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F1 2022

Endlich wieder Sommer und endlich steht wieder ein neues F1-Spiel in den Startlöchern. Diesmal auch mit jeder Menge Neuerungen.

Neue Regeln – neues Spiel, neues Glück

In der Einleitung schrieb ich „jede Menge Neuerungen“ – was kann man großartig von einer Spieleserie erwarten, die seit weit mehr als zehn Jahren alle 12 Monate neu aufgelegt wird und gefühlt nur die jeweils aktuellen Fahrer, Fahrzeuge und Strecken als Änderung bietet? Nun ja, dieses Jahr ist ein Besonderes, denn die FIA (der Formel 1-Weltverband) hat eine Unmenge technischer Änderungen abgesegnet. Dies fällt zuallererst in ihrem Aussehen der Boliden auf, welches sich grundlegend verändert hat.

Ziel dieser Neuerungen ist es nämlich, das Hinterherfahren zu erleichtern und dadurch mehr Action und Spannung durch mehr Überholmanöver zu erzeugen. Und netterweise werden bei solchen „Revolutionen“ auch die Karten innerhalb des Fahrerfelds zumindest etwas neu gemischt, waren die Saisons seit 2014 doch bis auf einige wenige Ausnahmen recht vorhersehbar.

Für die Entwickler von Codemasters bedeutet das also auch, das Fahrverhalten an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Die regelmäßigen Spieler werden das an mehr Grip in den Kurven bemerken, denn vor allem das Handling in schnellen Kurven fühlt sich nun deutlich sicherer an. Der nervige Porpoising-Effekt, bei dem die Autos bei hohen Geschwindigkeiten kurz Anpressdruck verlieren und aus diesem Grund plötzlich anfangen, auf der Vorderachse wie wild zu hüpfen, hat es dagegen nicht ins Spiel geschafft. Wer nur mal sporadisch unterwegs ist, dem wird kaum ein Unterschied auffallen, denn insgesamt fahren sich die Wagen so gut und unproblematisch wie in den vergangenen Jahren.

Zu den Sachen, die man bei einem offiziellen Lizenzspiel erwartet, gehören neben dem aktualisierten Fahrer-Lineup unter anderem die neue Strecke in Miami sowie größere Änderungen an vorhandenen Kursen in Abu Dhabi oder Australien. Dies gilt ebenso für die Sprintrennen, die zwar schon in der 2021er Saison ihr Debüt gaben, aber nun auch den Weg in die virtuelle Welt schaffen. Diese finden als eine Art verkürztes Rennen an einigen ausgewählten Rennwochenenden zwischen Qualifying und Rennen statt, und geben euch eine Chance auf zusätzliche Punkte. In F1 22 können wir diese Sprints auf allen Strecken auswählen. Wer es authentischer mag, der kann die Saison natürlich auch nur mit den vier Sprintrennen in Angriff nehmen.

Ein Tag im Leben eines Formel-1-Fahrers

Ein neuer Spielmodus – und ein Ersatz für den eigentlich ganz unterhaltsamen Storymodus Braking Point aus dem Vorjahr ist F1 Life, in welchem wir unsere Trophäen, Klamotten und Möbel ausstellen dürfen. Das alles schalten wir entweder im Spiel durch bestimmte Leistungen oder im Podium Pass frei inklusive Mikrotransaktionen natürlich mit inbegriffen, bei denen ich mir übrigens ernsthaft Gedanken mache, ob diese in Zukunft nicht Überhand nehmen.

So können wir unser Aussehen mit allerlei Glitzer anpassen oder unser Zuhause verschönern. Gibt das dem Spiel einen spürbaren Mehrwert? Nein, nicht wirklich. Da hätte ich lieber wieder den Storymodus gesehen, aber mit dem kann man sich dann nächstes Jahr wieder brüsten.

Aus Spielersicht ist F1 Life nur eine Ergänzung und wer möchte, kann den Modus schlicht ignorieren. Ohne Braking Point spielt sich F1 22 im Grunde so, wie ihr es erwartet. Ihr habt die Karriere, verwaltet im Modus MyTeam euer Rennstall, fahrt Rennen, entweder einzeln oder als Meisterschaft, oder stürzt euch in den Online-Modus. In der Karriere spielen auch Neuerungen wie zusätzliche Events an einem Wochenende, darunter die Sprintrennen, eine Rolle, ebenso gibt es neue Einstiegspunkte, die effektiv eure verfügbare Leistung und das Budget bestimmen.

Zusätzlich gibt es noch sogenannte Supercars obendrauf, und hier könnt ihr in Straßenrennwagen wie einem Mercedes GTR oder einem Aston Martin Vantage die Umgebung unsicher machen. Ebenfalls eine nette Dreingabe, aber jetzt nichts Weltbewegendes.

Fazit

Codemasters weiß auch in dieser Saison zu überzeugen – die Rennen lassen sich auch für Einsteiger gut spielen, und Simulations-Fans werden an den unzähligen Einstellungsmöglichkeiten ihre wahre Freude haben und können wie immer eine WM originalgetreu nachspielen. Der Gelegenheitszocker ist aber auch trotz der Regeländerungen mit einem älteren F1-Titel weiterhin gut bedient.

Erhältlich für: PS, Xbox, PC
Website: formula1-game.com