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Diablo 4

Willkommen in der Hölle auf Erden: Bereit, das zu ändern?

Die lange Wartezeit ist vorüber und nach der Beta-Phase geht es mit dem actionreichen Höllentrip von Blizzard in die Vollen. Diablo 4 ist da und will das Genre des ARPGs erneut revolutionieren. Ob das gelingt? Schauen wir mal rein.

Change you Style

Gänsehaut pur: Nach einem schaurig schönen Intro ist mir schnell klar, dass Blizzard Entertainment beim vierten Teil der Diablo-Reihe erneut in eine ernstere bzw düsteren Richtung geht. Das alles hier ist erwachsener und bedrückender als im Vorgänger – weg vom bunten Comic-Look, hin zu dunklen Farben und schauriger Atmosphäre. Mir gefällt's auf Anhieb.

Nun habt ihr die Qual der Wahl. Welche Heldenfigur darf's sein? Barbar, Jägerin, Totenbeschwörer, Druide oder Zauberer - jeweils in beiden Geschlechtern. Wie soll man sich nur entscheiden? Denn jeder Charakter bietet euch ein tiefgründiges, einzigartiges Gameplay. Ich greife erneut zur Zauberin (wie schon in der Beta) und beginne mein Abenteuer.

Schöne neue Welt

Mein erster Eindruck: man, sieht das gut aus. Der Schnee, die Reflexionen des Wassers und die vielen Details in der Landschaft zaubern ein fantastisches Bild auf die Mattscheibe. Auch die Charaktermodelle und Gegner hinterlassen einen hervorragenden Eindruck. Übrigens an dieser Stelle zu erwähnen: Bevor ich spielen konnte, flog ich zweimal aus der Warteschlange raus und durfte neustarten - das ist man irgendwie schon gewohnt bei Starts von Blizzard. Dennoch hatte das Team dieses Problem schnell im Griff. Ein gutes Zeichen, wie ich finde.

Höllisch unterhaltsam

Hier brodelt die Unterhaltungsküche: Diablo 4 könnte wieder den Thron der Action-Hack'nSlays erobern. Denn spielerisch fühlt sich das hier sehr motivierend und angenehm frisch an. Auch wenn ihr anfangs vielleicht etwas überwältigt seid von den neuen Möglichkeiten und Spielmechaniken, gefällt mir das neue Level-System. Nach jedem Stufenanstieg dürft ihr einen Punkt auf dem umfangreichen Skill-Tree investieren.

Back to the roots: Ihr seid hier im Gegensatz zu Diablo 3 wieder etwas freier in der Gestaltung. Anfangs wählt ihr einen von vier oder fünf Grundfähigkeiten aus. In meinem Fall eine Elektropeitsche. Habt ihr in die Grundfähigkeiten genügend Punkte investiert, schaltet sich der nächste Ast im Skill-Tree frei. So kommt ihr nach und nach zu immer mehr Fähigkeiten, die ihr nach eurem Gusto erlernen und verbessern könnt.

Wenn euch eine Fähigkeit besonders gut gefällt, dürft ihr sie zudem noch über einen kleinen Ast spezialisieren. Hier steckt jede Menge Potenzial drin. Und keine Sorge: Habt ihr euch mal verlevelt, kann Gold die Sache wieder ausbügeln – jedenfalls bis zu einem bestimmten Punkt. Später wird es etwas teuer, wenn ihr dauernd wechseln wollt. Aber experimentiert ruhig - darin steckt immerhin eine Menge Spaß.

Fast schon ausufernd

Die nächste Besonderheit an Diablo 4: die offene Welt. Vor dem mobilen Ableger Diablo Immortal habe ich mich gefragt, wie das funktionieren soll. Die Antwort hält Diablo Immortal bereits bereit. In Diablo 4 habt ihr eine offene Karte vor euch, die sich nach der Ankunft im ersten Dorf für euch öffnet. Theoretisch könnt ihr schon an sehr viele Stellen laufen. Praktisch hindern euch einige Monster und Quest-Voraussetzungen daran. Aber das werdet ihr selbst schnell feststellen. Mir gefällt das offene System.

Never alone: Dazu gehört übrigens auch, dass ihr die Welt in Diablo 4 nie alleine durchstöbert. Auf der Karte tummeln sich immer auch andere Spieler:innen. Ob ihr nun mit diesen agiert oder nicht, ist euch überlassen. Generell könnt ihr alleine spielen. Für die dicken Weltbosse braucht es aber ein Team, um erfolgreich zu sein. Aus meiner Sicht der richtige Schritt für diese Reihe, auch wenn das mein Einzelspieler-Herz erst einmal verdauen musste. Was ich aber immer noch nicht verdaut habe, ist die Tatsache, dass es keinen Couch-Koop-Modus gibt. Aus meiner Sicht war das eins der besten Features aus dem Vorgänger. Aber meine Hoffnung stirbt noch nicht …

Teilen erhält die Freundschaft

Über gestohlene Beute müsst ihr euch übrigens keine Sorgen machen: In Diablo 4 ist jede Art von Loot personalisiert. Euch kann also niemand was wegschnappen. Das hatte Diablo 3 bereits bestens im Griff. Besonders gut ist das, wenn ihr Dungeons farmen geht, um euren Charakter aufzuleveln.

Um wirklich alle Features zu besprechen, bräuchte ich allerdings noch viel mehr Seiten als bisher. Daher konzentriere ich mich zum Abschluss noch auf ein paar Dinge: Die Story rund um die Dämonenkönigin Lilith ist mal wieder absolut sehenswert. Blizzard versteht sein Handwerk. Auch das Loot-System hat euch schnell im Griff. Ich empfehle euch aber dringend, dass ihr die Finger vom Shop lasst. Spielt euch lieber selbst alles frei und gebt nicht zusätzlich Geld für ein Vollpreisspiel aus. Das mag ich bei keinem Titel. Damit können wir schon zum Abschluss kommen.

Fazit

Größer, besser, düsterer: Diablo 4 kann die Hohen Erwartungen zum größten Teil erfüllen. Die neue, offene Spielwelt samt Online-Zwang ist der richtige Schritt, um das Action-RPG auf die nächste Evolutionsstufe zu hieven - auch wenn man sich erst mal dran gewöhnen muss. Aber am eigentlichen Spielkonzept mit den unterschiedlichen Charakteren und der süchtig machenden Loot-Spirale hat sich im Kern nichts geändert. Diablo 4 macht schlicht und ergreifend Spaß - und genau darauf kommt es an. Meinen Segen (das Wortspiel musste sein) hat dieser höllische Action-Trip allemal. Seid ihr bereit, die Dämonen zu vertreiben?

Erhältlich für: PC, Xbox, PS
Website: diablo4.blizzard.com/de-de