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Darwin’s Paradox!

Oktopus mit Auftrag.

Kommt hier der nächste Film von Pixar? Das ging mir jedenfalls durch den Kopf, als ich zum ersten Mal Bilder von Konamis Spiel Darwin’s Paradox! gesehen habe. Entwickelt wurde es zusammen mit dem französischen Studio ZDT und sieht einfach fantastisch aus. Aber spielt es sich auch gut? Genau das finden wir jetzt gemeinsam raus.

Cleveres Hauptgericht

Im Mittelpunkt steht ein Oktopus, der mit Tarnung, Klettern an Wänden und Decken sowie einem Tintenstrahl ausgerüstet ist und sich nach seiner Entführung durch den Konzern UFOOD zurück ins Meer kämpfen muss. Denn eigentlich sollte er als Hauptgericht für irgendwelche Menschen dienen.

Schon diese Ausgangslage hat erfreulich viel Persönlichkeit: ein stummer Held mit acht Armen, der sich durch Industrieanlagen, Labore und andere Gefahrenzonen schlängelt, während das Spiel optisch immer wieder an hochwertige Animationsfilme erinnert. Euch erwartet ein spannender Mix aus Slapstick, Familienfilm-Charme und leichtem Konami-Augenzwinkern, inklusive Stealth-Anleihen, die nicht zufällig an Metal Gear erinnern.

Zwischen Pixar und Patrouille

Die größte Stärke von Darwin’s Paradox! ist - wie schon angedeutet - seine Präsentation. Die ausdrucksstarken Animationen, die liebevoll gestalteten Umgebungen und die Zwischensequenzen wirken eher wie ein animierter Kurzfilm und nicht direkt wie ein Plattformer.

Der Oktopus selbst scheint dabei der heimliche Star zu sein, weil seine Bewegungen Gewicht, Charakter und Spielfunktion gleichzeitig transportieren. Wenn er an Rohren entlangkrabbelt, sich unter Kisten quetscht oder mit Tinte Lampen und Gegner austrickst, hat das genau die Art von skurrilem Charme, die ein Spiel von der ersten Minute an sympathisch macht. Schmunzeln musste ich immer wieder, wenn man sich mit radioaktivem Gebräu die Ratten vom Leib halten muss.

Gute Ideen, wacklige Umsetzung

Spielerisch mischt Darwin’s Paradox! Plattforming, Rätsel, Schleichpassagen und Wechsel zwischen Land- und Unterwasserabschnitten. Das sorgt für ordentlich Abwechslung und verleiht dem Spiel ein eigenes Profil. Gerade dieser Ideenreichtum ist schon unterhaltsam, weil einzelne Level, Bedrohungen und Umgebungen immer wieder neue Situationen schaffen.

Der Haken ist nur: Das Spiel verlangt öfter Präzision, die seine Systeme nicht immer zuverlässig liefern. Besonders beim Springen bin ich oft zu spät gehüpft und abgestürzt, weil ich irgendwie nie so richtig den korrekten Zeitpunkt erwischt habe. Auch das Klettern und hektische Fluchtpassagen sind teilweise inkonsistent. Und beim Schleichen war mir nicht immer klar, wann ich jetzt gesehen werde und wann nicht. In Summe kann das hier und dann den Spielfluß stören.

Charme gegen Frust

Besonders kritisch wird das Spieldesign immer dann, wenn aus cleverem Oktopus-Improvisieren plötzlich ein sehr konkretes Abarbeiten der einzig richtigen Lösung wird. Genau dann kippt der Zauber kurz, weil ein Spiel, das visuell so verspielt und frei wirkt, spielerisch stellenweise überraschend starr und kleinteilig ist.

Hinzu kommt, dass die zweite Hälfte anstrengender und unausgewogener ist als der Beginn. Das passiert etwa durch harte Verfolgungssequenzen, streng getimte Passagen oder Ideen, die eher angerissen als sauber weiterentwickelt werden. Mit einer Spielzeit von ungefähr sechs bis sieben Stunden bleibt das Abenteuer zwar angenehm kompakt, hinterlässt aber auch das Gefühl, dass hier ein wirklich besonderer Plattform-Hit nur ein paar Designentscheidungen von echter Größe entfernt war.

Fazit

Darwin’s Paradox! ist ein auffällig charmanter, visuell starker und angenehm eigenwilliger Plattformer mit echtem Herz und sichtbaren Macken. Wer bei einem Oktopus in einer Konami-Produktion automatisch nur an einen netten Kuriositätenkauf denkt, unterschätzt das Spiel. Denn Stil, Atmosphäre und der Oktopus selbst tragen dieses Abenteuer oft mühelos über seine Schwächen hinweg.

Ganz ohne Einschränkung klappt das aber nicht. Darwin’s Paradox! ist am besten, wenn es euch staunen, schmunzeln und tüfteln lässt. Und am schwächsten, wenn es aus seinem liebevoll animierten Oktopus einen Kandidaten für nervige Trial-and-Error-Passagen macht. Gerade deshalb bleibt am Ende ein schönes, leicht widersprüchliches Bild zurück: kein Meisterwerk, aber ein Spiel mit so viel Charakter, dass man ihm seine acht kleinen Stolperer fast schon wieder verzeiht.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch 
Webseite: konami.com/games/darwins_paradox