„Dora: Regenwald in Gefahr“ fühlt sich an wie eine verlängerte Folge der TV-Serie, nur dass man diesmal selbst den Controller in der Hand hat. An dieser Stelle eine kleine Warnung an Erwachsene: Das Spiel richtet sich ausschließlich an junge Zocker:innen und bleibt daher bewusst einfach gehalten - in vielerlei Hinsicht. Das muss ich hier sagen, dass keine falschen Vorstellungen entstehen.
Buntes Durcheinander
Kurz zur Story: Swiper hat mit einer verrückten Maschine den magischen Regenwald durcheinandergebracht, Blätter und Hülsen verstreut und seine eigenen Klone losgelassen – und Dora und Boots müssen alles wieder in Ordnung bringen. Die Geschichte bleibt bewusst simpel und freundlich, damit schon Kindergartenkinder sofort verstehen, worum es geht, ohne Angst oder Druck zu spüren.
Rennen, Springen, Schwingen – aber ohne Frust
Spielerisch ist das Ganze ein bewusst leichtes 2D/2,5D-Plattformabenteuer: Man rennt, springt, schwingt an Lianen, sammelt magische Blätter und Hülsen und löst sehr einfache Umgebungsrätsel.
Die Steuerung ist stark reduziert – im Kern geht es um Laufen, Springen und Interagieren –, dafür aber sauber umgesetzt, sodass Kinder sehr schnell zurechtkommen. Es gibt keine klassischen „Game Over“-Bildschirme; wer eine Passage vermasselt, probiert sie einfach sofort nochmal, was die Frustgefahr deutlich senkt.
Interessant sind kleine Extras wie Geheimwege mit Sammelobjekten und freischaltbaren Fähigkeiten, die dazu einladen, Level später noch einmal zu besuchen – ohne je wirklich anspruchsvoll zu werden.
Figuren, Bilingualität und Minispiele
Fans der Serie freuen sich: Neben Dora und Boots tauchen viele bekannte Freunde auf – Tico, Isa, Benny, das große rote Huhn, Ale und natürlich der Grummel trollen alle mit eigenen Mini-Aufgaben auf. Dazwischen gibt es die typischen „Swiper, nicht klauen!“-Momente, kleine Rätsel, Tanz- und Rhythmus-Einlagen und kurze Dialoge, die spielerisch Deutsch und Englisch mischen.
Das macht das Spiel nicht nur zur TV-Erweiterung, sondern auch zu einem sanften bilingualen Lernspiel, bei dem Kinder nebenbei Begriffe aufschnappen. Ganz ehrlich: Ich dachte zu Beginn, dass hier einige Wörter vergessen wurden zu übersetzen. Dann habe ich in die Serie reingeschaut und bemerkt, dass es pure Absicht ist. Muss man sich dran gewöhnen als Erwachsener.
Bunt, freundlich, übersichtlich
Optisch setzt das Spiel auf knallige Farben, glatte 3D-Figuren und klar lesbare Umgebungen – ganz auf jüngere Augen zugeschnitten. Die fünf Hauptgebiete wie Nutty Forest, Tricky Trappy Forest, Green Hills, Musical Forest und das Land der Alebrijes haben jeweils eigene Themen und kleine Besonderheiten, bleiben aber bewusst übersichtlich. Die Performance auf Konsole und PC wirkt in Tests stabil, Ladezeiten sind kurz, und auch im lokalen Koop-Modus mit zwei Spieler:innen läuft alles flüssig.
Für Kids gemacht – Erwachsene als Co-Piloten
Richtig aufblühen kann „Regenwald in Gefahr“ im Couch-Koop, wenn ein Elternteil oder älteres Geschwisterkind gemeinsam mitspielt. Der zweite Spieler übernimmt dann Boots und hilft aktiv, statt nur zuzuschauen – ideal, wenn Kinder noch unsicher sind oder Unterstützung brauchen.
Wie gesagt: Für erfahrene Gamer:innen bietet das Spiel dagegen kaum Herausforderung. Die Level sind kurz, Fehler werden großzügig verziehen, und mechanische Überraschungen bleiben rar. Es ist mehr ein Familienabenteuer.
Fazit: Perfekter erster Plattformer für Dora-Fans
„Dora: Regenwald in Gefahr“ ist kein anspruchsvoller Jump-’n’-Run-Hit für Core-Gamer, sondern ein sehr bewusst gestalteter Einstiegstitel für Vorschulkinder und frühe Grundschüler:innen. Es kombiniert eine bekannte Marke, sehr einfache, aber saubere Mechaniken, viel positive Bestärkung und eine fröhliche Optik zu einem Paket, das Eltern guten Gewissens weitergeben können – gerne auch zum gemeinsamen Spielen. Wer also ein erstes „richtiges“ Videospiel für Dora-Fans sucht, ist hier genau richtig; wer Tiefgang oder knifflige Plattform-Action erwartet, sollte eher zu anderen Titeln greifen.
Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch
Webseite: de.bandainamcoent.eu/dora-the-explorer/dora-regenwald-gefahr