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FIFA 22

Die neue Saison ist eröffnet: Was erwartet uns diesmal auf dem Fußball-Thron?

Pünktlich zum Herbstbeginn und zum Einzug der Adventskalender in den Supermärkten steht auch der neueste Ableger der FIFA-Reihe in den Verkaufsregalen. Glänzt der aktuelle Teil von EAs nun mit besserer Grafik und neuen Features oder ist es doch bloß ein Update mit aktualisierten Mannschaften und Trikots?

Vorteil: Next-Gen

Der in der Einleitung erwähnte Punkt mit der besseren Grafik ist in diesem Jahr im Hinblick auf die neueste Konsolengeneration natürlich besonders relevant. Ja, FIFA 21 gab es auch schon als Version für die PS5 bzw. Xbox Series X, aber letzte Saison steckte das ganze ja noch in den Kinderschuhen. Und ja, nicht weiter überraschend sieht das Spiel in der getesteten Version auf der Xbox Series X fantastisch aus, denn die groß angekündigte HyperMotion-Technologie, die die Spieler authentischer darstellt, fällt direkt ins Auge.

Vor allem die Animationen und Gesichtsausdrücke unterscheiden sich bemerkbar voneinander –die Dribbelkünste beispielsweise eines Cristiano Ronaldo sind sofort wiederzuerkennen. EA verspricht uns durch die Technik mehr als 4.000 neue Animationen. Allgemein schauen die Bewegungen der Spieler einfach durch die Bank realistischer und lebendiger aus. Auch bewegen sich die Mannschaften in ihrer Gesamtheit geschmeidiger, und Mitspieler, die frei anspielbar sind, gestikulieren lautstark und machen sich bemerkbar.

Es gibt jedoch ein „Aber“ – diese Verbesserung bleibt den Zockern der neuesten Konsolengeneration vorbehalten. Was alle Versionen gemeinsam haben ist eine wohltuende Entschleunigung des Spielgeschehens. Der Spielaufbau steht deutlicher im Vordergrund als bisher, und auch die KI ist spürbar schlauer geworden. EA preist sich damit, dass die KI mit jedem Spiel dazulernt und sich eurer Spielweise anpasst. Machine Learning, wie es in der Branche heißt.

Einfache Tore nach Schema F könnt ihr zwar weiterhin in den einfachen Schwierigkeitsgraden erzielen, ab der mittleren Schwierigkeit müsst ihr euch aber schon etwas Besseres einfallen lassen. Das liegt auch daran, dass die Torhüter an Stärke gewonnen haben und auch ein mittelmäßiger Schlussmann zu Paraden eines Manuel Neuer fähig ist. Allgemein ist zu verzeichnen, dass das Spielgeschehen also etwas langsamer geworden ist als in den Vorjahren.

Stichwort Simulation – die Defensivkünstler unter euch werden sich auch eine weitere Veränderung bemerken, denn das Defensivverhalten ist deutlich umfangreicher geworden. Via Analogstick könnt ihr vier Kicker anwählen, die ihr dann gezielt steuern könnt und so dem Gegner das Durchkommen noch weiter zu erschweren. Hier habe ich einige Eingewöhnung benötigt und habe am Anfang öfter einen falschen Spieler ausgewählt, der dann ziellos über das Feld gerannt ist. Wenn man den Dreh aber mal raus hat, ist es definitiv eine sinnvolle Neuerung.

Vom Dorfclub bis hoch an die Weltspitze

Doch welche weiteren Neuerungen hat FIFA 22 zu bieten? Nun, es ist keine Neuerung im ganz klassischen Sinne, aber der Create-a-team-Spielmodus feiert nach jahrelanger Abstinenz seine Rückkehr. Hier könnt ihr nun euren eigenen Club erstellen, inklusive Logo, Stadion oder auch euren Erzrivalen. Sogar die Tornetze können farblich an euren Vereinsfarben angepasst werden.

Dann könnt ihr euch im Karrieremodus mit eurem Dorfverein von der untersten Liga bis zur Meisterschaft hochkämpfen. Auch die Spielerkarriere gibt es wieder – auch hier könnt ihr quasi von Beginn an starten, das heißt als junger Ersatzspieler, der von seinem Coach unterschiedliche Challenges aufgetragen bekommt, deren erfolgreiche Bewältigung dann zu höheren Chancen auf einen Platz in der Stammelf führen. Klar ist FIFA 22 kein reines Managerspiel, und das soll es auch nicht sein, aber als Spielmodus ist es schon eine willkommene Abwechslung.

Ungeschlagener Sieger

Das Herzstück ist aber, nicht weiter überraschend, das Ultimate Team. Die Division Rivals wurden etwas aufgepeppt, denn dieses gibt es nun auch als Saison, in der man sich mit Siegen auf höhere Stufen und Divisionen qualifiziert. Die regelmäßigen Zocker und Experten werden sich über die FUT Heroes freuen, quasi legendäre ehemalige Spieler wie Mario Gomez, Jürgen Kohler oder Ole Gunnar Solskjaer.

Zu guter Letzt könnt ihr euch im Volta-Spielmodus dem Straßenfußball widmen, der sich von der Spielweise gänzlich von den anderen Modi unterscheidet. Dies hat vor einigen Jahren den Einzug in die FIFA-Welt gefunden und ihr könnt weiterhin euren eigens erstellten Spieler durch eine Story führen und auf einem kleineren Feld gegen drei bis fünf Spieler antreten. Eine schöne Abwechslung bieten verschiedene Partyspiele wie zum Beispiel Fußballtennis oder Dodgeball.

Fazit

Ein einheitliches Fazit für ein Spiel zu geben, das auf so ziemlich allen Plattformen erscheint, ist gar nicht so einfach. Was die Lizenzen und den Umfang betrifft, ist EAs Simulation weiterhin über jeden Zweifel erhaben. Besitzer der Xbox Series X/S und der PS5 kommen in den Genuss von HyperMotion, Machine Learning und einer besseren Grafik, und erleben mit FIFA 22 dann das womöglich beste Fußballspiel. Für Besitzer der alten Konsolengeneration ist es aber im Groß und Ganzen kaum mehr als ein jährliches Transfer-Update. Ein weiterer Grund, der für die neue Konsolengeneration spricht.

Erhältlich für: Xbox, PlayStation, Switch, PC
Website: ea.com/de-de/games/fifa/fifa-22