Fun Racer gibt es aktuell ziemlich viele - und auch ziemlich gute. Zuletzt konnten mich die Hot Wheels im zweiten Teil überzeugen. Auch der dritte Ausflug der Nickelodeon All-Stars war recht amüsant. Der Racing-Ausflug ins Gigantosaurus- oder auch ins Paw Patrol Universum war hingegen eher lahm. Von einem neuen Mario Kart fehlt bislang jede Spur. Dreamworks All-Star Kart Racing lässt aber Hoffnung aufblühen, dass sich hier ein passender Ersatz findet.
Alter Wein in neuen Schläuchen?
Dieses All-Star im Namen kam mir schon mal verdächtig bekannt vor. Und siehe da: Bamtang Games hatten bereits Nickelodeon All-Stars auf die Piste gebracht. Scheinbar mögen sie dieses Namenselement. Bei den Dreamworks All-Star Kart Racing gehen nun bekannte Helden aus eben jenem Universum an den Start. Könnte lustig werden.
Die Fahrerauswahl zeigt sich vielfältig: 20 Charaktere aus Dreamworks Filmen sind dort zu finden. So haben wir Figuren aus Kung Fu Panda, Shrek, Trolls oder auch Madagaskar und Megamind. Damit gefällt mir schon mal die Auswahl. Was mir leider weniger gefällt - aber das hatte ich bereits erwartet - sind die Sprecher der Figuren. Denn aufgrund des Budgets gibt es hier keine Originalstimmen. Zudem sind diese auch nur in der englischen Tonspur zu genießen – wobei genießen hier das falsche Wort ist. Denn die Sprüche können sehr schnell nerven.
Charaktersache
Aber kommen wir zurück zu den Fahrern. Ähnlich wie bei Mario Kart hat jeder Fahrer seine Stärken und Schwächen: Manche sind schneller, lassen sich aber schwieriger lenken; andere sind gewichtiger und kommen so nicht so leicht von der Strecke ab. Die fünf Grundwerte, die jeder Fahrer hat, lassen sich durch vier Ausrüstungsteile noch etwas tunen. Ein stärkerer Motor macht euch schneller, während dicke Reifen die Bodenhaftung verbessern. All das geschieht aber in einem sehr übersichtlichen Rahmen.
Sobald wir auf der Strecke sind, zeigt sich Dreamworks All-Star Kart Racing von seiner schönen Seite. Die Themen lehnen sich an die Filme an. So rasen wir durch fernöstlich angehauchte Welten, erleben bunte Partys mit den Trolls oder rattern durch die Sümpfe des grünen Ogers. Die Strecken selbst zeigen sich hingegen etwas schüchtern. Fast könnte man das Wort klassisch benutzen. Kein Rennen ist mir durch eine Besonderheit im Gedächtnis geblieben. Alle fühlen sich im Grunde ähnlich an: Ihr fahrt drei Runden und dann ist's gut. Ein bisschen mehr Mut zu Variationen oder ausgefallenen Ideen darf es schon sein heutzutage.
Komm nicht vom Weg ab
Auf den Strecken selbst gibt es hier und da schon ein paar Abkürzungen, die ihr durch das Sammeln einer Harfe freischalten könnt. Aber dank der Gummiband-KI macht das am Ende nicht den großen Unterschied. Viel entscheidender wird es jedoch, wenn ihr euch mit Freund:innen trefft und zockt. Ein paar Runden per Splitscreen zu viert lassen nostalgische Gefühle hochkommen. Hier zeigt Dreamworks All-Star Kart Racing seine Stärke. Es macht schon Spaß sich die Items um die Ohren zu schießen.
Apropos Items: Natürlich dürft ihr Gegenstände während der Rennen aufsammeln und euch so einen Vorteil verschaffen. Bei Dreamworks All-Star Kart Racing waren es mir teilweise zu viele verschiedene Optionen, was ich selten sage. Aber mit der Zeit kommt ihr dahinter, was jedes Item kann. Außerdem gibt es so auch immer wieder Überraschungen während der Rennen.
Fies, aber spannend
Etwas fies empfand ich jedoch das Fahrverhalten während des Driftens. Wobei sich das Driften gut anfühlt. Es ist es eher die Situation, wenn ihr während des Driftens von einem Item erwischt werdet oder auf ein Strecken-Hinderniss stoßt. Dann dreht sich das Kart so unvorhersehbar, dass ich manchmal in die falsche Richtung oder in den Abgrund gerast bin. Aber auch das macht es irgendwie spannender während der Rennen. Kleines Detail an dieser Stelle: Während euch bei Mario Kart Lakitu auf einem Wölkchen aus dem Abgrund hebt, ist es hier der angelnde Junge, den ihr sicher aus den Vorspannen kennt. Sehr nett.
Vom Umfang her zeigt sich Dreamworks All-Star Kart Racing ebenfalls sehr klassisch: Als Solo-Spieler:in dürft ihr Meisterschaften, Zeitfahren, Herausforderungen oder freie Rennen bestreiten. Alles ganz im Mittelmaß, ohne dass es hervorstechen würde. Gleiches gilt auch für die musikalische Untermalung. Das geht eher in die Richtung Fahrstuhlmusik. Schauen wir also nochmal auf das Gesamtpaket.
Fazit
Dreamworks All-Star Kart Racing ist ein nettes, aber nicht herausragendes Kart Racing Spiel. Alles, was ihr hier seht, habt ihr bei anderen Spielen schon Dutzende Male erlebt. In keinem Punkt sticht das Spiel aus der Masse. Das ist etwas schade, da die Helden und Umgebungen wirklich gelungen sind. Man kann dem Spiel keine technischen Schwächen vorwerfen, dafür aber Mangel an Innovation oder kreativen Ideen. So fährt sich Dreamworks All-Star Kart Racing im Mittelfeld des Genres ein, ohne große Spuren zu hinterlassen.
Erhältlich für: PC, Xbox, PS, Switch
Website: store.steampowered.com/app/2224740/DreamWorks_AllStar_Kart_Racing