Extremely Powerful Capybaras ist einer dieser Indie-Hits, die auf dem Papier völlig absurd klingen, am Bildschirm aber sofort ans Herz gehen. Komm mit auf einen spaßigen Action-Trip.
Wo kommen all die Kugeln her?
Das Spiel ist ein Bullet-Hell-Roguelike, in dem ausgerechnet Capybaras – jene sanften, meist chillend im Wasser dümpelnden Riesen-Nagetiere – als geballte Actionhelden zum Einsatz kommen. Im echten Leben gelten Capybaras – oder auch Wasserschweine genannt – als die wohl niedlichsten und entspanntesten Tiere des Planeten.
In diesem skurril-charmanten Szenario mutieren sie jedoch zu wahren Kampfmaschinen, die sich mit unglaublicher Nonchalance durch zombieverseuchte Arenen und ausufernde Gegnerwellen ballern, als hätten sie nie etwas anderes getan.
Humor trifft Action
Die Wahl ausgerechnet dieser possierlichen Tiere als Hauptcharaktere sorgt für einen köstlichen Kontrast zur klassischen Spielmechanik – statt Muskelpaketen oder Drachen stehen hier flauschige Helden in der Badekappe und mit Blumenkranz parat, und man wünscht sich, Capybaras hätten schon viel früher die Hauptrollen in Videospielen übernommen.
Der Stil ist kinderbuchhaft bunt, die Musik tropisch und heiter, überall quieken, plantschen und wackeln die Kerlchen, bevor sie sich kopfüber ins Chaos stürzen. Das Spielprinzip ist auf schnelle Runs ausgelegt: Man kämpft sich solo oder mit bis zu drei Freunden (lokal oder online) durch drei unterschiedlich anspruchsvolle Arenen, sammelt Capy-Coins, levelt sich hoch und schaltet mit immer verrückteren Waffen und Perks neue Stufen der Capybarafähigkeit frei.
Noch mehr Klasse(n)
Nach einem Start im Hot Spring-Hub wählt jedes Teammitglied aus mehreren Klassen – darunter der melodische Bard, der blumensprühende Druid, der Assassin im Ninja-Stil oder der Speer schwingende Warrior – jede mit eigenem Angriffsstil und individuellen Vorzügen. Im entscheidenden Moment stehen dann Auswahl und Kombination von passiven und aktiven Fähigkeiten im Fokus, und jeder Run entwickelt eine eigene Dynamik durch die dahinterliegenden, zufällig angebotenen Power-ups.
Bis zu fünf aktive und fünf passive Boni können gesammelt und stetig upgegradet werden, was mit jeder neuen Arena neue Explosionen, Projektile und Angriffsmodi eröffnet. Im Coop zeigt das System auch humorige Schattenseiten: Wer zu gierig beim Aufteilen der Upgrades ist, kann Mitspieler kurzerhand ausknocken – Teamkommunikation ist hier dringend angeraten.
Wenn’s schnell gehen muss
Technisch ist Extremely Powerful Capybaras, trotz kleinerer Bugs und einer manchmal knappen Einführung, sehr leicht zugänglich – linker Stick und Dash reichen als zentrale Steuerungselemente aus, der Rest sind Entscheidungen am laufenden Band. Die Level sind kompakt, die Grafik bleibt stets übersichtlich, und im Getümmel verschwimmt die Grenze zwischen purem Bullet-Hell und kuscheligem Partyspiel.
Jedes Upgrade bleibt nach Abschluss eines Runs erhalten, sodass man immer ein Gefühl von Progression hat – und im Hot Spring trifft man zwischen Runs zahllose Capybara-„Dorfbewohner“, die wiederum neue Upgrades, Shops und ihre Dienste anbieten.
Fazit
Was bleibt, ist ein hektisches, spritziges Roguelite mit animalischem Charme, das durch die Capybaras eine herzerwärmende Identität gewinnt. Die Klassen bieten genug Spielraum für Experimente, jede Session fühlt sich ein bisschen anders an, und der Indie-Look sorgt dafür, dass auch bei längerer Spielzeit nie Langeweile aufkommt. Wer ein Action-Feuerwerk, situativen Chaos-Humor und ungewöhnliche tierische Helden sucht und schon mit Vampire Survivors Spaß hatte, findet hier einen neuen Liebling für entspanntes Solo-Spielen oder rasantes Coop-Gerangel. Capybaras, ihr seid nicht nur extrem mächtig, sondern auch endlich die Hauptdarsteller, die euch das Internet schon immer zugeschrieben hat.
Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch
Webseite: store.steampowered.com/app/2089980/Extremely_Powerful_Capybaras