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Die For Valhalla!

Nach dem Tod ist vor dem Tod – oder so ähnlich. Dafür ist das kurze Leben hier umso unterhaltsamer.

Beat’m-Ups gibt es ja inzwischen wie Sand am Meer. Viele davon meist nach dem Schema F. Bei „Die for Valhalla!“ des polnischen Indie-Studios Monster Couch sieht die Sache anders aus: Auf den Screenshots erscheint der Titel zwar wie seine Genre-Vertreter, aber wer den Controller in die Hand nimmt, merkt direkt, dass sich das hier wesentlich lockerer spielt. Zunächst einmal zur Story – ohne zu viel zu verraten: Ihr spielt eine nordische Walküre.

Ja, das hatte ich auch nicht so recht auf dem Schirm beim Betrachten der Screenshots. Diese Göttin jedenfalls will sich rächen: Zu Beginn des Abenteuers müsst ihr euch zwischen Frühling, Sommer, Herbst und Winter entscheiden – was lediglich die Farbe der Göttin bestimmt und eine Art Speicherplatz darstellt. Danach geht es in die Welt der Wikinger.

Einmal kämpfen bitte – im Schnelldurchlauf!

In einem kurzen, unterhaltsamen Tutorial bekommt ihr in Windeseile die wichtigsten Spielmechaniken beigebracht. Die Walküre selbst kann mit ihren Geisterschwertern ordentlich austeilen, hat aber noch bessere Möglichkeiten: Als Geist kann sie in Gegenstände fahren und diese kontrollieren: So schnappt sie als Bärenfalle zu oder begibt sich in ein explosives Fass, mit dem sie die Gegner dezimiert.

Aber es geht natürlich noch besser – immerhin heißt das Spiel ja „Die for Valhalla!“. Die in den Levels verteilten Grabsteine sind die wichtigste Quelle der Macht für die rachsüchtige Göttin: Sobald sie in einen solchen Grabstein fährt, übernimmt sie die Kontrolle über den darin befindlichen Krieger. Zu Beginn hat sie die Wahl zwischen einem Schwertmeister, einem Axtschwinger und einem Bogenschützen, was anhand des Grabsteins schnell ersichtlich ist.

Jeder dieser Charaktere spielt sich angenehm unterschiedlich: Mit Pfeil und Bogen erlegt ihr Gegner logischerweise aus der Ferne, könnt aber auch Fallen legen. Mit dem Schwert teilt ihr heftig aus, könnt aber auch Blocken. Und als Axtkrieger geht es direkt in die Vollen – samt Kopfnuss, die Gegner lähmt. 

Drei sind erst der Anfang

Im weiteren Spielverlauf habt ihr aber nicht nur auf diese drei Charaktere Zugriff: Denn welche gefallenen Krieger euch zur Verfügung stehen, bestimmt der Clan, für den ihr kämpft. Die bereits genannten Kämpfer sind Mitglieder des Eisenclans. Später schaltet ihr weitere Clans frei: Jeder dieser Clans bietet drei unterschiedliche Krieger-Charaktere, die sich später als Grabsteine auf dem Schlachtfeld wiederfinden.

Insgesamt gibt es sieben unterschiedliche Charaktere: Je nachdem, welche Klasse euch am besten gefällt, solltet ihr demnach auch den Clan auswählen, der eure liebsten Kämpfer unter einem Dach vereint. Rein spielerisch geht es schnell zur Sache: Die Levels sind nicht sonderlich lang und verlangen immer noch euch, dass ihr alle Angreifer plättet. Stirbt übrigens ein Kämpfer von euch, ist das nicht weiter schlimm: Denn dann steht die Göttin wieder in ihrer geisterhaften Form da. Wenn sie jedoch fällt, dann heißt es „Game Over“. Allerdings finden sich immer genügend Grabsteine auf dem Schlachtfeld, um schnell dort hinein zu wechseln.

Power me up!

Damit ihr euch im Laufe der unterhaltsamen Kampagne auch stärker fühlt, gibt es natürlich ein Stufensystem: Während der Kämpfe sammelt ihr immer wieder Ruhm, mit dem ihr dann im Level aufsteigen könnt. Anschließend erhaltet ihr eine Art Perk, also eine permanente Verbesserung (ihr dürft aus vier zufällig angebotenen Verbesserungen auswählen) und zusätzlich könnt ihr noch die Runentafel bedienen.

Auf dieser Tafel findet ihr zufällig angeordnet Symbole, die für die verschiedenen Charakterwerte Stärke, Wille, Lebensenergie und Verteidigung stehen. Setzt ihr euren ersten Punkt irgendwo auf der Tafel ab, so müsst ihr die nun folgenden Züge stets mit dem letzten von euch gewählten Feld verbinden – klingt jetzt komplizierter als es ist. Soll nur heißen: Ihr dürft nicht ganz frei wählen, sondern müsst eine Kette bilden. Anschließend erhaltet ihr den Bonus der Felder, über die ihr eure Züge gemacht habt – und werdet damit stärker.

Dicke Dinger

Das Highlight der Kampagne sind sicherlich die Bosskämpfe, die ganz schön fordernd sein können. Bis ihr ein Muster der meist turmhohen Gegner erkannt habt, sind gewiss schon ein paar eurer Krieger nach Valhalla geschickt worden. Der Sieg über einen solchen Koloss fühlt sich daher aber umso süßer an. Grafisch reißt „Die for Valhalla!“ zwar keine Bäume aus, aber der comichafte Stil passt ziemlich gut zum Geschehen. Auch der Humor und die musikalische Untermalung kann als gelungen bezeichnet werden. Ebenfalls hatte ich mit der Steuerung und Tastenbelegung des Controllers nie meine Probleme – passt also alles.

Fazit

Letztlich zieht „Die for Valhalla!“ seinen Reiz aus dem Setting, der frischen Idee mit der Walküre und dem flotten Gameplay: Immer wieder habe ich mich dabei ertappt, wie ich mir dachte „Ein Level geht schnell noch!“ – und das ist ein äußerst gutes Zeichen bei solch einem Spiel. Kurzum: Das Leben und Sterben für Valhalla bringt nicht nur Ruhm und Ehre ein, es macht zusätzlich noch verdammt viel Spaß!

Erhältlich für: Xbox One, PS4, Switch, PC
Website: dieforvalhalla.com