundgerüst nur vorsichtig modernisiert. Die Neuauflage ergänzt Komfortfunktionen und macht den Einstieg etwas angenehmer, lässt die alte Struktur aber weitgehend unangetastet. Dadurch bleibt der historische Charakter erhalten. Gleichzeitig merkt ihr dem Spiel an, dass es aus einer anderen Zeit stammt.

Was fehlt

Der größte Kritikpunkt ist der fehlende Online-Modus. Eine Partie kann zwei bis drei Stunden dauern. Im Jahr 2026 wäre es daher sehr praktisch, auch online gegen andere Spieler antreten zu können.

Auch technische Probleme wurden offenbar nicht vollständig behoben. Es gibt kleinere Sound-Bugs, gelegentliche Abstürze und eine Präsentation, die nur vorsichtig über das Saturn-Original hinausgeht.

Das ist besonders schade, weil der eigentliche Kern weiterhin trägt. Culdcept selbst ist clever und überraschend tief. Die Neuauflage hätte diese Stärke nur konsequenter für heutige Spieler aufbereiten müssen.

Fazit

Culdcept: The First Saturn Tribute ist eine interessante Reise zu den Wurzeln einer ungewöhnlichen Serie. Das Kartenspiel-Brettspiel-Hybrid funktioniert auch heute noch, und die Mischung aus Strategie und Würfelglück bleibt charmant.

Als Einstieg ist Culdcept Begins vermutlich die bessere Wahl, weil es moderner und zugänglicher wirkt. Wer danach mehr möchte oder sich für die Geschichte der Reihe interessiert, bekommt mit The First Saturn Tribute aber einen spannenden Blick zurück.

Die fehlende Online-Funktion und technische Macken drücken den Gesamteindruck. Für rund 30 Euro hätte die Neuauflage außerdem etwas großzügiger ausfallen dürfen. Trotzdem ist es schön, diesen kultigen Saturn-Klassiker endlich offiziell spielen zu können. Manchmal liegt der Reiz eben darin, herauszufinden, wo eine besondere Spielidee ihren Anfang genommen hat.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch 
Webseite: store.steampowered.com/app/3825600/Culdcept_The_First