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Dune: Awakening

Das Leben in der Wüste.

Ihr wolltet schon immer einmal wissen, wie lange ihr auf Arrakis überleben würdet? Dann könnt ihr das mit Dune: Awakening jetzt auch auf der Konsole ausprobieren. Nachdem das Survival-Spiel von Funcom bereits seit einiger Zeit auf dem PC unterwegs ist, dürfen nun auch Spieler auf PlayStation 5 und Xbox Series X|S in den Wüstensand eintauchen.

Dabei bekommen wir allerdings nicht einfach nur die bisherige PC-Version vorgesetzt. Neben zahlreichen Verbesserungen ist auch ein kompletter Einzelspieler-Modus mit dabei. Und ich muss sagen, Dune:Awakening funktioniert erstaunlich gut auf Konsole. Allerdings müssen wir schon ein bisschen Geduld und vor allem eine gewisse Vorliebe für Survival-Spiele mitbringen.

Wo ist eigentlich Paul?

Dune: Awakening erzählt nicht einfach die bekannte Geschichte aus den Büchern oder Filmen nach. Stattdessen landen wir in einer alternativen Zeitlinie, in der Paul Atreides nie geboren wurde. Das verändert natürlich einiges und gibt Funcom gleichzeitig die Möglichkeit, eine eigene Geschichte im bekannten Dune-Universum zu erzählen.

Wir erstellen zunächst unseren eigenen Charakter und landen anschließend auf Arrakis. Viel Zeit zum Eingewöhnen bekommen wir allerdings nicht. Der Wüstenplanet ist schließlich nicht gerade für seine Gastfreundschaft bekannt. Im Verlauf der Geschichte treffen wir auf verschiedene Fraktionen und bekannte Elemente aus dem Dune-Universum. Dabei gefällt mir vor allem, dass das Spiel nicht versucht, einfach nur die Filme oder die Bücher nachzuerzählen.

Wer Dune kennt, entdeckt jede Menge bekannte Dinge. Gleichzeitig funktioniert die Geschichte aber auch dann, wenn wir nicht jedes Buch auswendig kennen. Allerdings bleibt die Handlung gerade zu Beginn etwas hinter dem eigentlichen Survival-Erlebnis zurück. Wir bekommen zwar immer wieder neue Aufgaben und erfahren mehr über die Welt, wirklich gepackt hat mich zunächst aber vor allem Arrakis selbst.

Erst einmal nicht verdursten

Denn bevor wir uns Gedanken über Politik, Häuser oder irgendwelche Intrigen machen können, haben wir ein deutlich größeres Problem: Wir müssen überleben. Wasser spielt dabei natürlich eine wichtige Rolle. Wer einfach gemütlich durch die Wüste spaziert, wird schnell feststellen, dass die Sonne auf Arrakis kein besonders angenehmer Begleiter ist.

Wir suchen deshalb Schatten, sammeln Ressourcen und kümmern uns um unsere Wasserversorgung. Daneben dürfen wir Rohstoffe abbauen, Werkzeuge herstellen und schließlich unsere eigene Basis errichten. Nach und nach bekommen wir bessere Ausrüstung und können immer weiter in die Welt vordringen.

Das ist grundsätzlich nichts Neues. Wer bereits andere Survival-Spiele gespielt hat, kennt viele dieser Mechaniken. Dune: Awakening schafft es aber ziemlich gut, sie mit der Welt von Dune zu verbinden. Wasser ist hier eben nicht nur irgendeine Anzeige, die wir regelmäßig auffüllen müssen, sondern passt perfekt zu Arrakis. Mir persönlich gefällt das ziemlich gut. Gerade zu Beginn haben wir ständig etwas zu tun und freuen uns über jede neue Verbesserung. Allerdings bedeutet das natürlich auch, dass wir viel sammeln müssen. Wer mit Crafting und Ressourcenabbau grundsätzlich nichts anfangen kann, wird deshalb auch mit Dune: Awakening wahrscheinlich nicht glücklich.

Bloß nicht auf den Sand

Irgendwann müssen wir unsere kleine Basis natürlich verlassen und die Welt erkunden. Und hier zeigt Dune: Awakening eine seiner größten Stärken. Denn Arrakis ist riesig. Wir laufen durch gewaltige Wüstengebiete, erkunden alte Anlagen und suchen nach neuen Ressourcen.

Später stehen uns verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um schneller durch die Welt zu kommen. Dabei lauert aber ein ziemlich großes Problem unter unseren Füßen. Die Sandwürmer. Wer sich zu lange auf offenem Sand aufhält, kann schnell feststellen, warum die Bewohner von Arrakis diese Kreaturen lieber nicht verärgern.

Gerade am Anfang sorgen die Würmer für einige spannende Momente. Wenn der Boden plötzlich anfängt zu vibrieren und wir noch einige Meter bis zum nächsten sicheren Felsen zurücklegen müssen, kann es durchaus hektisch werden. Natürlich verliert das Ganze nach vielen Stunden etwas von seinem Schrecken. Die ersten Begegnungen mit einem Sandwurm bleiben aber definitiv im Gedächtnis.

Angriff ist nicht immer die beste Verteidigung

Allerdings müssen wir uns auf Arrakis nicht nur mit der Umgebung herumschlagen. Auch verschiedene Gegner machen uns das Leben schwer. Im Kampf kombiniert Dune: Awakening Nah- und Fernkampf mit verschiedenen Fähigkeiten. Wir können Schusswaffen benutzen, uns im Nahkampf versuchen oder Fähigkeiten einsetzen, die wir im Verlauf des Spiels freischalten.

Die Kämpfe funktionieren grundsätzlich ordentlich. Besonders wenn verschiedene Fähigkeiten und Waffen zusammenspielen, können wir uns ziemlich effektiv durch unsere Gegner kämpfen.

Allerdings sind die Kämpfe für mich nicht unbedingt die größte Stärke des Spiels. Gerade im Nahkampf fehlt manchmal etwas die Wucht und einige Auseinandersetzungen können sich mit der Zeit wiederholen. Wirklich schlecht funktioniert das Ganze nicht, an die Atmosphäre und die Erkundung kommt das Kampfsystem für mich aber nicht heran.

Alleine in der Wüste

Eine der wichtigsten Neuerungen der Konsolenversion ist der vollständige Einzelspieler-Modus. Wir können Dune: Awakening also mittlerweile komplett alleine spielen und müssen uns nicht mit anderen Spielern herumschlagen, wenn wir darauf keine Lust haben.

Zusätzlich lassen sich zahlreiche Gameplay-Einstellungen anpassen. Das verändert das Spielgefühl durchaus. Gerade wer einfach nur Arrakis erkunden, seine Basis bauen und die Geschichte erleben möchte, bekommt damit eine interessante Alternative zum klassischen Multiplayer. Natürlich merkt man Dune: Awakening trotzdem an, dass viele Systeme ursprünglich für eine größere Online-Welt entwickelt wurden. Manche Aufgaben und Abläufe können alleine etwas langwieriger wirken.

Wer dagegen gemeinsam mit anderen Spielern unterwegs ist, kann Ressourcen sammeln, Basen errichten und sich gemeinsam in gefährlichere Gebiete wagen. Gerade hier zeigt sich dann, wie gut die verschiedenen Survival-Systeme ineinandergreifen. Zum Konsolenstart gibt es allerdings noch eine Einschränkung: Vollständiges Crossplay zwischen PlayStation, Xbox und PC ist noch nicht verfügbar und soll erst später folgen.

Sandig, aber schön

Optisch macht Dune: Awakening auch auf der Konsole einiges her. Natürlich besteht ein großer Teil von Arrakis aus Sand. Trotzdem schafft es Funcom, die verschiedenen Gebiete abwechslungsreich genug zu gestalten. Besonders die Größe der Welt kommt gut zur Geltung. Wenn wir auf einer Anhöhe stehen und vor uns nur Dünen, Felsen und Sand bis zum Horizont sehen, vermittelt das ziemlich gut das Gefühl, tatsächlich auf einem riesigen Wüstenplaneten unterwegs zu sein. Dazu kommen Sandstürme, alte Anlagen und natürlich die gewaltigen Sandwürmer. Gerade diese Momente sorgen immer wieder dafür, dass Arrakis beeindruckend aussieht.

Auf PlayStation 5 und Xbox Series X stehen dabei ein Performance- und ein Qualitätsmodus zur Verfügung. Der Performance-Modus zielt auf 60 Bilder pro Sekunde, während der Qualitätsmodus mit 30 Bildern pro Sekunde arbeitet. Beide setzen auf dynamisches beziehungsweise hochskaliertes 4K. Gerade beim Erkunden und in den Kämpfen fühlt sich das Spiel mit der höheren Bildrate des Performance-Modus einfach angenehmer an.

Die Konsolensteuerung funktioniert ebenfalls erstaunlich gut. Funcom hat Benutzeroberfläche und Bedienung entsprechend angepasst, sodass wir uns nach kurzer Eingewöhnung ordentlich durch die zahlreichen Funktionen bewegen können. Ganz perfekt ist die Präsentation allerdings nicht. Manche Animationen wirken etwas steif und gerade bei einem so großen Survival-Spiel lassen sich kleinere technische Probleme nicht vollständig vermeiden. Insgesamt macht die Konsolenversion aber einen guten Eindruck.

Nur noch schnell ein bisschen Spice

Das größte Problem von Dune: Awakening ist gleichzeitig eine seiner größten Stärken. Es gibt eigentlich immer etwas zu tun. Wir brauchen noch Ressourcen für die Basis. Dann könnten wir eigentlich noch unsere Ausrüstung verbessern. Danach schauen wir nur noch schnell bei dieser einen Anlage vorbei. Und wenn wir schon unterwegs sind, können wir schließlich auch noch etwas Spice sammeln. Plötzlich sind wieder zwei Stunden vorbei. Genau davon lebt ein gutes Survival-Spiel und Dune: Awakening bekommt diese Schleife ziemlich gut hin. Allerdings müssen wir uns darauf einlassen.

Das Spiel verlangt Zeit. Wer einfach nur die Geschichte erleben und möglichst schnell von einer Mission zur nächsten laufen möchte, wird sich an einigen Stellen wahrscheinlich über das Sammeln und Craften ärgern. Wer dagegen gerne eine Basis aufbaut, neue Gebiete entdeckt und seinen Charakter Stück für Stück verbessert, kann auf Arrakis ziemlich viel Zeit verbringen.

Fazit

Die Mischung aus Survival, Crafting, Erkundung und der Welt von Dune:Awakening funktioniert erstaunlich gut. Vor allem Arrakis selbst ist für mich der eigentliche Star des Spiels. Wenn wir durch die Wüste ziehen, nach Wasser suchen und plötzlich ein Sandwurm unter uns auftaucht, kommt durchaus Dune-Atmosphäre auf.

Auch die Konsolenumsetzung ist gelungen. Die Steuerung funktioniert nach kurzer Eingewöhnung gut und mit dem neuen Einzelspieler-Modus können wir Arrakis mittlerweile auch komplett alleine erkunden. Das dürfte gerade für Spieler interessant sein, die mit großen Multiplayer-Welten bisher nicht besonders viel anfangen konnten.

Allerdings ist nicht alles Gold, oder besser gesagt Spice, was auf Arrakis glänzt. Die Kämpfe könnten etwas mehr Wucht vertragen, einige Aufgaben wiederholen sich und wer mit Sammeln, Crafting und Basenbau grundsätzlich nichts anfangen kann, wird auch hier nicht plötzlich zum Survival-Fan.

Wer sich darauf einlässt, bekommt aber eine riesige Welt, in der man schnell mehr Zeit verbringen kann als ursprünglich geplant. Dune-Fans sollten deshalb definitiv einmal einen Ausflug nach Arrakis wagen. Nur den Boden solltet ihr dabei besser im Auge behalten.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC 
Webseite: duneawakening.com