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Death Stranding 2: On the Beach

Der nächste Schritt im Strand-Universum.

Als Hideo Kojima 2019 mit Death Stranding sein erstes Spiel nach der Trennung von Konami präsentierte, spaltete er die Gaming-Welt. Das „Walking-Simulator“-Label wurde dem Titel zwar oft angehängt, doch unter der Oberfläche steckte eine faszinierende Mischung aus dystopischer Sci-Fi-Story, innovativem Gameplay rund ums Liefern und einer einzigartigen Atmosphäre.

Sam Porter Bridges wanderte durch ein zerstörtes Amerika, verband Menschen und kämpfte mit übernatürlichen Bedrohungen. Die Mischung aus Isolation, Hoffnung und Kojima-typischem Wahnsinn machte das Spiel zu einem Kult-Hit – wenn auch nicht für jeden.

Die Entwicklung von Death Stranding 2

Nach dem Erfolg des ersten Teils war klar: Kojima Productions würde die Strand-Welt weiter ausbauen. Die Entwicklung von Death Stranding 2: On the Beach begann mit einem klaren Ziel: Die Stärken des Vorgängers auszubauen und Schwächen auszubügeln. Klingt eigentlich ganz logisch. Doch was haben sie daraus gemacht?

Das Team konnte auf die Erfahrungen mit der Decima-Engine zurückgreifen und diese gezielt weiterentwickeln. Besonders die Pandemie-Zeit floss in die neue Story ein – Kojima selbst betonte, dass die Themen Isolation, Verbindung und Menschlichkeit noch stärker reflektiert wurden. Die Entwicklung verlief reibungslos, das Team feierte den Gold-Status mit japanischen Ritualen und zeigte sich stolz auf die erzielten Verbesserungen.

Was ist neu, was bleibt gleich?

Death Stranding 2 bleibt dem Grundkonzept treu: Erneut übernimmt man die Rolle von Sam Porter Bridges, diesmal auf einer Reise durch ein postapokalyptisches Australien. Die Kernmechanik – das Transportieren von Fracht durch gefährliche, wunderschöne Landschaften – bleibt erhalten. Doch das Spielgefühl ist deutlich dynamischer und zugänglicher geworden:

Verbesserte Spielmechanik: Das Balancieren, Klettern und Navigieren wurde verfeinert. Neue Umwelteffekte wie Erdbeben, Brände und Überschwemmungen sorgen für mehr Abwechslung und fordern flexibles Handeln.

Mehr Freiheit: Die Missionen lassen sich vielseitiger angehen, das Kampfsystem ist deutlich ausgebaut und bietet neue Waffen wie den Blut-Bumerang. Wer möchte, kann viele Konflikte auch weiterhin umgehen.

Neue Gegner und Mechaniken: Mit den „Betrachtern“ gibt es neue Gegnertypen, die auf Sichtkontakt reagieren, und das Terrain ist abwechslungsreicher gestaltet – von Wüsten über Wälder bis zu urbanen Ruinen.

Technische Verbesserung: Die Grafik setzt neue Maßstäbe, besonders bei Wettereffekten, Charaktermodellen und Lichtstimmung. Die Decima-Engine wird jetzt souverän genutzt und ermöglicht beeindruckende Tag-Nacht-Wechsel und realistische Umwelteinflüsse. Das kommt insbesondere auf der PS5 Pro zur Geltung.

So spielt sich Death Stranding 2

Kojima bleibt sich treu: Die Story ist verschachtelt, voller Symbolik und schräger Einfälle – von sprechenden Crash-Test-Dummys bis hin zu surrealen Visionen. Die Handlung knüpft an die Ereignisse des Vorgängers an, ist aber eigenständig genug, um auch Neulinge mitzunehmen. Mehr wird nicht verraten.

Die Reise durch Australien ist emotionaler, fokussierter und weniger sperrig erzählt als im ersten Teil. Die neuen und alten Charaktere – darunter prominente Schauspieler wie Norman Reedus, Léa Seydoux und Troy Baker – überzeugen mit starker Performance.

Mehr als nur Pakete schleppen

Die größte Stärke des Spiels ist die Kombination aus Erkundung, Planung und Improvisation. Jeder Weg will gut gewählt sein, denn Naturgewalten und Gegner machen das Vorankommen zur Herausforderung. Die neuen Tools, wie der Tar Cannon zum Löschen von Bränden oder der Blut-Bumerang, bringen Abwechslung ins Gameplay. Die Kämpfe sind dynamischer, aber nie Pflicht – Stealth und Ausweichen bleiben valide Optionen.

Noch mehr gute News: Die offene Welbjekte. Die Interaktion mit anderen Spielern – etwa durch gemeinsam gebaute Brücken oder Hinweise – motiviert weiterhin zum Community-Gedanken.

Technik und Präsentation

Grafisch ist Death Stranding 2 ein Brett: Die Umgebungen sind not ist diesmal weniger leer. Neben Hauptmissionen gibt es viele optionale Aufgaben, Geheimnisse und Sammeloch detaillierter, die Wettereffekte spektakulär und die Animationen auf höchstem Niveau. Die Performance ist stabil, Ladezeiten sind kurz und die Steuerung wurde weiter optimiert. Besonders die neuen Biome und die Vielfalt der Landschaften sorgen für echte Entdeckerfreude. Einfach schick!

Kleine Kritikpunkte

Trotz aller Verbesserungen bleibt das Grundprinzip Geschmackssache – wer mit dem „Liefer-Gameplay“ des ersten Teils nichts anfangen konnte, wird auch diesmal nicht komplett überzeugt werden. Auch die Erzählweise ist Geschmacksache: Die Story ist weiterhin komplex und stellenweise überladen, was manche Spieler überfordern könnte.

Und dann gibt es da noch Kritik aus einer anderen Ecke: Einige finden, dass das Spiel zu sehr auf Bewährtes setzt und zu wenig radikal Neues wagt – die Innovation liegt mehr im Feinschliff als im Umbruch. Aber das empfand ich jetzt nicht als störend, weil hier immer noch die Handschrift von Kojima zu spüren ist.

Fazit: Ein mutiges, besseres Strand-Abenteuer

Death Stranding 2 ist der seltene Fall einer Fortsetzung, die fast alles besser macht: Die Welt ist größer, die Mechaniken ausgefeilter, die Story emotionaler und das Erlebnis insgesamt zugänglicher. Der Mix aus entspannter Erkundung, Survival, Action und Kojima-typischer Weirdness bleibt einzigartig in der Spielelandschaft. Wer sich auf das ungewöhnliche Abenteuer einlässt, bekommt ein atmosphärisch dichtes, technisch brillantes und überraschend motivierendes Erlebnis – und vielleicht sogar ein bisschen mehr Hoffnung auf Verbindung in einer zerrissenen Welt.

Erhältlich für: PS5 
Webseite: kojimaproductions.jp/en/death-stranding-2