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Demolish & Build 3

Mehr Trümmer, mehr Management, mehr Frust?

Mit Demolish & Build 3 verlässt die Bausimulationsreihe ihre Nischenecke und wagt den Sprung auf PC und Konsole – erstmals auch auf aktuellen Xbox- und PlayStation-Systemen. Das ist Grund zur Freude für all jene, die schon immer davon geträumt haben, mit schwerem Gerät nach Herzenslust Wände einzureißen, Dächer abzuheben oder ganze Bauwerke in Schutt und Asche zu legen.

Vom kleinen Baubetrieb mit einzelner Wellblechhütte bis hin zum Firmenimperium voller Kettenfahrzeuge und Aufträge steuert man kompromisslos alles selbst. Auch die Überarbeitung der Zerstörungs- und Physiksysteme verspricht ein deutlich gesteigertes Maß an Realismus und Zerstörungslust.

Die ersten Schritte: Start auf der grünen Wiese

Der Einstieg folgt bekannten Sim-Formeln: Zu Beginn gründet man ein Unternehmen, bekommt eine handfeste Einführung in die wichtigsten Gerätschaften und nimmt erste Mini-Aufträge an. Die Lernkurve ist einigermaßen steil, da Handbuch und Tutorial nicht immer so intuitiv und hilfreich ausfallen, wie man es sich wünscht.

Hier merkt man schon, dass das Spiel genügend Raum für eigene Tüfteleien und Fehler lässt: Wer schnell Kohle machen will, sollte sich gleich zu Beginn diverse Fahrzeuge und möglichst vielseitige Werkzeuge zulegen – das Management des eigenen Maschinenparks und die Entwicklung des Unternehmens dulden kaum Stillstand.

Realistische Maschinen, neue Physik

Das Herzstück des Spiels sind die teils gigantischen Abrissfahrzeuge und die bemerkenswert realistische Physik. Jeder Bagger, jede Abrissbirne und jede Säge bringt eigene Stärken und Schwächen mit – mit unterschiedlichsten Aufsätzen kann man sogar einzelne Funktionen anpassen. Gebäude bestehen dabei nicht mehr nur aus statischen Blöcken, sondern aus zahlreichen interaktiven Bauteilen, deren Materialeigenschaften (Widerstandsfähigkeit, Gewicht, Kettenreaktionen) präzise simuliert werden.

Das sorgt für viel befriedigende Abriss-Action: Wer gezielt tragende Balken entfernt, kann mit wenigen Handgriffen ein ganzes Haus in sich zusammenfallen lassen – natürlich im realistischen Zeitlupentempo, wenn man sich an die Riesenmaschinen setzt.

Nicht immer ist rohe Gewalt gefragt. Viele Missionen verlangen präzises Arbeiten: Mit der Schaufel oder dem Presslufthammer müssen gelegentlich filigranere Aufgaben gemeistert werden, was aber derzeit bei der Steuerung noch Probleme machen kann. Hier nerven Bugs, missverständliche Trefferabfragen und manchmal sehr fummelige Mechaniken.

Wirtschaft meets Zerstörung

Wer im Karrieremodus unterwegs ist, erlebt eine Mischung aus klassischem Ressourcen-Management und Bau-Simulation: Nach jedem Auftrag fließen Einnahmen, die für neue Maschinen, Upgrades und größere Missionen gebraucht werden. So kennt man das eben aus dem Genre.

Je nach Größe und Schwierigkeitsgrad der Jobs wächst das Unternehmen – bis man später mit einem ganzen Fuhrpark an Großgeräten operiert und auf mehreren Karten in Gegenden wie Kanada, den USA oder Grönland aktiv wird. Für die echte Highscore-Jagd gibt es sogar einen Time-Attack-Modus, in dem Schnelligkeit und Effizienz zählen.

Viel Potenzial, durchwachsene Umsetzung

Die neue Physik-Engine und die detaillierten Maschinenmodelle sind grundsätzlich beeindruckend. Allerdings krankt das Spiel noch an massiven technischen Problemen: Bugs, Grafikfehler und Kollisionserkennungen sorgen für reichlich Frust – etwa wenn ein tonnenschwerer Bagger an winzigen Steinhaufen hängen bleibt oder Präzisionsarbeiten nicht erkannt werden. Auch die Steuerung wirkt sperrig und das User-Interface manchmal wenig durchdacht. Wer Spaß an glitschigen Simulationen hat, kommt trotzdem auf seine Kosten, muss aber vor allem auf Konsole Nerven mitbringen.

Die Präsentation ist solide, aber nicht außergewöhnlich: Maschinen und Umgebungen sind detailverliebt, der Rest bleibt schmucklos. Die Soundkulisse punktet mit authentischen Motoren- und Werkzeuggeräuschen, jedoch fehlen Atmosphäre und Abwechslung auf Dauer.

Fazit: Zerstören zwischen Lust und Frust

Demolish & Build 3 bringt viele gute Ideen auf die Baustelle: Eine verbesserte Physik, abwechslungsreiche Missionen, beeindruckende Maschinenvielfalt und das motivierende Upgrade-System machen es zur vermutlich ambitioniertesten Simulation der Reihe. Leider torpedieren unausgereifte Steuerung und zahlreiche Bugs den Spielspaß zu oft und machen Geduld zu einer wertvollen Ressource. Wer Spaß am digitalen Abriss hat und mit Ecken und Kanten bei Technik, Tutorial und Feintuning leben kann, wird hier einige stimmungsvolle Baustellennachmittage erleben.

Erhältlich für: PC, Xbox, PS, Switch 
Webseite: steamcommunity.com/app/1203670?l=german