Selbst ist der Held
Als namenloser "Erbauer", der sein Gedächtnis verloren hat, wacht ihr in einer Höhle auf. Eine göttliche Stimme leitet euch durch die ersten Schritte des Spielchens bis ihr auf eine Stadtruine stoßt. Bis dahin habt ihr schon mal die Grundlagen des Bauens erlernt. Im Grunde läuft die zwar ähnlich wie bei „Minecraft“ ab – Blöcke zerstören, aufsammeln und anschließend zu neuen Objekten zusammenfügen – aber ganz so frei wie bei „Minecraft“ seid ihr dann doch nicht. Beziehungsweise fühlt sich der Bau von neuen Dingen anders an. Ein kleines Beispiel: Wenn ihr ein Areal innerhalb der gekennzeichneten Stadtmauern mit einer zwei-Block-großen Mauer einrahmt, eine Tür einsetzt, eine Strohmatte auf den Boden knallt und noch eine Lichtquelle platziert, erkennt das Spiel dies als eigenständigen Raum an und markiert diesen als solchen. Das bringt Punkte für eure Siedlung und ermöglicht euch neue Optionen. Beim Erstellen von Werkzeug und Ausrüstung sieht es anders aus: Findet euer Held einen neuen Gegenstand, dann fällt ihm meist direkt ein Rezept dazu ein. Manchmal braucht es aber auch einen Auftraggeber, der euch eine Mission erteilt und als Abschlussbonus ein neues Rezept schenkt. So viel zum Bauen. Aber es gibt natürlich noch mehr zu tun.
Mit Schwert und Rüstung gegen den Alltagstrott
In seinem Herzen ist „Dragon Quest Builders“ nämlich ein Rollenspiel: Der Held muss raus in die Welt und dort allerlei – wenn auch recht niedliche – Monster bekämpfen. Anders als bei den anderen „Dragon Quest“-Spielen gibt es aber hierfür keinerlei Erfahrungspunkte. Gegner lassen lediglich neue Materialien fallen, die ihr dann zum Bau von neuen Gegenständen verwenden könnt. Die Progression findet also nicht im Töten von Gegnern statt, sondern im Erfüllen von Missionen, die euch eure Stadtbewohner geben: Dadurch erhaltet ihr beispielsweise Lebenssamen, die eure Lebenspunkte permanent nach oben bringen. Außerdem ermöglicht das Entdecken neuer Materialen auch neue Wege: die Welt, in der ihr wandelt, ist nämlich in kleine Inseln eingeteilt – schwimmen könnt ihr aber leider nicht. Und nein: Ein Boot dürft ihr ebenfalls nicht zusammenbasteln. Der einzige Weg auf eine Insel führt durch ein Portal. Und diese Portale findet ihr nur, wenn ihr die Aufgaben eurer Bewohner meistert. Dabei handelt es sich meist um Sammel- oder Kampf-Aufgaben. Aber glaubt mir: Dieser im Grunde immer gleich ablaufende Prozess der Verbesserung kann ganz schön süchtig machen … Grafisch zeigt sich das Abenteuer von einer richtig putzigen Seite: Der Comic-Look mag vielleicht nicht jedem zusagen – mir gefällt er jedenfalls und bringt dem Spiel dadurch schon ein Alleinstellungsmerkmal. Die Umsetzung von „Dragon Quest Builders“ für die Nintendo Switch halte ich zudem für einen echten Glücksfall: Ursprünglich war der Titel Playstation-exklusiv. Aber auf der Switch fühlt sich das Spiel einfach „natürlich“ an. Das Bauen am großen TV oder unterwegs im Handheld-Modus macht Laune.
Fazit
Am Ende des Tages fühlt sich die Mischung aus „Minecraft“ und „Dragon Quest“ derart gut an, dass ich glaube, dass die beiden Genres schon immer zusammengehört haben. Der Wechsel von Abenteuer zum Bau-Modus geht übergangslos ineinander über und verschafft dem Spiel jede Menge Abwechslung. Die einzelnen Bausteine des spielerischen Konzepts harmonieren perfekt miteinander, so dass ich den Titel jedem empfehlen kann, der auf der eine Seite gerne kreativ zu Werke geht, aber vor einem kleinen Abenteuer nicht zurückschreckt. Nur der Rollenspielanteil könnte meines Erachtens noch etwas vertieft werden – aber diesem Aspekt kann sich ja eine Fortsetzung widmen. Freuen würde es mich zumindest sehr.
Erhältlich für: Switch, PS4, PS3, PS Vita
Website: dragonquest.com/builders/de/index.php