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Destroy All Humans!

Die Welt geht herrlich blöd zugrunde – und ihr sitzt am längeren Hebel, um eure böseste Seite zum Vorschein zu bringen.

15 Jahre ist das schon her? Ja, so lange habe ich jedenfalls warten dürfen – wenn auch nicht willentlich – bis ich in den Genuss von „Destroy All Humans!“ kommen durfte. Denn damals, im Jahr 2005, erschien das Spiel für die Xbox und PS2. Allerdings ging das satirische Action-Spektakel damals an mir vorbei. Nun endlich schlüpfe ich in die Haut eines Außerirdischen und mache mir die Welt zum Untertan.

Herrscher der Welten in Not

Crypto-137 hat ein Problem – eigentlich sind es mehrere auf einmal. An erster Stelle steht jedoch die Tatsache, dass sein Bruder verschollen ist. Als er nämlich unvorsichtigerweise mit seinem Raumschiff bei Roswell abgestürzte, haben ihn die Menschen gefangen genommen. Also kommt Crypto-137, um seinen Verwandten zu befreien.

Als tapferer Kämpfer des Volkes der Furonen steht er ganz oben auf der Herrscherliste des Universums. Nebenher kann der fiese Außerirdische auch gleich noch ein paar DANN-Stränge abstauben von den Erdbewohnern. Diese braucht sein Volk nämlich, um sich zu vermehren bzw. neue Klone herzustellen. Das ist die kuriose Ausgangssituation, in die euch THQ Nordics Neuauflage des Klassikers hineinwirft.

Dank der Programmierer der Black Forest Games erstrahlt das actionlastige Abenteuer in neuem Glanz. Spielerisch bleibt hingegen fast alles beim alten – wer also das Original bereits in und auswendig kennt, wird wohl nicht sonderlich überrascht sein. Aber den Unterhaltungswert hat „Destroy All Humans!“ dennoch nicht verloren. Für rund zehn bis zwölf Stunden werdet ihr bestens versorgt sein.

Chaos mit Spaßgarantie

Aus der Third-Person-Perspektive steuert ihr den hochtechnisierten Außerirdischen. Dabei verfügt ihr über allerlei Tricks, die das Spiel insgesamt nicht allzu schwer machen. Im späteren Verlauf dürft ihr nämlich mit modernen Waffen um euch ballern, ein Jetpack nutzen, Gedankenspiele aktivieren oder mit eurem Raumschiff für Chaos sorgen. Es gibt also einiges zu tun.

Doch wie gesagt: Da es nur einen Schwierigkeitsgrad gibt, machen es euch die Entwickler nicht allzu schwer – bis auf die verschiedenen Bosskämpfe vielleicht. Die fand ich persönlich jedenfalls fordernder als der Rest des Spielchens. Sobald ihr Menschen vaporisiert oder anderweitig auslöscht, könnt ihr deren DNA aufsammeln, was als eine Art Erfahrungspunkte dient.

Denn bei jeder Heimkehr ins Mutterraumschiff dürft ihr DNA dazu nutzen, um Fähigkeiten zu verbessern oder neue Skills zu lernen. Das kennt man inzwischen zwar alles aus anderen Spielen, ist aber immer noch sehr motivierend.

Fäkal, kindisch, witzig!

Crypto-137 wird durch das gesamte Spiel hindurch von einem schwarzen, teils auch sehr kindischen Humor begleitet – ihr dürft euch also auf einige Schenkelklopfer freuen. Ernst nimmt sich „Destroy All Humans!“ jedenfalls nie. Und dann immer diese netten Seitenhiebe auf die (amerikanische) Gesellschaft – herrlich.

Überraschend war dabei alerdings die Tatsache, dass viele kritischen Anspielungen auf gesellschaftliche Probleme heute immer noch top-aktuell sind. Erstaunlich und auch etwas erschreckend, dass wir uns seit 15 Jahren so wenig verändert haben. Fairerweise muss ich auch erwähnen, dass nicht mehr alle Jokes ins Schwarze treffen, weil sie mittlerweile überholt wurden.

Vom Ablauf her besucht ihr in dem Action-Abenteuer eine von sechs Gegenden in den USA, um dort dann verschiedene Aufgaben zu absolvieren. Die Reihenfolge der Quests dürft ihr zum großen Teil selbst bestimmen: Habt ihr mal keine Lust auf eine Stealth-Mission, dann lasst es doch bei einem anderen Auftrag krachen – oder entführt einen Erdenbewohner für geheime Experimente. Es gibt sogar eine Analsonde, die zum Einsatz kommt – mehr brauche ich über den Humor an dieser Stelle nicht mehr zu verlieren.

Optik-Zucker aus dem Schwarzwald

Grafisch haben die Black Forest Games ganze Arbeit geleistet: „Destroy All Humans!“ sieht zwar nicht aus wie ein AAA-Titel – hat es noch nie – aber es kann sich durchaus sehen lassen. Spielerisch gibt es zwar einige, kleine Komfort-Verbesserungen, aber ihr habt es mit einem etwas in die Jahre gekommenen Spielprinzip zu tun.

Das kann euch immer noch prima unterhalten, aber erwartet hier bitte keine Innovationen. Mein größter Kritikpunkt sind allerdings die elendig langen Ladezeiten zwischen den Missionen oder den einzelnen Welten. Das hätte man doch irgendwie eleganter lösen können.

Fazit

„Destroy All Humans!“ ist ein lustiges Remake eines Klassikers, den ich nie im Original genießen durfte. Das Action-Spektakel macht bei Weitem nicht alles perfekt, ist aber ein idealer Titel, um seine Action-Lust für zwischendurch zu befriedigen. Stellt euch auf rund zwölf Stunden Spaß mit bissigen Seitenhieben gegen die Gesellschaft ein. Es kann so schön sein, so böse zu agieren. Meine Empfehlung hat das Spiel jedenfalls.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC
Website: destroyallhumansgame.com