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Evil Dead: The Game

Hoch die Kettensäge: Mit diesem blutigen Abenteuer werden Fans von Action und Splatter bestens bedient – zumindest für eine Weile.

Seid ihr Fans von Horrorfilmen wie Tanz der Teufel, Armee der Finsternis oder Ash vs Evil Dead? Dann habt ihr den Titel von Saber Interactive sicherlich schon auf dem Schirm: In Evil Dead: The Game verschlägt es euch in die Welt von Ash Williams, dem Haupthelden der Reihe. Wie gut das Ganze als Spiel taugt, schauen wir uns mal genauer an.

Keine Einzelkämpfer erwünscht

Die schlechte Nachricht gleich zu Beginn: Ich persönlich fand es schade, dass Evil Dead: The Game kein Singleplayer-Spiel ist. Es gibt zwar Missionen für Einzelkämpfer, doch die sind lediglich schmückendes Beiwerk. Das dämonische Herz des Spiels schlägt allerdings im Multiplayer-Part. Evil Dead: The Game ist ein asymmetrischer Third-Person-Action-Titel, bei dem vier Spieler gegen einen Dämonen antreten. Das kennt man bereits aus vielen anderen Titeln. Ähnlichkeiten zu Dead by Daylight oder Evolve können hier also auftauchen.

Auf der Seite der Menschen habt ihr die Qual der Wahl, welche Klasse ihr spielen wollt. Saber Interactive bietet euch vier Klassen an, die sich schön voneinander abgrenzen – zumindest theoretisch. Denn in der Praxis spielen sich die vier Klassen doch recht ähnlich. Es gibt Anführer, Krieger, Jäger und Unterstützer. Eine nette Idee: Jede der Klassen hält eine Version von Ash Williams bereit, mit dem ihr spielen könnt. Optisch sind die jeweiligen Versionen an die verschiedenen Filme angelehnt.

Klasse Sache

In der Theorie funktionieren die vier Klassen so: Als Anführer könnt ihr eure Mitspieler:innen stärken oder ihnen die Angst nehmen. Angst ist nämlich ein Faktor, der einen entscheidenden Einfluss auf euch hat. Bekommt eine Figur zu viel Angst, kann sie vom Dämon besessen werden und kämpft dann gegen euch. Als Krieger geht ihr schön auf Tuchfühlung mit den Dämonen im Nahkampf. Jäger hingegen halten sich eher mit Schusswaffen im Hintergrund. Und Unterstützer, nun ja, unterstützen euch, indem sie heilen.

Jede Runde auf den bisher nur zwei Maps beginnt gleich: Ihr startet irgendwo auf der Karte und müsst euch zunächst einmal ein paar Waffen besorgen. Sonst ist es schnell mit euch vorbei. Danach sollt ihr drei Kartenteile finden, die euch den Hinweis zum kandarischen Dolch offenbaren. Mit diesem könnt ihr das Böse bekämpfen, dass das Nekromonikum bewacht. Habt ihr das geschafft, sollt ihr das dämonische Buch noch zwei Minuten vor den bösen Horden beschützen. Wenn ihr das erledigt habt, gewinnt ihr die Runde. Alles muss allerdings innerhalb von 30 Minuten über die Bühne gehen – sonst gewinnt das Dämon.

Dämonischer Spaß

Ihr müsst aber nicht einen Menschen spielen, sondern könnt auch die Rolle eines kandarischen Dämons übernehmen. Dazu dürft ihr aus drei Klassen wählen, was unterschiedliche Schergen mit sich bringt. Zur Auswahl stehen Kriegsherr, Puppenspieler und Nekromant. Anschließend geht es auf die Karte. Dort ist der Ablauf ebenfalls immer gleich: Höllenenergie einsammeln, Monster beschwören und Gegnern Angst einjagen. Die Höllenenergie braucht ihr, um Aktionen auszulösen. Dadurch dürft ihr Fallen aufstellen und eure Schergen herbeibeschwören. Mit genug Skill-Punkten, die ihr während den Runden sammelt, kommen später auch dicke Brocken wie Bosse hinzu, die ihr herbeirufen dürft. Eine sehr spaßige Angelegenheit.

Grafisch macht Evil Dead: The Game eine gute Figur: Ihr werdet ziemlich viel Blut auf der Mattscheibe sehen. Die Auseinandersetzungen mit den Monstern arten immer in einem Gemetzel aus – Splatter-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten. Nur schade, dass ihr meist immer in sehr dunklen Umgebungen unterwegs seid. So kommen die Effekte nicht immer zur Geltung. Außerdem fehlen hier und da Animationen, was ungewollt komisch wirkt.

Leichte Schnitzer

Kommen wir aber zu den Schattenseiten von Evil Dead: The Game. Auf dem Papier klingt das Spiel ziemlich cool – ist es auch zum großen Teil. Nur leider geht nach drei, vier Runden die Luft raus. Es fehlt Evil Dead: The Game an Abwechslung. Ich könnte jetzt keinen ganzen Abend Runde für Runde hier abwickeln. Aber immer mal wieder lasse ich mir das gefallen. Da hilft es auch nicht, dass jeder Charakter einzeln aufgelevelt werden kann. Denn den eigentlichen Spielablauf beeinflusst das eher wenig. Daher sollte sich Saber Interactive bald mal überlegen, was sie noch an Content in den Topf werfen können.

Einzelspieler haben derzeit Zugriff auf fünf Missionen, die wie gesagt eher schmückendes Beiwerk sind. Ebenso sind die beiden Karten zwar sehr nett designt, aber es fehlt an Abwechslung und Leben auf den Karten. Nach ein paar Runden kennt ihr einfach alles. Auch die Abläufe in den Missionen sind immer wieder die gleichen – auch wenn das, wie gesagt, durchaus spaßig ist.

Fazit

Evil Dead: The Game ist ein guter Ableger der Filmvorlagen. Bisher fehlt es dem blutigen Spielchen aber noch an Abwechslung und Inhalten. Derzeit macht das immer wieder für zwei, drei Runden Spaß, aber länger dann eben nicht. Fans der Filmvorlage werden aber viele Anspielungen an die Vorlage erkennen, was immer wieder für ein breites Grinsen sorgt. Vielleicht könnte man sich in Zukunft dem lieben Ash Williams mal als Einzelspieler nähern – Potenzial hätte das jedenfalls aus meiner Sicht.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC
Website: evildeadthegame.com/deu