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Dolmen

Grenzerfahrung: Dieser Souls-like-Sci-Fi-Ausflug ist gut gemeint, verbockt es dann aber doch im Abgang.

Als ich Dolmen zum ersten Mal sah, war ich hin und weg: Ein Souls-like im Sci-Fi-Gewand. Ich fühlte mich leicht an Dead Space oder The Surge erinnert. Keines davon sollte es am Ende sein. Denn was die mexikanischen Massive Work Studio hier abliefern, ist nicht ganz das, was ich erwartet habe.

Fieser Vergleich

Nach der ersten Stunde kann ich es mir nicht verkneifen, meinem Kumpel Brandon eine Nachricht zu schreiben: „Dolmen könnte dir gefallen: Es spielt sich wie das inzestuöse Kind von Elex 2 und The Surge.“ Das bringt es auch schon ziemlich gut auf den Punkt, wie ich nach weiteren Stunden feststellen muss. Das mag zwar hart klingen, aber lasst es mich erläutern.

Dolmen entführt euch auf einen fremden Planeten, der von Aliens überrannt wurde. Die Viecher haben dabei alles kurz und klein gehauen. Doch auf dem Planeten gibt es wertvolle Ressourcen, weshalb ihr nun an der Reihe seid. Als einer von vier Start-Charakteren dürft ihr dort für Ordnung sorgen bzw. euch einen Überblick über die Bedrohung verschaffen.

Nichts Neues im Weltraum

Dolmen beginnt dabei wie ein typisches Rogue-like-Spiel: Ihr habt minimale Ausrüstung und bekommt während den ersten Schritten kurz erklärt, wie ihr euch zur Wehr setzt. Dabei solltet ihr nichts Neues erwarten. Sämtliche Moves und Abläufe sind inzwischen Standard. Nur merkt man Dolmen bereits jetzt schon an, dass es hier technisch haken könnte. Schon allein die merkwürdige Bildschirmauflösung bei der Auswahl der Charaktere hat mich stutzen lassen.

Sei's drum! Die ersten Gefechte gegen die Aliens machen jedenfalls Laune. Nur bei den Animationen und dem Anvisieren fühlt sich alles ein wenig hakelig an. Daher mein Vergleich mit Elex 2. Technisch ist Dolmen eben anzumerken, dass sich hier kein riesiges Studio dahinter verbirgt – was aber völlig okay ist. Etwas absurd wird es dann am ersten Speicherpunkt, der einfach mal Leuchtfeuer getauft wurde – kann man machen. Auch wenn das etwas dreist kopiert ist.

Tauschbörse eröffnet

Eine Besonderheit hat Dolmen dennoch zu bieten: Neben den Lebenspunkte und Ausdauer habt ihr auch eine Energieleiste: Mit dieser füllt ihr entweder euer Leben wieder auf oder verwendet sie, um mit euren Knarren zu feuern. In der Theorie klingt das ziemlich gut. In der Praxis verwendet ihr das eher seltener bzw. fast ausschließlich für das Auffüllen der Lebensenergie.

Von der Idee her ist Dolmen damit eigentlich ganz solide: Nichts Herausragendes, sondern lediglich wieder ein weiterer Souls-like-Titel. Doch wenn man etwas länger spielt, tun sich die Baustellen auf. Das Gegnerdesign ist ziemlich öde und die KI nicht immer die hellste. Mal greifen euch die Viecher sehr aggressiv an, nur um bei der nächsten Begegnung still und gelassen ihren Tod hinzunehmen. Auch die vielen, unsichtbaren Kanten, an denen ich immer wieder hängen bleibe, nerven mit der Zeit. Hinzu kommt ein undurchsichtiges Crafting-System, das mich zu keiner Zeit groß motivieren konnte. Daher übrigens der Vergleich mit The Surge – was das Crafting jedoch um einiges besser hinbekommt.

Hin und her, aber meist zu schwer

Dolmen plätschert so vor sich hin und schwankt immer wieder ganz beträchtlich im Schwierigkeitsgrad. Auch die immer wieder auftauchenden Zwischensequenzen wirken dabei ungewollt komisch, weil es die Animationen immer mal wieder zerlegt. Es ist schon tragikomisch, wenn die Technik immer mal wieder versagt. Dabei habe ich noch gar nicht von den Bossen gesprochen: Diese sind interessant designt und im Grunde liefern sie ordentliche Bewegungsmuster ab. Doch auch hier schlägt immer mal wieder der KI-Fehlerteufel zu. Manchmal ist es pures Glück, ob ihr gewinnt oder nicht.

Jede kleine Baustelle, die ich hier genannt habe, ist für sich genommen keine Katastrophe. Nur im Zusammenspiel macht es Dolmen zu einer zähen Erfahrung. Spätestens ab der Hälfte des Abenteuers kommt Langeweile auf, da die Macher nicht mehr genau wissen, wie sie euch weiter motivieren sollen. Ihr allgemeines Rezept: Mehr vom gleichen! Also einfach mehr Gegner der gleichen Sorte auf einmal auf euch hetzen. Wirklich spaßig ist das leider nicht.

Fazit

Dolmen hat einiges an Potenzial. Doch leider scheitert es immer wieder am technischen Grundgerüst, dass sich Dolmen nicht so spielt, wie es die Screenshots suggerieren. Damit versumpft das Souls-like im unteren Mittelfeld der Genre-Liste. Kurz gesagt: Es gibt deutlich bessere Alternativen, wenn ihr euch etwas quälen oder herausfordern wollt.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC
Website: dolmen.primematter.gg/en-us