Unterhaltung Games

Dread Nautical

Und täglich grüßt das Nebelhorn.

Die Zen Studios liefern mit „Dread Nautical“ ein Taktik-Rollenspiel im Roguelike-Stil ab – so haben sie es sich auf ihre Fahne geschrieben. Nur leider krankt der Titel etwas an seinen Inhalten – und damit meine ich nicht die Seuche an Bord eines Luxusdampfers.

Ein Hauch Lovecraft

Sonne, Meer und gute Laune: Alles könnte so herrlich sein auf dieser Kreuzfahrt. Doch dann zieht das Böse ein – in Form einer düsteren Wolke und einer mysteriösen Plage, die fast alle Mitfahrer in Monster verwandelt. Ja, wirklich innovativ ist die Story hier nicht gerade. Jedenfalls erwacht ihr plötzlich in einem Raum und wisst nicht so recht, was eigentlich passiert ist.

Das Abenteuer beginnt. Bevor es überhaupt losgeht, habt ihr die Qual der Wahl, was euren Helden angeht. Vier Charaktere stehen zur Auswahl, die sich in ihren Fähigkeiten leicht unterscheiden. Ich nehme mir den recht ausbalancierten Detektiv und starte in den Horror-Trip.

Horror wäre vielleicht ein bisschen übertrieben aufgrund der grafischen Darstellung: Denn was ihr hier vorfindet, ist so im Stile eines N64. Es gehört schon sehr viel Fantasie dazu, um sich hier zu gruseln.

Täglich grüßt das veränderte Murmeltier

Aber im Mittelpunkt steht ja nicht der Grusel, sondern das taktische Roguelike-Element. Denn ihr erwacht in dem besagten Raum und trefft auf einen weiteren Überlebenden. Dieser bittet euch, mal auf dem ersten Deck nach Ressourcen zu schauen – was sich gleichzeitig als kurzes Tutorial entpuppt.

Im Grunde habt ihr es hier mit einem fast schon gewöhnlichen rundenbasierten Taktikspiel zu tun, das in seinen Möglichkeiten sehr übersichtlich geraten ist. Ziel einer jeden Mission ist es, sich bis zur Kapitänskabine vorzukämpfen und dort das Nebelhorn zu läuten. Danach erwacht ihr wieder in dem gleichen Raum und müsst – nun ja – genau wieder das Gleiche machen.

Nur mit dem Unterschied, dass ihr nun stärker geworden seid und ein paar mehr Ressourcen habt. Ach ja: Die Monster werden auch stärker und noch mehr. Und bevor ich es vergesse: Ihr könnt unterwegs auch immer mal wieder andere Überlebende retten. Aber das war’s auch schon.

Routine im Grusel-Meer

Da ich das Genre generell sehr mag, konnte mich „Dread Nautical“ auch einige Zeit ganz gut unterhalten. Nur habe ich eben irgendwann festgestellt, dass es hier eigentlich immer nach dem Schema F weitergeht und kein echter Fortschritt hinzukommt.

Klar, irgendwann bin ich nicht mehr alleine unterwegs, sondern im Team. Oder ich finde neue Waffen. Aber wirklich reißt mich das nicht vom Hocker. Weder die Story noch der Grafikstil tragen zu einer Dauermotivation bei …

Das Sammeln von Ressourcen und das Finden von weiteren Überlebenden wird irgendwann zur Fleißaufgabe. Und das ständige Erwachen samt dem erneuten läuten des Nebelhorns mutet merkwürdig an – auch wenn es dadurch den Roguelike-Charakter unterstreicht. Dennoch hätte ich mir irgendwie mehr Tiefe oder Fortschritt gewünscht. Auf Dauer ist es hier nämlich recht öde.

Fazit

„Dred Nautical“ kann ich Fans des Genres nur bedingt empfehlen. Für ein paar Runden macht es durchaus Laune. Allerdings nutzt sich das Konzept schnell ab. Das Roguelike-Element sorgt für etwas Abwechslung. Nur leider tragen die Grafik und den fehlende Spieltiefe nicht sonderlich zur Langzeitmotivation bei – da wäre wirklich mehr drin gewesen, zumal Potenzial da ist.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC, Switch
Website: dreadnautical.com