Ich muss sagen, dass Defend the Rook so ein Spielchen ist, bei dem ich im Vorfeld anhand der Screenshots nicht so recht sagen konnte, auf was ich mich da einlasse. Das Werk von One Up Plus und Publisher Klabater hat aber so einen charmanten Look, dass ich einfach hineinschnuppern musste – und es nicht bereut habe. Warum? Das erkläre ich euch nun.
Der Name ist Programm
Zunächst einmal: Defend the Rook sagt bereits, was ihr machen müsst – nämlich den „Turm“ beschützen. Damit reiht sich Defend the Rook in das Genre der Tower-Defense-Spielchen ein. Und die liebe ich. Bei Defend the Rook müsst ihr allerdings keine Wege im Auge behalten, sondern ihr agiert auf einer Art Schachfeld. Nein, es ist nur fast ein Schachfeld: Denn anstatt 8x8 ist dieses Feld hier 9x9 Felder groß. Ziel einer jeden Mission ist es aber, wie bei ande-ren Genre-Vertretern, euren Turm zu beschützen. Doch dieses Spiel hält einige Besonderheiten bereit.
Das Offensichtliche zuerst: Ihr agiert in sämtlichen Missionen auf einem abgegrenzten Feld, das zufällig mit einigen Blöcken belegt ist. Nun kommen Welle für Welle Feinde auf das Feld und wollen euren Turm zerstören. Das sollt ihr verhindern. Euer Turm steht aber nicht tatenlos blöd in der Mitte herum, sondern kann sich bewegen und sogar angreifen. Ihr habt die Kontrolle über ihn. Zusätzlich habt ihr einen Schwertmeister, einen Schurken und eine Zauberin, die euch helfend zur Seite stehen. Das war es auch schon an Einheiten auf eurer Seite – zumindest, was die beweglichen Einheiten angeht. Es kommt noch mehr an späterer Stelle.
Drei Freunde für ein Halleluja
Mit euren drei Figuren müsst ihr geschickt taktieren, um alle Feinde auf dem Feld auszulöschen. Die Zauberin kann Gegner aus der Ferne aufs Korn nehmen, hält aber im Nahkampf wenig aus. Der Schwertmeister ist das komplette Gegenteil und wirft sich gerne in den Nahkampf, hält aber auch ordentlich was aus. Der Schurke teilt kräftig Schaden aus, kann sich tarnen und Fallen erneuern – und das solltet ihr unbedingt ausnutzen.
Denn Fallen könnt ihr manuell auf dem Spielfeld platzieren. Ebenso auch einige Türme an bestimmten Stellen. Diese greifen dann vor Beginn eurer Runde die Gegner an. Moment mal? Hab ich da „Runde“ gelesen? Ja, richtig. Defend the Rook ist ein klassisches rundenbasiertes Game. Also nicht in Hektik verfallen.
Ihr könnt euch in jeder Runde bequem überlegen, wen ihr wo angreifen lasst. Auch die Platzierung der Fallen, Türme und Absperrungen verlangen keinerlei Zeitdruck. Als kleinen Bonus dürft ihr noch Zauber auf das Spielfeld von Außen wirken. Denn eigentlich seid ihr ein mächtiger Zauberer, der das Spielfeld nutzt, um echte Kriege auszutragen – nur eben in echter Homeoffice-Manier.
Die Zauber reichen von Angriffen auf Einzelziele, Schwächungen bis hin zu mächtigen Massenvernich-tungszaubern. Allerdings habt ihr von jedem Zauber nur eine bestimmte Anzahl in jeder Mission parat. Also überlegt euch gut, ob ihr die kleinen Kobolde am Anfang wirklich mit einem Erdbeben plätten wollt.
Die perfekte Welle
Jede Mission besteht übrigens aus mehreren Wellen. Habt ihr eine Welle überstanden, dürft ihr euch meist einen Bonus für einen eurer Krieger:innen aussuchen – und das macht die Sache noch interessanter. Auf diese Weise kann die Zauberin einen Extra-Schild bekommen, der Schurke weiter laufen und der Krieger mehrere Ziele auf einmal treffen. Levelt dabei ganz nach euren Vor-lieben auf und seht zu, wie eure Truppe stärker und stärker wird. Mit gewonnenen Erfahrungs-punkten aus den Missionen dürft ihr übrigens permanente Boni (auch für spätere Anläufe) freischalten.
Aber fühlt euch nie zu sicher: Defend the Rook kann den Schwierigkeitsgrad ganz schnell auch mal anziehen. Besonders die Boss-Fights am Ende der fünf Welten haben es in sich. Wenn ihr die Fieslinge nicht rechtzeitig platt macht, droht schnell eine Niederlage. Defend the Rook zeigt sich hier von seiner taktisch-spaßigen Seite.
Low-Po-Kunst
Grafisch orientiert sich das Spiel an einem bunten Comic-Look, ohne viele Details: Die Low-Polygon-Optik passt für mich aber bestens zum Geschehen auf dem Bildschirm. Insgesamt kommt es mir so vor, als ob ich hier ein digitales Brettspiel vor mir habe. Die Figuren haben schon was von Schachfigürchen. Mir gefällt der Look jedenfalls.
Defend the Rook ist übrigens ein Roguelike-Taktik-Spiel. Solltet ihr mal eine Mission verlieren, könnt ihr diese erneut starten. Die Gegner kommen allerdings diesmal vielleicht aus einer anderen Richtung – wer weiß. Das macht das Spiel auch nach etlichen Anläufen so spannend. Viel braucht es dabei offensichtlich nicht.
Fazit
Mit Defend the Rook liefern One Up Plus und Klabater ein erfrischendes Tower-Defense-Spiel ab, das sich am Schachspiel orientiert. Mit nur drei Einheiten und einem mobilen Turm müsst ihr hier taktische Schlachten schlagen. Das Rollenspiel-Element mit dem Aufleveln eurer drei Schergen garantiert die Langzeitmotivation. Persönlich war ich positiv über diese kleine Spieleperle überrascht. Auf diese Weise haben ich mich noch nie an eins meiner liebsten Genres herangewagt. Aber ich muss sagen: Das hat richtig Potenzial.
Erhältlich für: PC, Xbox, PS, Switch
Website: oneupplustrust.com/defendtherook.html