Unterhaltung Games

Exoprimal

Dinos und Mechs? Eine actionreiche Mischung mit einer ziemlich wirren Story.

Capcom hat mich mal wieder überrascht – zuletzt mit dem fantastischen Ghost Trick oder dem noch besseren Resident Evil 4 Remake. Diesmal lässt der japansiche Publisher die Dinos los. Die Urzeit-Echsen treffen auf kampferprobte Mech-Piloten, die sich mit allem zur Wehr setzen. Wie diese zwei Welten zusammenpassen und sich das Ganze spielt, verrate ich euch jetzt.

Viele Welten prallen aufeinander

Kommen wir vielleicht mal grob zur Story, bevor ich tiefer in die Spielmechanik eintauche. Denn allein anhand der Dinos hatte mich Exoprimal bereits am Haken. Doch wie nun Mechs und Dinos aufeinanderprallen, konnte ich mir schlecht erklären. Die Geschichte ist etwas wirr, wie ihr schnell feststellen werdet. Die Geschichte von Exoprimal spielt sich im Jahr 2043 ab und auch im Jahr 2040. Allein das ist schon verwirrend, aber schnell erklärt.

Auf einer abgelegenen Insel sitzen ein paar Forscher, um mithilfe einer künstlichen Intelligenz Zeitreisen zu erforschen – oder so ähnlich. Jedenfalls ging dabei mächtig was schief und die KI hat sich verselbständigt. Als Folge liegt die Insel in Schutt und Asche. Nur noch die KI namens Leviathan ist noch da und begrüßt all jene, die auf der Insel landen.

Täglich grüßt der T-Rex

Wir zählen zu den "Glücklichen", die mit ihrem Flieger auf der Insel bruchlanden. Als Teil der Spezial-Einheit Hammerheads sollen wir herausfinden, was auf der Insel vor sich geht. Dabei merken wir schnell, dass die KI unsere Kampfanzüge liebt. Um mehr Daten über diese Exosuits zu sammeln, lässt und Leviathan in Kämpfen gegen andere Gegner antreten. Dabei hat die KI ein Faible für Dinos und das Jahr 2040. Da Leviathan die Zeitreisen nun unter Kontrolle hat, schickt er uns ins Jahr 2040 und hetzt uns immer wieder Horden von Dinos auf den Leib. Seid ihr gedanklich noch bei mir? Es wird noch besser.

Wir müssen nicht alleine gegen die Dinos antreten, sondern sind zu fünft als Team im Einsatz. Die anderen vier Mechs hat Leviathan nicht aus anderen Zeitzonen, sondern aus Parallel-Universen eingesammelt. Unsere Aufgabe: Den Vorgaben der KI folgen und überleben. Allerdings sollten wir uns beim Abschließen der Aufgaben nicht zu viel Zeit lassen, da wir gegen ein anderes Fünfer-Team antreten. Diese müssen parallel zu uns die gleichen Aufgaben lösen. Seid ihr immer noch bei mir?

Story in Häppchen

Sobald ihr eine Runde überstanden habt, landet ihr wieder im Jahr 2043 und das Spielchen geht von vorne los. Eure Aufgabe besteht in Exoprimal daraus, mehr über die Geschichte herauszufinden und wie ihr diesen diabolischen Kreislauf durchbrechen könnt. So viel mal zur Story und den groben spielerischen Gegebenheiten. Kommen wir zur eigentlichen Spielmechanik.

Exoprimal ist ein Multiplayer-Third-Person-Action-Spiel, das hohen Wert auf Teamwork legt. Als Truppe sollt ihr Aufgaben lösen, die zu 95 Prozent daraus bestehen, eine vorgegebene Zahl an Dinos schnellst möglich kaltzumachen. Bei den restlichen 5 Prozent beschützt ihr einen Datenwürfel vor Dinos und dem gegnerischen Team. Mehr dazu gleich. Zuerst geh ich noch schnell auf die Klassen ein.

Klasse Sache

In Exoprimal belegt ihr mit eurem Mech eine von drei Klassen: Damage Dealer, Tank oder Support. Ihr solltet immer eine gute Mischung bilden, um möglichst effektiv zu sein. Außerdem bringt jeder der anfangs zwölf Charaktere besondere Fähigkeiten mit aufs Schlachtfeld, was für Abwechslung sorgt. Ihr solltet ausprobieren, ob euch der Nah- oder Fernkampf mehr liegt und ob ihr lieber mobil oder dick gepanzert sein wollt. Grundlegend spielen sich alle Mechs angenehm unterschiedlich.

Eine typische Runde in Exoprimal sieht so aus, dass ihr zunächst vier Phasen an Dino-Kämpfen habt, bevor das Finale beginnt. Dieses Finale bringt euch dann entweder einen Kampf gegen einen besonders schweren Dino-Brocken oder ein Wettlauf gegen das gegnerische Team. Fall letzteres an der Reihe ist, könnt ihr nun direkt gegen eure Kontrahenten Schaden austeilen und müsst einen Datenwürfel beschützen. Eine unterhaltsame Idee mit einem Aber.

Mehr Abwechslung bitte

Denn so kurzweilig die Matches anfangs sind, desto monotoner werden sie nach einer Weile. Die Runden, die nie länger als 15 Minuten dauern, bieten inhaltlich zu wenig Abwechslung. Auch wenn ihr hier und da mal Datenpakete findet, die die Story vorantreiben, ist hier noch etwas wenig Fleisch auf den Knochen. Aber nicht falsch verstehen: die Matches ansich machen richtig Laune und sind imposant präsentiert. Nur eben hätte ich mir mehr Modi oder Aufgaben gewünscht. Kille X Dinos wird trotz der großartigen Animationen irgendwann langweilig.

Wobei wir schon an der Grafik wären: Exoprimal sieht entzückend aus. Besonders die Dinos und die Anzüge sind Capcom hervorragend gelungen. Auch die Inszenierung lässt sich sehen - selbst wenn ich nicht immer verstehe, um was genau es gerade geht. Weniger schön ist der ständige Wechsel der Tonspur von Deutsch auf Englisch. Manche Sequenzen sind voll vertont, andere arbeiten mit Untertiteln. Das nervt etwas mit der Zeit. Kommen wir zum Fazit.

Fazit

Insgesamt macht Exoprimal eine richtig gute Figur: Actionreiche Multiplayer-Schlachten mit Dinos und Mechs - was will man mehr? Die Antwort: Mehr Abwechslung beim Missionsdesign. So schick hier alles inszeniert ist und so schön es sich spielt, ist irgendwann die Luft raus, weil es nichts Neues gibt. Hier sollte Capcom nochmal nachliefern. Bis gönne ich mir hin und wieder eine Runde zwischendurch. Ich würde mich aber dennoch freuen, wenn das Universum rund um Exoprimal noch etwas ausgebaut würde.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC
Website: exoprimal.com/en-asia