Es ist ein Ansatz, den inzwischen nur wenige Studios wagen. Doch die D'Avekki Studios begeben sich auf filmerische Pfade in Dark Nights with Poe and Munro. In ihrem Spiel übernehmen nicht 3D-animierte Figuren, sondern echte Darsteller:innen die Hauptrolle. Bereit für ein paar mysteriöse Fälle?
Radio Mystery
Im fiktiven Örtchen August gehen merkwürdige Dinge vor sich. Das wissen auch Ellis Munro und John "Poe" Pope. Die beiden haben einen kleinen Radiosender, in dem sie genau über solche Dinge sprechen. Dazu laden sie Zuhörer ein, sie anzurufen und ihre Geschichten zu erzählen. Es wundert kaum, dass dabei manches aus dem Ruder läuft.
Im Grunde ist Dark Nights with Poe and Munro weniger Spiel als vielmehr interaktiver Film. Ihr müsst keine Rätsel lösen, sondern euch lediglich hier und da entscheiden – stets unter Zeitdruck. Das beginnt bei banalen Situationen, wie einem Jingle für eure Radiosendung bis hin zu überlebenswichtigen Entscheidungen. Je heikler die Lage, desto weniger Zeit habt ihr. Doch keine Sorge: Ihr müsst kein Profi am Controller sein, sondern einfach schnell entscheiden können.
Kleine Story-Häppchen
In sechs Episoden führen euch Poe und Munro durch scheinbar übersinnliche Fälle, bei denen meist ihr Leben bedroht ist. Außerdem lauft ihr ständig Gefahr, dass eure heimliche Liebschaft auffliegen könnte. Ja, zwischen den beiden knistert es häufig. Übrigens könnt ihr die Episoden unabhängig voneinander spielen bzw anschauen. Mit jeweils 20 bis 30 Minuten sind diese recht kurzweilig und immer auf eine gewisse Art unterhaltsam.
Spielerisch gibt es nicht mehr zu sagen: Ihr entscheidet euch für eine Abzweigung in der Story und schaut, wo diese hinführt. Das hat natürlich einen gewissen Wiederspielwert. Die schauspielerische Leistung in Dark Nights with Poe and Munro variiert etwas. Grundsätzlich befindet sich alles auf einem guten Amateur-Niveau. Man merkt dem Ganzen schon ziemlich das Laienhafte an, was mich aber wenig gestört hat. Ganz im Gegenteil: Ich fand es damit sogar atmosphärisch und unterhaltsam.
Do you speak English?
Etwas schade für die meisten: Dark Nights with Poe and Munro lässt sich nur mit englischer Original-Synchronisation spielen. Hier hätte ich mir zumindest Untertitel für all jene gewünscht, die nicht so gut Englisch sprechen. Das würde einige Story-Inhalte leichter verständlich machen. Aber vieles ergibt sich auch aus dem Kontext. Es hängt aber schon von eurem Verständnis ab.
Fazit
Damit wären wir auch schon am Ende des Tests angelangt. Dark Nights with Poe and Munro hat zwar bereits drei Jahre auf dem Buckel, aber das fällt nicht ins Gewicht bei der Machart des Spiels. Auch wenn es streng genommen nur ein interaktiver Film ist, kann der Titel für den ein oder anderen unterhaltsamen Abend sorgen. Die sechs Geschichten sind interessant genug, um für rund vier Stunden zu unterhalten. Nur solltet ihr Englisch verstehen können und gerne Entscheidungen treffen. Wem das zusagt, dem empfehle ich einen Besuch in Poes und Munros Radiostation.
Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch
Website: poeandmunro.com