Klein, aber fein – so würde mein Fazit nach ein paar Stunden in DARQ lauten. Doch damit würde ich dem düsteren Rätselspielchen aus dem Hause Unfold Games nicht gerecht werden. Herausgeber Feardemic bietet nun mit der Complete Edition die volle Ladung Grusel- und Rätselspaß für Spieler, die gerne ihre grauen Zellen anregen.
Dunkle Träume
Die Geschichte von DARQ dreht sich um den Jungen Lloyd. Dieser hat immer wieder düstere Träume und driftet dabei in eine unheilvolle Traumwelt ab. Dort scheinen die Regeln der Physik nicht zu gelten. Denn wenn Lloyd auf eine Wand zugeht, kann er dort einfach weiterspazieren als gäbe es keine Schwerkraft. Oben, unten, links und rechts sind hier in DARQ reine Ansichtssache. Das kann auf den ersten Blick schon ganz verwirrend sein.
Aber DARQ führt euch langsam an das Spielprinzip heran: Zunächst habt ihr simple Rätsel zu lösen, indem ihr von A nach B lauft, um Schalter zu drücken. Dabei kommt ihr immer wieder mit der interessanten Spielmechanik in Kontakt. Von der Stimmung her schwingt bei DARQ eine ordentliche Prise Little Nightmares, Inside oder Limbo mit. Geredet wird hier nämlich nicht. Alles erklärt sich auf die ein oder andere Weise von selbst.
Ein Traum jagt den nächsten
Sobald Lloyd zum ersten Mal wieder erwacht ist, geht es schon in die nächste Traumwelt – und damit zu größeren Herausforderungen. Denn Unfold Games verstehen es DARQ Stück für Stück komplexer werden zu lassen. Auch die Rätsel bekommen mehr Spieltiefe und ihr solltet eure grauen Zellen bemühen. Von einfachen Schiebe- und Schalterrätseln reicht die Palette bis hin zu Logik- oder Geschicklichkeitsrätseln. Langweilig wird euch in dieser Hinsicht jedenfalls nicht.
Natürlich verbummelt ihr in DARQ nicht einfach so die Zeit mit Rätseln. Oftmals werdet ihr von irgendwem oder -etwas gejagt. Dabei müsst ihr entweder euer Geschick oder Schnelligkeit unter Beweis stellen. Der Zeitdruck ist öfters mal zu spüren – treibt aber auch den Puls hoch. Ich denke, dass dies auch das Ziel der Entwickler war. Bei mir hat es jedenfalls funktioniert.
Grafisch spielt DARQ in einer guten Mittelklasse. Das düstere Setting dieser surrealen Traumwelt vermittelt die Verzweiflung von Lloyd ganz gut. Auch die Schattenspielerein beherrscht DARQ sehr gut, so dass es sich ständig unangenehm anfühlt – was ein Kompliment für ein Gruselspielchen ist.
Fazit
Ein Titel, mit Potenzial: DARQ ist vielleicht nicht jedermanns Sache, das sehe ich ein. Aber all jene, die sich auf die Rätsel und das Setting einlassen, werden es nicht bereuen. DARQ ist ein cleveres Stück Unterhaltungssoftware, das eure grauen Zellen ansprechen wird. Die Complete Edition bietet nun auch Konsolenspielern den vollen Umfang an Rätsel und Grusel – sehr fein.
Erhältlich für: PS, Xbox, PC, Switch
Website: feardemic-games.com/darq