Unterhaltung Games

Earthfall

Es ist „Left 4 Dead“ – nur mit Aliens.

Das Entwicklerteam von Holospark mag Koop-Shooter – ganz besonders die „Left 4 Dead“-Reihe hat es den Jungs angetan. Aber der zweite (und somit auch letzte) Teil von „Left 4 Dead“ liegt jetzt schon ein ganzes Weilchen zurück – neun Jahre, um genau zu sein.

Also hat die Truppe von Holospark einfach beschlossen ihr eigenes „Left 4 Dead“ zu machen. Ihr Werk tauften sie „Earthfall“ und anstatt Zombies habt ihr es mit Aliens zu tun. Packt die Knarren ein und macht euch bereit, ums nackte Überleben zu kämpfen.

Keine Zeit für Erklärungen

„Earthfall“ hält sich nicht lange mit einer Story auf oder erläutert die Gründe, warum Aliens unseren Heimatplaneten überrannt haben – ist eben so. Wäre ja nicht das erste Mal, dass Außerirdische die Menschheit an den Rand des Existenz-Abgrundes gebracht hätten.

Jedenfalls wimmelt es überall nur so vor gefährlichen Viechern, die Jagd auf Menschen machen. Mitten in diesem postapokalyptischen Alptraum finden sich die vier Überlebenden Jonas, Danny, Roy und Maya zusammen. Mit dieser Mannschaft dürft ihr euch in den nächsten Stunden durch die Kampagne kämpfen.

Vor dem Beginn einer Mission sucht ihr euch einen der vier Charaktere aus – einen echten Unterschied macht das spielerisch nicht aus. Alle vier können ziemlich genau das gleiche. Daher verlasse ich mich meist auf die Zufallsauswahl.

Anschließend geht es in typischer Ego-Shooter-Manier in den Einsatz. Egal ob ihr alleine spielt oder zusammen mit Freunden – ihr seid immer im Vierertrupp unterwegs. Wenn ihr also lieber alleine spielt, dann übernimmt der PC die restlichen drei Gruppenmitglieder für euch. So habe ich zumindest meine ersten Runden begonnen.

Touristen willkommen!

Der erste Einsatz führt mich in ein kleines Dörfchen, das von den Aleins überrannt wurde. Dort müssen wir ein paar hilfreiche Sachen einsammeln, um weiterzukommen. Im späteren Verlauf der Kampagne landet ihr übrigens an verschiedenen, interessanten Orten: Von düsteren Untergrund-Gewölben über dichte Wälder bis hin zu schneebedeckten Landschaften bekommt ihr jede Menge Abwechslung.

Aber zurück zu meiner Mission. Ohne lange Erklärungen oder Vorgeplänkel starte ich mit meiner Handfeuerwaffe. Ein Zielmarker gibt die grobe Richtung an, wo sich die Beute befindet. Grafisch bin ich schon mal mit an Bord bei „Earthfall“ – auch wenn einige Texturen erst etwas spät laden. Dennoch: Optisch gibt es hier wenig zu meckern.

Als wir dann auf die ersten Aliens treffen, geht die Action los. Von fast überall her erscheinen die teils flinken Viecher. Aber meine KI-Kameraden haben die Situation bestens im Griff und geben mir Rückendeckung. Nach dem Ansturm herrscht kurz Ruhe, die ich nutze, um mir die umliegenden Häuser genauer anzuschauen: Dort haben die Entwickler jede Menge Waffen versteckt, die euch schlagkräftige Argumente gegen die Alien-Bande liefert.

Insgesamt über 20 Schießprügel könnt ihr finden, die alle recht konventionell herüberkommen: Vom Sturmgewehr über eine Sniper-Rifle bis hin zu (meinem heimlichen Favoriten) einem Flammenwerfen habt ihr einiges zu entdecken. Zur Unterstützung gibt es natürlich noch ein paar Granaten auf die Hand.

Alte Bekannte?!

Die Feuergefechte machen jedenfalls ordentlich Laune. Tatsächlich fühlt sich das hier genauso an, wie bei „Left 4 Dead“. Das liegt teilweise natürlich auch an den Gegnern: Ein Snapper beispielsweise hinterlässt eine giftige Wolke nachdem er explodiert ist.

Der Whiplash entführt ein Teammitglied, wenn er nicht rechtzeitig erledigt wird. Und das Biest – nun ja – ist ein richtig dicker Brocken. Kommt euch das irgendwie bekannt vor? Jedenfalls verlief mein Missionsfortschritt recht gut – bis dieser Blackout auftauchte. Ein magischer Alien, der sich teleportiert und aus allen Rohren feuert.

Eine Salve von ihm hat mich dann voll erwischt. Auf Rettung wartend lag ich im Gebüsch und schoss mit meiner Waffe noch ein paar kleinere Aliens über den Haufen. Aber anstatt mir aufzuhelfen, liefen meine KI-Mitglieder blindlings dem Blackout hinterher – und damit in ihr Verderben. Game Over. Neustart.

Hier schlägt das Action-Herz

Als mich ein ähnliches Schicksal in der gleichen Mission satte dreimal hintereinander ereilte, hatte ich keine Lust mehr auf KI-Kameraden. Also animierte ich meine Kumpels und siehe da: „Earthfall“ entfaltet im „echten“ Koop-Modus sein volles Potenzial.

Die Missionen werden urplötzlich wesentlich taktischer und noch spaßiger, wenn ihr euch gezielt absprechen könnt. Nun kann ich auch endlich die Barrikaden, die hier und da in den Levels verteilt sind, sinnvoll einsetzen.

Ebenso gelingt uns ein schnelles Vorstoßen, wenn uns der Schwarm am Hintern hängt. Einfach grandios. Ab sofort pfeife ich auf meine computergesteuerten Helfer und verabrede mich lieber mit meinen Freunden. Ich glaube auch, dass genau das der eigentliche Sinn des Spielchens ist. Wirklich ein actionreicher Spaß!

Fazit

„Earthfall“ ist der lange erwarte Regen, über den sich Fans nach der Dürrezeit seit dem letzten „Left 4 Dead“-Teil, gesehnt haben. Das Werk von Holospark bietet geradlinige, kompromisslose Koop-Ego-Shooter-Action, ohne wenn und aber. Im Mittelpunkt des abwechslungsreichen Shooters steht das gemeinsame Spielen mit Freunden – denn nur dann entfaltet „Earthfall“ sein volles Potenzial und zeigt, wie schön es sich zusammen spielt.

Dass dann auch noch die Spielmechanik mit ihren unterschiedlichen Waffen, den unterhaltsamen Missionen und dem gelungenen Gameplay sattelfest geworden ist, rechne ich dem Team hoch an. Für mich ist „Earthfall“ dadurch ein kleiner Geheimtipp für alle, die auf Koop-Shooter stehen. Jetzt wird es aber Zeit die Menschheit zu retten.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC
Website: earthfall.com