Zwei Tage – so lange dauerte die erste Beta-Phase von Diablo IV. Für mich als Familienvater eigentlich viel zu kurz, um ordentlich reinzuschnuppern. Aber dennoch konnte ich mir einige Stunden freischaufeln für dieses Event. Und ich bin froh, dass ich das gemacht habe. Denn hier hat Blizzard ein höllisch heißes Eisen im Feuer.
Neuer Look
Nach einem schaurig schönen Intro ist mir schnell klar, dass Blizzard Entertainment beim vierten Teil der Diablo-Reihe erneut in eine ernstere bzw düsteren Richtung geht. Das alles hier ist erwachsener als im Vorgänger – weg vom bunten Comic-Look, hin zu dunklen Farben und schauriger Atmosphäre. Mir gefällt's auf Anhieb.
Die Beta war begrenzt auf drei Heldenfiguren: Barbar, Jägerin oder Zauberer - jeweils in beiden Geschlechtern. Den Druiden und den Totenbeschwörer sehen wir zwar bereits am Lagerfeuer, aber noch dürfen wir sie nicht auswählen. Das schürt jedenfalls die Vorfreude. Ich greife zur Zauberin und beginne mein Abenteuer.
Wirklich nur eine Beta?
Mein erster Eindruck: Für eine Beta-Phase sieht das hier verdammt gut aus. Der Schnee, die Reflexionen des Wassers und die vielen Details in der Landschaft zaubern ein fantastisches Bild auf die Mattscheibe. Auch die Charaktermodelle und Gegner hinterlassen einen hervorragenden Eindruck. Übrigens an dieser Stelle zu erwähnen: Bevor ich spielen konnte, musste ich lediglich eine Minute in der Warteschlange aushalten - und das jedes Mal, wenn ich mich einloggte. Ein gutes Zeichen, wie ich finde.
Außerdem bin ich während der gesamten Spielzeit nur ein einziges Mal aus dem Spiel geflogen und war nach zwei Minuten wieder drinnen. Lässt sich verkraften. Ich hoffe mal, dass der offizielle Start von Diablo IV am 6. Juni genauso reibungslos verläuft.
Höllisch gut
Was sich ebenfalls andeutet: Diablo IV könnte wieder den Thron der Action-Hack'nSlays erobern. Denn spielerisch fühlt sich das hier sehr motivierend und angenehm frisch an. Auch wenn in der Beta noch nicht alle Mechaniken einwandfrei funktionierten, gefällt mir das neue Level-System. Nach jedem Stufenanstieg dürft ihr einen Punkt auf dem umfangreichen Skill-Tree investieren.
Ihr seid hier im Gegensatz zu Diablo III wieder etwas freier in der Gestaltung. Anfangs wählt ihr einen von vier oder fünf Grundfähigkeiten aus. In meinem Fall eine Elektropeitsche. Habt ihr in die Grundfähigkeiten genügend Punkte investiert, schaltet sich der nächste Ast im Skill-Tree frei. So kommt ihr nach und nach zu immer mehr Fähigkeiten, die ihr nach eurem Gusto erlernen und verbessern könnt.
Wenn euch eine Fähigkeit besonders gut gefällt, dürft ihr sie zudem noch über einen kleinen Ast spezialisieren. Hier steckt jede Menge Potenzial drin. Und keine Sorge: Habt ihr euch mal verlevelt, kann Gold die Sache wieder ausbügeln – jedenfalls bis zu einem bestimmten Punkt. Experimentiert also ruhig.
Viel zu entdecken
Die nächste Besonderheit an Diablo IV: die offene Welt. Vor dem mobilen Ableger Diablo Immortal habe ich mich gefragt, wie das funktionieren soll. Die Antwort hält Diablo Immortal bereits bereit. In Diablo IV habt ihr eine offene Karte vor euch, die sich nach der Ankunft im ersten Dorf für euch öffnet. Theoretisch könnt ihr schon an sehr viele Stellen laufen. Praktisch hindern euch einige Monster und Quest-Voraussetzungen daran. Wie das später im fertigen Spiel wird, kann ich leider nicht sagen. Aber mir gefällt das offene System.
Dazu gehört übrigens auch, dass ihr die Welt in Diablo IV nie alleine durchstöbert. Auf der Karte tummeln sich immer auch andere Spieler:innen. Ob ihr nun mit diesen agiert oder nicht, ist euch überlassen. Generell könnt ihr alleine spielen. Für die dicken Weltbosse braucht es aber ein Team, um erfolgreich zu sein. Aus meiner Sicht der richtige Schritt für diese Reihe, auch wenn das mein Einzelspieler-Herz erst einmal verdauen musste.
Jedem das Seine
Über gestohlene Beute müsst ihr euch übrigens keine Sorgen machen: In Diablo IV ist jede Art von Loot personalisiert. Euch kann also niemand was wegschnappen. Das hatte Diablo III bereits bestens im Griff. Ich hoffe nur sehr, dass die Konsolen auch wieder einen Couch-Koop-Modus bieten werden, damit ich gemeinsam mit meiner Frau zocken kann.
Fazit
Die Beta-Phase von Diablo IV war aus meiner Sicht ein voller Erfolg. Blizzard Entertainment konnte mir einen Vorgeschmack darauf liefern, welche Höllenfeuer sie im Juni entfesseln werden. Und alles riecht stark nach Hit. Natürlich muss sich dann zeigen, wie das Endgame aussieht, wie die Quests verteilt sind, ob die Story auch hält, was sie verspricht und was mit dem Couch-Koop-Modus passiert. All diese Fragen beantworte ich euch aber sehr bald. Im Juni sehen wir uns in der Hölle.
Erhältlich für: PC, Xbox, PS
Website: diablo4.blizzard.com/de-de