Wer wollte nicht schon mal als fieser Bösewicht von einer geheimen Insel aus die Weltherrschaft an sich reißen? Spätestens seitdem „Ich, Einfach Unverbesserlich“ in die Kinos kam, wurde dieser Gedanke salonfähig. Viele Spiele haben sich dieser Thematik bereits gewidmet. Ein paar glorreiche Beispiele wären Overlord oder Dungeon Keeper. In letztgenannte Kerbe schlägt auch Rebellions Werk Evil Genius 2: World Domination. Als herrlich überzeichneter Superschurke wollt ihr die Macht übernehmen.
Herrlich böse
Bevor es richtig losgeht, sucht ihr euch den passenden Schurken aus, der euch am ehesten zusagt. Vier Super-Bösewichte stehen zur Auswahl, die allesamt mit speziellen Fähigkeiten aufwarten. Vom kubanischen Diktator über eine technikbegeisterte Retro-Lady bis hin zum klassischen James Bon Schurken ist alles dabei. Spielerisch macht das aber nicht allzu große Unterschiede.
Im Mittelpunkt des Comic-Abenteuers steht der Basisbau. Damit stapft Evil Genius 2: World Domination genau in die Fußstapfen eines Dungeon Keepers oder Dungeons – also eine sarkastische Aufbau-Simulation, bei der man richtig böse sein kann. Also schnell noch den Standort für euren Unterschlupf suchen und los geht's.
Tarngeschäfte
Die Story bezieht sich wie eingangs erwähnt auf euer Bestreben die Weltherrschaft zu übernehmen und die ultimative Zerstörungswaffe zu bauen. Dazu braucht ihr natürlich eine Tarnfirma bzw. Gebäude. Was würde sich da besser eigenen als ein Casino?! Dieses ist eure Tarnung, unter der ihr Stück für Stück euren Bunker ausbaut. Beim Ausbau unterstützen euch jede Menge Schergen, die mich sehr an Minions von ihrer Art her erinnern. Sie bauen, trainieren und unterstützen euch, wo sie nur können. Allein die unzähligen Animationen, die Rebellion hier eingebaut hat, sind schon sehenswert. Ein Wertmutstropfen gibt es jedoch: Während der wenigen Zwischensequenzen wurde kaum Wert auf lippensynchrone Dialoge gelegt. Dabei sind die Textpassagen richtig gut vertont. Hier hätte man sich mehr Mühe geben können.
Ansonsten ist Evil Genius 2: World Domination vom PC super auf die Konsolen übertragen worden – eins-zu-eins, wenn ich das genau beurteilen kann. Lediglich die Steuerung wurde für den Controller angepasst. Diese ist solide umgesetzt, hat aber Luft nach oben. Denn in den vielen Menüs kann es schon recht fummelig mit dem Controller werden, wenn ihr schnell agieren möchtet. Zum Glück beginnt Evil Genius 2: World Domination aber eher gemächlich und führt euch grob in die meisten Mechaniken ein. Denn der Basisbau ist nur eine Seite der Medaille. Es gibt auch noch die Weltkarte.
Die Welt wartet auf euch
Auf der World Map schickt ihr eure Schergen zu verschiedenen Aufträgen, um Gold und Wissen einzusammeln. Wissen kommt in Form von Spezialisten zu euch zurück. Damit bekommt ihr dann noch mehr Möglichkeiten eure Basis zu erweitern. Wirklich spannend ist die Mechanik allerdings nicht und ist zudem durch einige kleine nervige Funktionen nicht sonderlich motivierend. Wenn ihr zu viel Aufsehen erregt, kommen feindliche Agenten in eure Basis.
Am besten fangt ihr diese ein, um ihre Fähigkeiten zu nutzen. Nur leider kam es bei mir immer wieder zu Unfällen dabei, sodass die Agenten das zeitliche segneten, bevor ich eingreifen konnte. Das war etwas schade und ist wohl so gewollt von den Entwicklern. Aber auch hier merkt man, dass die KI hier und da noch Feinschliff vertragen hätte können.
Grafisch ist Evil Genius 2: World Domination eine Wucht. Wie oft bin ich einfach paralysiert vor dem Monitor hängengeblieben und habe mir das bunte Treiben angeschaut. Hier wuselt es extrem viel und es gibt immer was zu entdecken. Außerdem erkenne ich an jeder Ecke lustige Anspielungen auf Agentenfilme – von James Bond bis Austin Powers haben die Entwickler jede Menge Easter Eggs eingebaut. Positiv muss ich auch die kurzen Ladezeiten erwähnen.
Fazit
Cooler Comic-Look, eine schön fiese Mission und haufenweise Schergen, die meine finsteren Pläne unterstützen – Evil Genius 2: World Domination hat mich von Anfang an gefesselt. Nur leider kämpft die saubere Konsolen-Umsetzung mit ein paar Designentscheidungen, die das Spielerlebnis etwas monoton gestalten.
Hinzu kommt ein schwankender Schwierigkeitsgrad, der mich manchmal eiskalt erwischt hat. Davon abgesehen habt ihr hier ein wunderbar sarkastisches Aufbauspeil, bei dem es sich auszahlt böse zu sein. Für den nächsten Teil wünsche ich mir jedoch eine bessere KI und mehr Aufgaben auf der Weltkarte. Bis dahin bastel ich noch an meiner Super-Schurken-Waffe.
Erhältlich für: Xbox, PS, PC
Website: evilgeniusgame.com/de