Noch zum Jahresende spendiert uns Square Enix ein neues Dragon Quest Monsters Abenteuer. Im Mittelpunkt steht diesmal der dunkle Prinz. Mal sehen, ob die Reihe nach über einem Vierteljahrhundert noch was Neues bietet oder begeistern kann. Ab geht's!
Böse Schale, nettes Herz
Die Geschichte von Dragon Quest Monsters: Der dunkle Prinz dreht sich um den namensgebenden Adligen. Gemeint ist Psaro, der als Junge in einem kleinen Dorf aufwächst. Seine Mutter ist ein Mensch und sein Vater ein böses Monster. Allein mit seiner Mutter wächst Psaro auf. Nur stirbt seine Mutter eines Tages, was den Jungen zu seinem Vater führt. Anstatt ihn willkommen zu heißen, verflucht er ihn. Ab diesem Moment kann Psaro keinem Monster mehr Schaden zufügen. Das ist ziemlich blöd, wenn man auf Rache aus ist.
Doch nach einer erfolgreichen Flucht landet Psaro in einem kleinen Dörfchen. Dort lernt er neue Freunde kennen und einen Weg, wie er seinen Fluch umgehen kann. Der Schlüssel lautet “Monster zähmen”. Und damit wären wir schon beim Kern von Dragon Quest Monsters: Der dunkle Prinz. Die Story trottet dabei brav nebenher, ohne weiter aufzufallen oder zu überraschen. Sie ist Mittel zum Zweck.
Never change a winning Team!
Wer schon mal Dragon Quest Monsters gespielt hat oder Pokémon kennt, der weiß, wie sich das hier spielt. Schnell bekommt ihr euer erstes Monster, mit dem ihr gegen andere Kreaturen antreten dürft. In rundenbasierten Kämpfen werft ihr euch die Fähigkeiten eurer Monster an den Kopf. Ein Prinzip, das selbst nach Jahren noch prima funktioniert. Nach gewonnenen Kämpfen steigt die Stärke eurer Truppe. Aber ihr könnt andere Monster nicht nur besiegen, sondern auch von euch überzeugen. Und schon greift die Suchtspirale.
Das Anwerben neuer Monster ist dabei immer wieder spannend: Seid ihr stark genug, um zu überzeugen? Habt ihr ein passendes Geschenk dabei? Oder schwächt ihr es genügend? Es gibt mehrere Wege, um neue Monster zu erhalten. Und keine Sorge: es gibt kein Limit an Monstern, die ihr zähmen dürft. Bei über 400 verschiedenen Exemplaren habt ihr also einiges zu tun. Aber immer nur 8 Stück nehmt ihr gleichzeitig mit auf die Reise. Der Rest wartet auf eurer privaten Koppel auf euch.
Stärker und stärker
Insgesamt ist der Spielaufbau sehr linear und gleichbleibend: Ihr durchstreift das Fantasy-Reich Nadiria von Gebiet zu Gebiet. Dort warten nicht nur neue Monster auf euch, sondern auch ein sogenannter Lokalmatador. Dieser ist der Befehlshaber des Gebiets und der Endboss einer jeden Zone. Habt ihr ihn besiegt, geht es weiter ins nächste Gebiet. In den einzelnen Gebieten gibt es aber auch ein paar Geheimnisse zu entdecken. Überall sind Kisten versteckt oder sogar geheime Höhlen, in denen seltene Monster auf euch warten. Ich muss sagen: Das war schon immer äußerst motivierend, auch wenn es nicht wirklich neu ist.
Den meisten Spaß hatte ich jedoch beim Verschmelzen von Monstern. Wenn diese Stufe 10 überschreiten, dürft ihr sie mit anderen Monstern paaren. Daraus können sich spannende Kombinationen bilden. So steigt euer Trupp auch ständig in seiner Stärke, das die Monster in bessere Kategorien aufsteigen. Auch das ist nicht neu, aber immer noch sehr unterhaltsam.
Für mich lieber offline
Wenn ihr wollt, dann könnt ihr eure Monster immer wieder in Arenen testen und Preise gewinnen. Das geht auch online, wobei ich dort weniger Spaß hatte. Irgendwie sind andere immer viel zu stark für meinen Trupp. Leider dürft ihr in Dragon Quest Monsters: Der dunkle Prinz nicht gemeinsam auf die Jagd gehen. Aber vielleicht kommt das ja noch.
Bevor ich zum Abschluss komme, muss ich noch was über die Technik loswerden. Dragon Quest Monsters: Der dunkle Prinz macht deutlich, dass die Switch in die Jahre gekommen ist. Dragon Quest war jetzt noch nie für seine Animationen bekannt, aber hier bekommt ihr höchstens Mittelmaß. Die Figuren, die Umgebung und auch die Animationen sind völlig in Ordnung, mehr aber auch nicht. Hinzu kommt, dass manche Texturen nicht richtig geladen werden und Objekte oder Gegner plötzlich vor einem auftauchen. An einigen Stellen ging sogar die Framerate in die Knie. Alles kein Beinbruch, aber eben nicht mehr sonderlich zeitgemäß.
Fazit Dragon
Quest Monsters: Der dunkle Prinz macht sehr viel richtig, auch wenn das Spiel das Rad nicht neu erfindet. Auf das scheinbar unverwüstliche Konzept aus Monstern zähmen und verschmelzen ist also Verlass. Die Geschichte ist derweil zu vernachlässigen und damit nur Mittel zum Zweck. Wenn ihr mal wieder Lust auf ein digitales Sammelfieber mit kleinen technischen Macken habt, dann könnte der dunkle Prinz genau das Richtige für euch sein.
Erhältlich für: Switch
Website: dragonquest.square-enix-games.com/games/de/dqmonsters