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Dragon Quest Builders 2

Rollenspiel trifft auf Sandkasten – und das zum zweiten Mal. Die Fortsetzung von „Dragon Quest Builders“ ist die perfekte Mischung zweier Welten mit hohem Spaßfaktor.

Als im Jahr 2016 „Dragon Quest Builders“ erschien, kam schnell der Vorwurf, dass sich Entwickler Square Enix lediglich am Bauklötzchen-Spiel „Minecraft“ bedient hätte. Doch bei genauerem Blick auf die Spielmechanik wurde dieser Vorwurf in Windeseile entkräftet.

„Dragon Quest Builders“ ist nämlich eine ganz eigene Mischung aus kreativem Sandkasten und Rollenspiel mit sehr vielen Alleinstellungsmerkmalen. Einige Elemente mag es so vielleicht auch in „Minecraft“ geben, aber der Spielverlauf ist ein ganz anderer. Der jetzt erschienene zweite Teil verfeinert die Zutaten des Erstlings – und lässt Spielerherzen damit höherschlagen.

Alle Mann an Bord!

Experten und Neulinge sind gleichermaßen willkommen: „Dragon Quest Builders 2“ führt Spieler im Verlauf der Kampagne behutsam in die anfangs simple, später doch recht komplexe Spielmechanik ein. Stück für Stück kommen neue Elemente hinzu, die den Spieler aber nie überfordern – fast im Gegenteil: „Dragon Quest Builders 2“ lässt sich jede Menge Zeit, um sämtliche Funktionen zu erklären.

Da können einige Erklärpassagen schon recht textlastig werden. Außerdem bleibt zwischen den Erklärungen immer genug Zeit, um selbst zu experimentieren. Bereits nach den ersten Feldversuchen geht der Häuserbau direkt ins Blut über. Die Geschichte richtet sich eindeutig an ein junges Publikum: Eine böse Macht möchte die Kreativität aus der Welt verbannen.

Nur der Spieler ist der letzte noch übrige Erbauer, der die Welt retten kann. Mit seinen Fähigkeiten kann er Gebäude errichten und neue, nützliche Gegenstände herstellen. Allerdings muss der Erbauer seine Fähigkeiten erst stückchenweise entwickeln, um zum finalen Angriff gegen die böse Macht anzusetzen. Das mag zwar alles sehr klischeehaft klingen, passt aber perfekt in dieses bunte Universum.

Kämpfen, sammeln, Häuschen bauen

Der Spielverlauf selbst sieht dann so aus, dass sich das Bauen und das Kämpfen stetig abwechseln – in einer sehr gut abgestimmten Mischung. Sobald neue Gegenstände oder Behausungen hergestellt wurden, eröffnet sich meist eine Gelegenheit, sich in neue Gebiete vorzuwagen.

In diesen wimmelt es dann vor Monstern, die es zu bekämpfen gilt, die wiederrum neue Materialien abwerfen. Diese ermöglichen nun den Bau neuer Gegenstände, womit sich der Kreis schließt. Eine wirklich motivierende Unterhaltungsspirale dreht sich bei „Dragon Quest Builders 2“ und packt den Spieler gleich von Beginn an.

Damit man auch nie den Faden verliert, werden die Aufgaben anhand von Quests oder Neben-Quest präsentiert, auf denen es neue Baupläne zu ergattern gibt. Simpel, aber äußerst unterhaltsam. Wer den Vorgänger kennt, wird die kleinen, aber feinen Unterschiede im Spielverlauf direkt bemerken und zu schätzen wissen.

Beispielsweise ist es nun möglich, den Luftraum und die Wasserwelt zu erkunden – der nötige Fortschritt und Ausrüstung vorausgesetzt. Auch ein Ritt auf einem gigantischem Steingolem werden Spieler im Verlauf der Kampagne erleben, was der Abwechslung zugutekommt. Aber das vielleicht beste Feature, wenn auch nicht sonderlich weltbewegend, ist die Abnutzung von Waffen und Geräten: diese wurde nämlich ersatzlos gestrichen.

Von nun an nutzen sich Waffen nicht mehr ab, was den Spielfluss deutlich aufwertet. Im Vorgänger konnte die Abnutzung von Gegenständen auf Dauer nervig werden. Ein weiteres Novum ist der lang ersehnte Multiplayer-Modus. Nun ist es endlich möglich gemeinsam zu bauen, was den Spielspaßfaktor noch ein kleines Stückchen in die Höhe hebt.

Lediglich die etwas nagestaubte Optik, die sich kaum vom Vorgänger unterscheidet, könnte man „Dragon Quest Builders 2“ als Negativpunkt ankreiden. Wer damit leben kann, wird bei diesem kreativen Rollenspiel seine helle Freude haben.

Fazit

„Dragon Quest Builders 2“ ist die feine Evolution des Vorgängers: Square Enix hat genau an den richten Schrauben gedreht, um das Spielerlebnis zu verbessern und dadurch einmalig zu machen. Lediglich beim Grafikgerüst haben sich die Japaner vornehm zurückgehalten, was mich persönlich nicht weiter störte.

Dafür kann ich jetzt aber mit einem Kumpel gemeinsam mein Dorf ausbauen und verteidigen – auch wenn dabei schnell mal ein leichtes Chaos entsteht. Kurzum: Wer den ersten Teil mochte, wird „Dragon Quest Builders 2“ lieben.

Erhältlich für: PS4, Switch
Website: dragonquest.square-enix-games.com/builders2