Das Wichtigste zuerst: Dieses Spiel enthält keine Lootboxen, Sammelkarten oder Mikrotransaktionen. Auch wenn das nun etwas gemein war, muss sich Publisher EA diesen kleinen Seitenhieb durchaus gefallen lassen. Denn die letzten Titel aus dem Hause EA waren voll mit den eben genannten Dingen. „Fe“ wandelt aber eher auf leisen Pfaden und reiht sich bei den „Originals“ ein.
Mitten rein!
Für Lese- und Erklärungs-Muffel kommt hier die gute Nachricht: In „Fe“ werdet ihr kaum belästigt mit langen Tutorials oder endlosen Dialogen. Nach einem wirklich kurzen Intro geht es direkt ins Spiel hinein – ohne große Erklärungen. Lediglich die Steuerung wird hier und da visuell dargestellt. Das war’s dann aber auch schon. Der Action-Plattformer verlässt sich auf seinen putzigen Hauptdarsteller und dessen Geräusche – und die Magie der Musik. Was ihr nun genau seid, das vermag ich euch auch nach mehreren Stunden mit dem kleinen Kerlchen nicht ganz zu sagen. Es könnte sich um ein niedliches, außerirdisches Tierchen handeln, dessen Vorfahren mal ein Eichhörnchen und einen Fuchs getroffen hatten.
Auf einem fremdartigen Planeten (oder irgendwo in der nordischen Mythologie angesetzt) kann das Männchen sich lediglich mit Geräuschen bemerkbar machen. Diese nutzt es dann, um allerhand Rätsel zu lösen, indem es mit seiner Umwelt kommuniziert. Durch die Stärke des Drückens auf die Schultertaste könnt ihr die Lautstärke eurer Geräusche beeinflussen. Neu angetroffene Lebewesen, die ihr nicht gleich verschrecken wollt, solltet ihr vielleicht zunächst ganz leise ansprechen. Danach helfen euch manche, was ihr für das Weiterkommen unbedingt benötigt. Aber auch Geschick ist gefragt bei einigen Hüpfpassagen, bei denen ihr euch beeilen solltet. Eine gute Mischung aus spielerisch soliden Elementen.
Ein Look, der verzaubert
Grafisch verlässt sich „Fe“ auf eine sehr stilisierte, visuell aber dennoch beeindruckende Welt: Es kommt einem wie ein Traum vor, wenn der kleine Hauptakteur in diesem Universum umherwandelt, seine Umwelt entdeckt und leise Töne von sich gibt. Doch nicht zu lange staunen! Gefahren lauern nämlich überall. Beispielsweise die „Silent Ones“, die nicht sonderlich gut auf euch oder andere Kreaturen zu sprechen sind. Erblicken sie euch, ist die Jagd eröffnet. Mit Geräuschen könnt ihr sie aber kurzzeitig ablenken, was für einige Rätsel genutzt wird. Mehr wird an dieser Stelle aber nicht verraten. Apropos „verraten“: Die Lösungen der meisten Rätsel finden sich geschickt in der Umgebung eingearbeitet.
Wenn ihr also mal nicht weiterkommt, hilft genaues Beobachten des Areals. Als mobiles Navi haben die Entwickler ein Vögelchen eingebaut, das ihr auf Knopfdruck zu euch beordern dürft. Außerdem wird im Verlaufe des Abenteuers euer Repertoire an Fähigkeiten behutsam erweitert, so dass die eigentlich offene Spielwelt immer größer (und auch gefährlicher) wird. Könnt ihr anfangs nur schreien und springen, hebt ihr später sogar ab in die Lüfte oder erklimmt in Windeseile Baumspitzen. Es lohnt sich daher auch in alte Spielgebiete zurückzukehren, weil dort noch einige versteckte Items auf euch warten.
Fazit
Mit „Fe“ ist EA und Entwickler Zoink ein interessanter und äußerst unterhaltsamer Plattformer gelungen, der auf spielerischer und musikalischer Ebene zu überzeugen weiß. Wer sich einmal auf die stilistische Welt des kleinen Hauptakteurs eingelassen hat, wird diese so schnell nicht wieder verlassen können. Wenn EA weitere solche Spieleperlen bei seinen „Originals“ präsentiert, dann kann ich es kaum erwarten, diese zu sehen. Bislang sind die Experimente wie „Unravel“ oder eben „Fe“ voll und ganz aufgegangen.
Erhältlich für: Xbox One, PS 4, PC, Switch
Website: ea.com/games/fe