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F1 2020

Gentlemen – Start your Engines! Es wartet ein heißer Renn-Sommer auf euch.

Alle Jahre wieder und nun schon zum elften Mal machen sich die Programmierer von Codemasters auf, um die Königsklasse des Rennsports besser denn je einzufangen. Neben zwei neuen Strecken im Rennkalender (vor Corona) dürfen sich Fans ganz besonders über die Einführung des nagelneuen „Mein-Team“-Modus freuen. Reicht das, um die stets gelungenen Vorgänger zu übertrumpfen? Wir verraten es euch in diesem Test.

Noch nie war die Veröffentlichung eines neuen F1-Ablegers so nah am echten Saisonstart der Königsklasse. Gewöhnlich werden die Motoren Mitte März in Australien gestartet, aber „dank“ der Corona-Pandemie geht die Saison 2020 mit fast vier Monaten Verzögerung in Österreich an den Start – passend zur Veröffentlichung von F1 2020, welches beinahe zeitgleich in den weltweiten Handel kam.

Chef im eigenen Rennstall

Wie bereits erwähnt, ist die große Neuerung dieses Spiels der mit Spannung erwartete „Mein Team“-Modus, in dem ihr nicht bloß in die Rolle des Fahrers schlüpft, sondern auch in die des Team-Chefs. Ihr dürft also euren eigenen Rennstall kreieren und mit diesem als elftes Team um Weltmeisterschaftspunkte und -siege antreten. Klingt vielsprechend, nicht wahr?

Zunächst erstellen wir unseren Fahrer sowie unser Team-Logo. Darüber hinaus dürfen wir natürlich unseren Boliden farblich gestalten, wobei sich die Gestaltungsmöglichkeit hier doch sehr in Grenzen halten. Da aber auch die Vorgänger keinen großen Anpassungsmöglichkeiten angeboten haben, möchte ich mich nicht weiter darüber beschweren. Schließlich geht es mir hier doch primär um die Möglichkeiten, wie ich mein Team außerhalb des Cockpits aufbauen, managen und verbessern kann.

Und genau hier liefert F1 2020 ab: Hat man sich für den Namen und das Logo entschieden, geht es zunächst auf Sponsorensuche. Hier bekommt ihr Angebote von einer Vielzahl fiktiver Sponsoren, aus denen ihr zunächst einen Hauptsponsor aussucht.

Die Angebote umfassen nicht bloß eine Einmalzahlung oder eine jährliche Zahlung – vielmehr spielen Faktoren wie ein Unterzeichnungsbonus, garantierte wöchentliche Zahlungen sowie spezielle Bonuszahlungen bei Erreichen vorgegebener Ziele eine Rolle. Hier könnt ihr direkt strategisch vorgehen – je nach angebotenem Zielbonus macht es Sinn, abzuwägen, ob dies realistisch erscheint und mit welchem Sponsor ihr nicht nur kurzfristig am meisten Geld verdient.

Noch mehr Verbündete

Da euer Team auch nicht als Werksteam antrifft, benötigt ihr natürlich auch einen Motorenpartner. Zur Auswahl stehen die vier originalen Motorenhersteller der Königsklasse – Mercedes, Ferrari, Renault und Honda. Auch bei dieser Wahl gilt es, unter den wichtigen Faktoren wie Performance, Haltbarkeit und Kosten abzuwägen.

Die alles dominierenden Mercedes-Triebwerke bieten beispielsweise eine bessere Performance, aber auch höhere Kosten als Renault oder Honda. Auch hier gilt es also zu entscheiden, von welchem Motorenpartner ihr den größten Nutzen habt. Gerade am Anfang muss nicht unbedingt Mercedes oder Ferrari die beste Wahl sein, denn schließlich liegt es auch in eurer Verantwortung, alle Kosten im Auge zu behalten.

Wenn nämlich irgendwann in der Saison das Geld ausgeht, muss Personal entlassen und wichtige Abteilungen im Team geschlossen werden, was dann natürlich weitreichendere (negative) Folgen für euer Team hat. Last but not least sind für die Gesamtpunkte in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft nicht nur der erste Fahrer verantwortlich, sondern auch der Teamkollege oder die Teamkollegin.

Das erste Auto wird von euch übernommen – und in eurer Doppelfunktion als Team-Chef liegt es auch an euch, das zweite Fahrzeug zu besetzen. Alle offiziellen Fahrer der Formel 1 und Formel 2 sind vertreten, dessen jeweiligen individuellen Stärken in einem bis maximal 99 Punkte fassenden Wertungssystem dargestellt werden - FIFA lässt grüßen.

Ein Blick über den Tellerrand

Allgemein lässt sich natürlich sagen, dass ein stärkerer Fahrer auch höhere Vertragskosten „produziert“ – nicht weiter überraschend liegt hier der Weltmeister Lewis Hamilton mit 94 Punkten an der Spitze. In unserer ersten Saison sind natürlich die jungen Talente aus der Formel 2 für uns interessanter – ich habe mir beispielsweise eine Art deutsche Nationalmannschaft mit den Triebwerken von Mercedes sowie Mick Schumacher als Teamkollegen zusammengestellt.

Haben wir nun alle elementaren Entscheidungen getroffen, ist die Zeit gekommen, für ordentlich Furore auf der Strecke zu sorgen. So ist zumindest mal unser Plan. Also ab geht’s nach Australien – Corona hin oder her, F1 2020 bietet die Möglichkeit, die Saison in der ursprünglich geplanten Reihenfolge durchzuspielen und bringt uns folglich auf alle 22 geplanten Strecken, inklusive der beiden „Neuzugänge in Zandvoort und in Hanoi.

Ein offizielles Rennwochenende beginnt mit drei Trainings-Sessions, bevor es im Qualifying und danach im Rennen ans Eingemachte geht. Viele Spieler, mich eingeschlossen, werden sicher direkt über zum Qualifying gehen und vorher maximal eine oder zwei Runden im freien Training drehen.

Die Motivation für die Training-Sessions wird im Mein-Team-Modus nun insofern aufrechterhalten, in dem wir dafür – ähnlich wie in einem Rollenspiel – Ressourcenpunkte erhalten, die wir wiederum in die Weiterentwicklung unseres Autos investieren können. Hier gibt es wie in den Vorgängerspielen vier unterschiedliche Abteilungen – Chassis, Strapazierfähigkeit, Aerodynamik und Antrieb.

Geld regiert die Welt

Mit dem zusätzlich erhaltenen Geld lassen sich im Laufe der Saison dann diese einzelnen Abteilungen upgraden – ebenso können wir durch unsere Antworten in Interviews oder durch diverse andere Tätigkeiten zwischen den Rennwochenenden die Motivation und die Moral unseres Teams beeinflussen.

Es bleibt auch nicht bloß bei dem bereits erwähnten Hauptsponsor des Teams – es wird nicht lange dauern, bis ihr weitere Angebote von Sponsoren erhaltet, um so weiterhin an neues Geld zu kommen und euer Auto sukzessive weiterzuentwickeln. Stillstand bedeutet schließlich Rückschritt. Und nichts ist hier in Stein gemeißelt – wie auch schon in dem Karrieremodus aus den Vorgängerspielen bekannt, steht das Fahrer-Karussell im Laufe oder zum Ende einer Saison nie wirklich still.

Als Team-Chef beobachtet ihr natürlich die Performance eures zweiten Fahrers und habt auch die Chance, gegebenenfalls Angebote für einen anderen Fahrer abzugeben, der unter Umständen stärker ist und mehr Punkte im Kampf um die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft beizusteuern kann.

Schließlich wollt ihr euch auf Dauer nicht mit hinteren Plätzen zufriedengeben und auch mal die Großen ärgern bzw. schlagen. Ich für mich habe nach dem ersten Saisondrittel mittlerweile mit meinem neuen Team die ersten Podestplätze eingefahren, nachdem mein Fahrzeug zu Beginn nur gut genug für Platzierungen mit Mittelfeld war.

Bewährte Stärken

Wie ihr seht, liegt mein Hauptaugenmerk in meinem Review deutlich auf dem neuen „Mein Team“-Modus, den ich als tolle und abwechslungsreiche Aufgabe ansehe, die für einen langen Dauerspaß sorgen wird. Des Weiteren gibt es auch wieder einen Splitscreen für spannende Duelle zu zweit – besonders cool, wenn wieder ein Kumpel zu Besuch ist und wir um die Wette fahren können.

Auf die weiteren Spielmodi möchte ich nicht weiter groß eingehen – natürlich kann man ein freies Rennen fahren oder die Weltmeisterschaft originalgetreu oder in einer beliebigen Reihenfolge nachstellen. Hier zeigt sich Codemasters von seiner alten Stärke – die Entwickler haben ihre Hausaufgaben gemacht.

Auch an den technischen Gegebenheiten hat sich nichts geändert – grafisch und soundtechnisch gibt es nichts zu meckern und vom Fahrgefühl ist auch alles beim Alten. Codemasters macht das schließlich nicht zum ersten Mal.

Fazit

Die vielen Bereiche der schon sehr guten Spiele der F1-Reihe werden also sinnvoll mit dem neuen Mein-Team-Spielmodus verknüpft, der trotz einiger geringer Anpassungsmöglichkeit zu überzeugen weiß und für einen abwechslungsreichen und langanhaltenden Dauerspaß sorgt. So kann man durchaus behaupten, dass F1 2020 in der Gesamtheit das bisher beste virtuelle F1-Spiel aller Zeiten darstellt.

Technisch ist alles weiterhin beim Alten und gut – ich bin aber dennoch natürlich schon gespannt, welche Verbesserungen mit der nächsten Konsolengeneration 2021 auf uns zukommen. Nicht wirklich überraschend spreche ich hier also eine klare Kaufempfehlung aus.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC
Website: formula1-game.com