Unterhaltung Games

Darf’s ein bisschen mehr sein?

Alles ist mal vorbei – leider auch das liebste Videospiel. Aber zum Glück gibt es ja Zusatzpakete, die den Spieler noch ein paar Stunden mehr mit ihrem Favoriten verbringen lassen. Die folgenden vier DLCs (Downloadable Content) versprechen beste Unterhaltung.

Steep – Winter Games Edition

Mit „Steep“ legte Ubisoft bereits vor über einem Jahr den unterhaltsamen Grundstein für ein turbulentes Fun-Sport-Erlebnis im Schnee: Snowboard-Junkies, Ski-Enthusiasten sowie Paraglider- oder Jumpsuit-Experten durften sich auf dem fiktiven Massiv in Europa an dutzenden Herausforderungen messen – eine richtig launige Angelegenheit, wenn einem die Online-Verbindung nicht immer wieder einen Strich durch die Rechnung machte. Die anfänglichen Probleme auf der technischen Seite sind aber inzwischen behoben und der nächste große DLC steht in den Startlöchern. Als Aufhänger wählte Ubisoft dafür die bald startenden Olympischen Spiele in Südkorea: Neben einer Art Story-Modus lädt nun auch ein völlig neues Gebiet in Asien zu Erkundungstouren ein. Optisch ist die Region schon mal ein Augenschmaus, der sich perfekt in das bisherige Spielgeschehen eingliedert. Inhaltlich versuchen die Macher nun auch noch eine Art Karriere ins Spiel zu integrieren, was durchaus gelungen ist, sich spielerisch aber kaum vom Rest abhebt: In der Rolle eines Olympioniken sollen die Spieler ihr Können auf dem Snowboard unter Beweis stellen. Zunächst lautet das Ziel, überhaupt bei den Olympischen Spielen dabei zu sein. Dies zu bewerkstelligen erfordert einige Übung, um die Konkurrenz in den Disziplinen Sloapstyle, Halfpipe und Big Air hinter sich zu lassen. Wer es dann nach Südkorea geschafft hat, will natürlich mit der Goldmedaille auf dem Podest landen. Anschließend öffnen sich neue Möglichkeiten, an Gold heranzukommen: Wer kann sich im Skifahren beweisen? Kleine Einspieler von echten Olympia-Teilnehmern versuchen dabei ein Mittendrin-Gefühl zu liefern, was Sportfreunden sicherlich gefallen dürfte – ein nettes, kleines Detail. Aber auch abseits des großen Wettbewerbs lohnt sich die Anschaffung des Zusatzpakets: Die asiatisch angehauchte Landschaft ist ein echter Hingucker, der etliche Herausforderungen und Drop-Zones mitbringt, mit denen selbst Kenner über Wochen ihren Spaß haben werden – Daumen hoch für ein durch und durch spaßiges Erlebnis. Und das Beste kommt zum Schluss: Wer noch nie das Vergnügen mit „Steep“ hatte, der sollte sich die „Winter Games Edition“ zulegen, die das Hauptspiel, sowie sämtliche DLCs beinhaltet – für rund 50 Euro. Faire Angelegenheit.
Erhältlich für: Xbox One, PS 4, PC

The Surge: A Walk in the Park

So ein Ausflug in den Themenpark ist doch was Nettes: Blitzschnelle Achterbahnen, bunte Karussells und freundliche Maskottchen begrüßen einen da – allerdings nicht, wenn das Spiel „The Surge“ heißt. Das knallharte Action-Rollenspiel der Marke „Dark Souls“ lädt Neugierige zwar in einen aufregenden Themenpark ein, doch hier ist natürlich nichts mit „Friede, Freude, Eierkuchen“. Wer einmal in den Zug an der Central Station einsteigt, findet sich bald in dem Unterhaltungspark „Creo World“ wieder, der einen „Tag, den ihr nie mehr vergessen werdet!“ verspricht. Und dieses Versprechen hält das neue Gebiet auch. Denn auch dort hat ein Computervirus für ordentlich Chaos gesorgt: Zerstörte Fahrgeschäfte und kaputte Einkaufsläden sind da noch das geringste Problem. Die Macher von Deck13 haben in dem neuen Gebiet einige neue Ausrüstungsgegenstände versteckt, die den Hauptcharakter stärken. Das Dumme daran: Wild gewordene Roboter-Maskottchen stapfen zunächst friedlich durch den Park. Bei Blickkontakt ticken diese völlig aus und greifen den Spieler an. Es heißt also mal wieder, neue Angriffsmuster zu erlernen, um den wilden Männchen Einhalt zu gebieten. Dabei richtet sich der Ausflug nach „Creo World“ nicht unbedingt an sehr hoch gelevelte Charaktere, sondern lässt auch Spieler im mittleren Levelbereich (mindestens Level 10) von den zahlreichen versteckten Beutegegenständen profitieren. Wer nicht genug vom Hauptspiel bekommen kann, für den wird der Ausflug in diesen Park tatsächlich eine willkommene Alternative bieten, die er so schnell nicht vergessen wird – sehr empfehlenswert.
Erhältlich für: Xbox One, PS 4, PC

Wolfenstein II: The Freedom Chronicles Season Pass

Für viele Spieler gehört der zweite Großeinsatz von William Joseph Blazkowicz alias BJ alias Terror Billy wohl zu den besten Spielen des vergangenen Jahres – und das völlig zu Recht! Denn der bleihaltige Trip durch eine fiktive Vergangenheit, in der die Naz.., ähm das Regime die USA unter seine Kontrolle gebracht hat, ist ein Einzelspielervergnügen auf ganz hohem Niveau. Wer noch tiefer in die Story eintauchen möchte und nicht vor Herausforderungen zurückscheut, der sollte sich die „Freedom Chronicles“ unbedingt zulegen. Dieser Season-Pass beinhaltet insgesamt drei neue Mini-Kampagnen, in denen der Spieler jeweils die Rolle eines neuen „Helden“ übernimmt. Den Anfang macht der geschasste Quarterback „Gunslinger Joe“, mit dem die Spieler in drei Kapiteln Rache an einem verhassten Regime-Offizier nehmen dürfen. Ende Januar folgt schließlich mit Jessica Valiant der zweite Teil und im März endet die Trilogie mit Captain Wilkins. Das bisher veröffentlichte Kapitel zeigt jedoch schon, dass der dunkelschwarze Humor der Reihe treu bleibt. Nach rund zwei bis drei Stunden ist der Spaß zwar dann schon wieder vorbei, unterhaltsam ist das aber dennoch. Wirklich neue Fähigkeiten tauchen dabei leider nicht auf – auch bei den Zwischensequenzen verlassen sich die Entwickler auf halbanimierte Bilder. Vielleicht ändert sich das ja bei den nächsten Ausflügen in dieses faszinierende Universum, das Ballerfreunde sicherlich erneut begeistern wird.
Erhältlich für: Xbox One, PS 4, PC

Resident Evil 7: End of Zoe

Inzwischen ist schon ein Jahr vergangen, dass Capcom die „Resident Evil“-Reihe mit dem siebten Teil äußerst erfolgreich rebootete. „Weniger Action, mehr Horror“ lautet die Devise des Hauptspiels, das zudem durch die Ego-Perspektive noch atmosphärischer geworden ist. Nach dem „Verbotenen Filmmaterial 1 und 2“ sowie „Kein Held“ folgt nun der letzte DLC namens „End of Zoe“. Alle Zusätze sind einzeln erhältlich oder Teil des Season-Passes. Wer bislang noch nie das Vergnügen mit „Resident Evil 7“ hatte, der sollte zur Gold-Edition greifen, die ebenfalls alle DLCs umfasst. Ohne die Vorgänge in der Hauptgeschichte zu verraten, ist es schwer über die verschiedenen DLCs zu reden. Allerdings kann soviel gesagt werden: Im kompletten Paket lohnen sich die Zusatzmissionen definitiv, wobei „End of Zoe“ vielleicht die schwächste aller Erweiterungen darstellt. Richtig knifflig und unheimlich wird es in den Sequenzen des „verbotenen Filmmaterials“ – ja nicht im Dunkeln spielen! Mehr Action wird dann bei „Kein Held“ geboten – samt der Rückkehr eines alten Bekannten. Wer die Hauptstory durchgespielt hat und Lust auf mehr schaurige Momente, samt richtig starker Knobeleinlagen hat, der sollte zugreifen. Selbst für „Resident Evil“-Masochisten wird mit dem „Ethan muss sterben“-Modus ein knallharter Spielmodus geboten, der nur die härtesten Fans überleben lässt. Alles in einem: eine runde Sache. Erhältlich für: Xbox One, PS 4, PC