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Drova: Forsaken Kin

Ein pixeliges Gothic für die moderne Zeit.

Entwickelt vom deutschen Indie-Studio Just2D und veröffentlicht von Deck13, ist Drova: Forsaken Kin ein isometrisches Action-RPG, das die Herzen von Gothic-Fans höher schlagen lässt. Aber keine Sorge, auch Neulinge im Genre werden hier ihre Freude finden – sofern sie bereit sind, sich einer herausfordernden Spielwelt zu stellen.

Willkommen in der Pixel-Hölle

Drova wirft euch ohne viel Federlesen in eine raue, mittelalterliche Fantasywelt. Als namenloser Held oder Heldin findet ihr euch plötzlich in einer fremden Dimension wieder, bewaffnet mit nicht viel mehr als einem Stock und dem brennenden Wunsch zu überleben. Jedenfalls hat mich der Start direkt gepackt.

Die Spielwelt ist wunderschön in detaillierter Pixel-Art gestaltet, von nebligen Sümpfen bis hin zu düsteren Wäldern. Doch lasst euch von der niedlichen Optik nicht täuschen – hinter jedem Busch lauert der Tod in Form von bissigen Kreaturen oder ruchlosen Banditen.

Gameplay: Hart, aber herzlich

Das Kampfsystem ist anspruchsvoll und erfordert präzises Timing. Bereits die erste Ratte, der ich begegnet bin, hatte es in sich. Ihr müsst eure Angriffe, Blocks und Ausweichmanöver sorgfältig planen, denn selbst der kleinste Fehler kann fatal sein. Anfangs bekommt ihr wie bei Gothic ein paar Mal volle Pfund aufs Maul.

Die Steuerung fühlt sich dabei aber immer responsiv an, auch wenn die isometrische Perspektive manchmal für Orientierungsschwierigkeiten sorgt. Außerdem müsst ihr euch etwas an das Timing gewöhnen, wenn ihr mit einem Stock ausholt und später immer bessere Waffen bekommt. Dadurch fühlt sich der Fortschritt aber irgendwie authentischer an.

Was Drova besonders macht, ist die Freiheit, die es euch lässt. Es gibt keine Questmarker oder goldene Pfade – ihr müsst selbst herausfinden, wo es langgeht. Das kann anfangs frustrierend sein, sorgt aber für ein unglaublich befriedigendes Gefühl, wenn ihr Fortschritte macht.

Eine Welt voller Möglichkeiten

Die Spielwelt ist erstaunlich dicht gepackt. Überall gibt es etwas zu entdecken, sei es eine versteckte Höhle, ein nützliches Item oder ein NPC mit einer interessanten Aufgabe. Das Crafting-System ist robust und ermutigt zum Experimentieren. Ob ihr Waffen schmiedet, Tränke braut oder leckere Mahlzeiten zubereitet – es gibt immer etwas zu tun.

Die Story lässt euch die Wahl zwischen zwei Fraktionen, was für Wiederspielwert sorgt. Eure Entscheidungen haben tatsächlich Gewicht und beeinflussen den Verlauf der Geschichte. Auch hier sind die Parallelen zu Gothic kaum zu übersehen.

Mit einer Spielzeit von 30 bis 40 Stunden und hohem Wiederspielwert bietet Drova jede Menge Inhalt. Es ist ein Beweis dafür, dass auch kleine Studios große, atmosphärische Welten erschaffen können. Und damit kommen wir zum Abschluss.

Fazit

Drova: Forsaken Kin ist kein Spiel für jedermann. Es ist herausfordernd, manchmal frustrierend, aber immer fesselnd. Die Mischung aus oldschool RPG-Mechaniken und moderner Spielbarkeit funktioniert überraschend gut. Für Fans von Gothic und Co. ist es ein absolutes Muss, aber auch Neulinge im Genre werden hier viel zu entdecken finden – vorausgesetzt, sie haben die Geduld, sich in die komplexe Spielwelt einzuarbeiten. Kurz gesagt: Drova: Forsaken Kin ist wie ein guter Whiskey – es brennt anfangs ein bisschen, aber mit der Zeit entfaltet sich ein komplexes, berauschendes Erlebnis. Prost auf dieses kleine, aber feine RPG-Juwel!

Erhältlich für: Xbox, Switch, PC, PS
Webseite: just2d.com