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Devil May Cry HD Collection

Der Zahn der Zeit macht auch vor Dämonen nicht halt – aber eine kleine Zeitreise schadet ja eigentlich nie.

Schon wieder eine Wiederbelebung dieser alten Klassiker? Ja, diese Kollektion gab es schon im Jahre 2012 für die PS3 und Xbox 360. Jetzt ist das Remaster der Remaster-Version auf dem Markt und liefert eine höhere Bildschirmauflösung und mehr FPS – aber braucht es das überhaupt? Das muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden.

Action vom alten Schlage

Die „Devil May Cry“-Reihe steht für elegante Monsterkampf-Orgien mit Schwert und Knarre. Dante, der coole Held, bedient sich im weiteren Verlauf der Serie immer besserer Fähigkeiten, um die Gegner ins Jenseits zu befördern. An diesem Konzept hat sich bis zum letzten erschienen Teil 5 aus dem Jahr 2013 nichts geändert. Nun also können sich interessierte Spieler den Werdegang von Dante und der Reihe nochmals auf den aktuellen Konsolen anschauen. Grundsätzlich wurden die drei Titel hübsch aufpoliert und kommen in einer netten – aber natürlich nicht mit aktuellen Spielen vergleichbaren – Grafik daher.

Man kann sie aus heutiger Sicht zwar immer noch problemlos spielen, aber besonders bei den Teilen 1 und 2 muss man doch die Retro-Brille aufsetzen und viel Grafikmüll erdulden. Gerade bei den Ingame-Videos: Diese wurden anscheinend eins zu eins übernommen, was auf einem modernen Breitbildfernseher ziemlich merkwürdig aussieht (die Videos sind nämlich im 4:3-Format). Nicht schön anzuschauen, aber, sagen wir, charmant. Bevor es jedoch losgeht, darf man sich zwischen den drei Teilen entscheiden – der Auswahlbildschirm ist zwar nicht sonderlich hübsch, erfüllt aber seinen Zweck. Wer will, kann kurz mal in alle Spiele reinschnuppern und den technischen und spielerischen Wandel über die Zeit bewundern. Eins gleich vorweg: Spiele vor fünfzehn Jahren waren wirklich anders als heutzutage …

Trügerisches Kopfkino

Um genau zu sein: Selbst wenn man die Klassiker noch scheinbar frisch im Gedächtnis hat, ist es schwer nachzuvollziehen, wie sich die Steuerung im Laufe der Jahre verändert hat. Der erste „Devil May Cry“-Teil ist da ein schönes Beispiel: Am auffälligsten ist wohl die feste Position der Kamera – von einer frei drehbaren Ansicht konnte man damals nur träumen. Das mag zwar ebenfalls seinen Charme haben, kann aber im späteren Verlauf wirklich nervig werden. Wer kämpft schon gerne gegen Monster, die er aufgrund der Kameraposition gar nicht sehen kann? Viel zu oft habe ich auf Gegner oder Dinge geballert, die irgendwo hinter einer Wand versteckt waren.

Beim Durchschauen der drei alten Schinken muss ich aber ehrlich gestehen, dass für komplette Neulinge eigentlich nur Teil 3 noch gut zu ertragen ist. Bei den anderen beiden braucht ihr ein gewisses Durchhaltevermögen, um euch hinein zu fühlen – oder betrachtet es als Exkurs in die Vergangenheit der Spielgeschichte. Aber genug von den negativen Aspekten: Spielerisch bieten die Titel Action und Rätsel, die sich durchaus mit aktuellen Titeln messen lassen können. Wer sich einmal auf die veraltete Spielmechanik eingelassen hat, wird seinen Spaß haben – und das über viele Stunden. Alle drei Teile sind nämlich nicht eben mal so schnell durchgespielt: Dafür sind sie ersten zu lang und zweitens auch – gerade für Einsteiger – auf einem knackigen Schwierigkeitsgrad. Früher war eben doch alles anders …

Fazit

Wer die Sammlung noch nicht für die PS3 oder die Xbox 360 hatte, kann diesmal zuschlagen. Allerdings empfehle ich euch schon, dass ihr vor dem Kauf das ein oder andere Video dazu anschaut. Denn wenn ihr mit der Grafik hadert, dann werdet ihr sicherlich nicht glücklich werden. Spielerisch erwartet euch eine echte Herausforderung, wie sie nur aus dem Beginn des 21. Jahrhunderts kommen kann. Geschichtlich ist die Kollektion sicherlich sehr interessant. Nur bezweifele ich, dass jeder hier seinen Spaß haben wird.

Erhältlich für: Xbox One, PS4, PC
Website: capcom-germany.de