Ich mag 2D-Sidescroller. Death or Treat ist nicht nur ein solcher, sondern verspricht auch noch Roguelite Elemente. Das Werk der kleinen Saona Studios hat mich also neugierig gemacht. Schauen wir uns das handgezeichnete Action-Spiel mal genauer an.
Schaurige Probleme
Der Titel des Spiels lässt mich unweigerlich an Halloween denken. Das ist natürlich kein Zufall: Auch in Death or Treat geht es um Süßes oder Saures. Aber ihr spielt hier keine Kinder, die umherziehen, sondern ein geschäftstüchtiges Gespenst namens Schaurig. Der niedlich aussehende Geist lebt in HallowTown und verkauft dort seine Leckereien. Es gibt da nur ein Problem: Clark Fackerberg – ja, der Name ist nicht zufällig gewählt. Dieser Clark hat eine Droge auf den Markt gebracht und seither fehlt von Schaurigs Kundschaft jede Spur. Klar, dass das Gespenst was unternehmen muss.
Death or Treat entführt euch in eine wunderschön animierte Welt voller Gefahren. In insgesamt drei unterschiedlichen Arealen wandert ihr mit Schaurig umher und stellt euch immer größeren Gefahren. Das Ziel eurer Reise: Fackerberg aufhalten und möglichst viele Süßigkeiten oder Materialien einsammeln. Letztere sind besonders wichtig, um euren Hauptcharakter permanent zu stärken. Denn mit Materialien eröffnet ihr in HallowTown neue Läden. Diese wiederum ermöglichen euch Schaurig zu verbessern. Und das solltet ihr immer wieder machen, um gegen die Monster eine Chance zu haben.
Kurzes Vergnügen
Denn im Herzen ist Death or Treat ein actionreiches Roguelite, bei dem euch jeder Anlauf am Ende nur stärker macht. Zu Beginn werdet ihr relativ häufig ins Gras beißen. Doch mit der Zeit wird Schaurig zu einem starken Geist, der alles zu Schutt und Asche haut. Und allzu lange müsst ihr dafür gar nicht spielen. Nach rund fünf Stunden habt ihr es gepackt – je nachdem, wie gut oder schlecht ihr euch anstellt.
Dazwischen erwarten euch actionreiche Kämpfe, die besonders zu Beginn recht fordernd sind. Für Abwechslung sorgen die unterschiedlichen Waffen, die Schaurig meistern kann. Jeder dieser Waffen spielt sich unterschiedlich und richtet sich damit an verschiedene Spielarten. Kurz gesagt: Hier ist für alle was dabei.
Murmeltiere im Levelgewand
Was ich allerdings etwas ermüdend fand, waren die Welten an sich. Obwohl sich der Hintergrund dreimal ändert, sind die Levels doch allesamt sehr ähnlich aufgebaut und unterscheiden sich dadurch zu wenig. Auch die Bosse sind durch kaum abwechslungsreiche Moves nach einer Weile keine große Herausforderung mehr. Hier steckt noch einiges an Potenzial drin.
Normalerweise spreche ich in meinen Tests eher weniger über Framerates und Co. Bei Death or Treat mache ich eine kleine Ausnahme. Denn hier und da bricht die Framerate dermaßen ein, dass es am Spielspaß nagt. Zweimal ist das Spiel sogar komplett abgeschmiert. Könnte Zufall sein, will ich aber erwähnt haben. Hier ist das Team der Saona Studios bereits kräftig am Patchen. Und das sollten sie auch, wenn das Spiel erfolgreich werden will.
Grafisch ist Death or Treat wirklich eine Augenweide. Die schönen Animationen und die handgezeichneten Figuren haben Charme und sehen schick aus.
Fazit
In Death or Treat steckt jede Menge Potenzial. Man merkt dem 2D-Roguelite allerdings an, dass nur ein kleines Team dahintersteckt. Das ist nicht negativ gemeint. Respekt vor der optischen Präsentation und dem Gameplay. Nur in Sachen Abwechslung und Inhalt hätte sich das Team der Saona Studios noch mehr Zeit lassen können. Auch beim technischen Grundgerüst wäre mehr Feinschliff nötig gewesen. Denn so steht die Technik dem Spielspaß ständig im Weg. Und fünf Stunden für ein Roguelite ist okay, aber doch etwas mau, wenn man andere Vertreter des Genres anschaut. Mit etwas mehr Zeit könnte hier noch ein überdurchschnittliches Spiel entstehen. Stand jetzt tummelt sich Schaurig leider nur im Mittelfeld herum.
Erhältlich für: Xbox, Switch, PS, PC
Website: saonastudios.com