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DreamWorks Spirit: Luckys großes Abenteuer

Von Pferden und Freundschaft: Eine große Geschichte für die ganz Kleinen.

Für kleine Mädchen steht Mustang Spirit und die junge Reiterin Lucky hoch im Kurs: Das sehen auch Publisher Bandai Namco und Outright Games so. Daher gibt es passend zu den Zeichentrickabenteuern nun auch ein Videospiel, das den Spirit dieser Welt transportieren soll – sorry für das blöde Wortspiel.

Drei Mädels und ein Schatz

Inhaltlich dreht sich Spirit: Luckys großes Abenteuer rund um die namensgebenden Titelfiguren. Lucky will den Schatz ihrer verstorbenen Mutter finden. Dieser muss sich irgendwo in Miradero befinden. Um was es sich dabei handelt und wie Luckys zwei Freundinnen Abigail und Pru ihr dabei helfen können, wird sich noch zeigen. Natürlich darf auch ein böser Schurke nicht fehlen: Pferdedieb Hendricks ist den Mädels und der Schatzkarte auf der Schliche. Genug Stoff für eine unterhaltsame Reise – wären da nicht die technischen Mängel.

Von der Erzählung her geht Spirit schon mal in Ordnung. Die ersten Schritte in der halb offenen Welt bringen dann aber etwas Ernüchterung. Auf den ersten Blick sieht hier zwar alles hübsch aus, aber warum die Ladezeiten dabei so ewig dauern, bleibt ein Rätsel. Wir haben es mit netten, aber keineswegs detaillierten Grafikoberflächen zu tun. Auch während der Ausritte auf Spirits Rücken geht die Grafik-Engine immer mal wieder in die Knie – und das ohne sonderlich viel Action auf dem Bildschirm. Also technisch steht Spirit auf sehr wackeligen Beinen.

Leichter Einstieg

Vom Spielprinzip lässt es der stolze Mustang gemütlich angehen. In teils vertonten Dialogen erfährt man mehr über Luckys Papa und die Bewohner von Miradero. Die Aufgaben, die ihr zu erledigen habt, laufen alle nach dem gleichen Muster ab: Lauft oder reitet einen markierten Pfad entlang, um einen Gegenstand zu sammeln. Diesen Gegenstand bringt ihr dann wieder zurück und schon geht’s weiter in der Story.

Ganz selten müsst ihr auch Wettrennen bestreiten oder hinter dem fiesen Pferdedieb Hendricks schleichen. Ich glaube, dass das für jüngere Spieler gerade noch in Ordnung geht. Hin und wieder trifft Lucky auch auf kleine Passagen, in denen sie vom Rücken ihres Mustangs springen muss, um über Abgründe zu balancieren und kleine Klippen heraufzuklettern. Meist verbirgt sich am Ende solcher Abschnitte ein neues Kleidungsstück, das Lucky dann voller Stolz tragen darf. Spielerisch hat das jedoch keinerlei Einfluss.

Fragwürdiges Design

Etwas merkwürdig sind manche Design-Entscheidungen, die dem Spiel sicherlich gutgetan hätten. Zum einen wäre da die Karte: Man kann sich zwar per Tastendruck immer wieder hin und her teleportieren (samt der entsprechenden Ladezeiten). Allerdings wird nicht markiert, wo man sich gerade befindet oder wo das eigentliche Ziel der aktuellen Mission ist. Das hätte einiges an Zeit gespart.

Als nächstes wären die unsichtbaren Grenzen zu erwähnen: Ich kann nicht zählen, wie oft ich mit Spirit gegen unsichtbare Wände galoppiert bin, die offensichtlich als Levelabgrenzung gedient haben. Hätte man da nicht eine schickere Lösung wählen können?! Dafür passt der Soundtrack aber wunderbar zu dieser bunten Welt. Es hat schon was, wenn man auf Spirits Rücken durch die Welt reitet und der Sound einen weiter anpeitscht. Nur schade, dass Spirit nicht so lange sprinten kann. Mit einer Umarmung hat er aber wieder Ausdauer dafür – auch so eine merkwürdige Design-Entscheidung.

Was man sich hätte sparen können: Spirits verdreckte Hufe. Zunächst einmal erzählt euch das Spiel gar nichts davon. Ihr habt plötzlich immer weniger Maximal-Ausdauer und keine Ahnung, warum dem so ist. Erst nach einer bestimmten Mission erfahrt ihr, dass ihr Spirit immer mal wieder im Stall striegeln solltet, damit er fit bleibt. Eine nette Idee – aber bitte doch gleich von Beginn an richtig kommunizieren!

Fazit

Am Ende bleibt ein Spiel, das hart auf der Grenze zwischen Mädchenträumen und Lizenz-Abfall wandelt. Denn wenn Spirit: Luckys großes Abenteuer einmal läuft, ist es durchaus charmant und weiß seine Fans zu begeistern. Doch die (design-)technischen Mängel haben immer wieder einen bitteren Beigeschmack. Daher sollten junge Pferdefans vielleicht etwas damit warten, bis ein Patch die Ungereimtheiten beseitigt hat oder das Spiel günstiger wird.

Erhältlich für: Xbox, Playstation, Switch, PC
Website: bandainamcoent.eu/spirit/dreamworks-spirit-luckys-grosses-abenteuer