Klare Voraussetzungen
Bevor ihr euch nun in falsche Hoffnungen verstrickt: Edengate: The Edge of Life ist kein Survival-Horror-Spiel – das dachte ich zu Beginn. Vielmehr trifft es der Begriff des Casual Horror Spielchens deutlich besser. Denn die meiste Zeit des kurzen Abenteuers lauft ihr durch die Gegend, erkundet Objekte und setzt gedanklich die Story zusammen. Das ist durchaus unterhaltsam, wenn ihr euch darauf einlasst.
Aus der Third-Person-Perspektive begleitet ihr Mia durch sehr schlauchige Levels, die hier als Kapitel bezeichnet werden. Insgesamt vier Kapitel gibt es, in denen sich die Ereignisse zuspitzen. Lasst euch ruhig zum Erkunden etwas Zeit, damit ihr nichts verpasst. Insgesamt werdet ihr wohl nach zwei Stunden mit allem durch sein – auch wenn ihr etwas erkundet. Das ist aber weiter nicht schlimm und passt für mich.
Neben dem Erkunden und herumlaufen haben die Entwickler:innen auch einige, kleine Rätsel eingebaut, die ich persönlich interessant fand – wenn auch nie sonderlich fordernd. So müsst ihr beispielsweise das Jahr einer Publikation herausfinden oder euch auf der Tabelle der Elemente zwei Zahlen herausfischen. Hier hilft euch Mia mit ihren Gedanken, wenn ihr wirklich nicht auf die Lösung kommt. Die Schiebe-Rätsel, wenn man sie so nennen mag, sind hingegen eher lahm. Hier muss Mia nur ein Objekt finden, das sie beiseiteschieben kann, um weiterzukommen.
Ein paar Schattenseiten
Zur Story selbst will ich kein weiteres Wort verlieren, da es sonst den Spaß verdirbt. Daher noch ein paar Punkte zur Grafik und Technik. Grafisch ist Edengate: The Edge of Life eine Gratwanderung: Teilweise sieht das Spiel richtig gut aus, teilweise etwas gruselig – und das ungewollt. Ein kleines Beispiel: Mias Gesicht sieht auf den ersten Blick unheimlich detailliert aus, wenn man es ganz nah sieht. Sobald die Haare hinzukommen, hat man eine merkwürdige Mischung: Ist das Gesicht selbst auf einem hohen grafischen Niveau, stammen die Haare gefühlt aus der PS1-Ära. Auch der Rest des Körpers wie Schultern und Rumpf sehen irgendwie billig aus. Aber nicht in allen Einstellungen. Auch die Umgebung schwankt zwischen atemberaubend und atemraubend hin und her.
Ein nerviges Detail, was mich schon bei anderen Spielen dieser Art stört: Mia scheint mir nicht sonderlich beweglich zu sein. Sobald nur eine Liege oder ein Eimer im Weg steht, kann sie nicht weiter. Das ist von der Entwicklung zwar gewünscht, aber wirkt immer billig. Außerdem kann sich Mia zwischen zwei Regalen in die eine Richtung durchquetschen, aber nicht mehr zurück. Dadurch habe ich einige Objekte nicht mehr inspizieren können, weil sie hinter mir neben dem Regal lagen – sehr ärgerlich. Aber wie gesagt: Diese Probleme haben auch andere Genre-Vertreter.
Fazit
Ich halte mich diesmal etwas kürzer, weil auch Edengate: The Edge of Life etwas kürzer ist. Habt ihr auf einen kleinen Schocker- oder Mini-Thriller-Happen für zwischendurch Lust? Dann schaut bei Edengate: The Edge of Life vorbei. Es ist fast schon ein gemütlicher Horror, den ihr hier erlebt. Persönlich reihe ich das Spiel als Horror-Walking-Simulator ein. Hier und da lockern die Rätsel das Ganze auf, ansonsten sucht ihr den Weg durch die Levels und lasst euch von der Story berieseln. Nett, aber eben nicht herausragend.
Erhältlich für: PC, Xbox, PS