Für mich stellt sich bei Final Fantasy VII Rebirth die große Frage: Wie schafft es ein Spiel, nach dem starken Remake noch einmal so viel größer, freier und emotionaler zu wirken? Die Antwort ist ziemlich einfach: Es nimmt sich Zeit, traut seiner Welt viel zu und erzählt Cloud und seine Gruppe mit enorm viel Herz weiter.
Ein Aufbruch mit Gewicht
Rebirth fühlt sich von Anfang an wie ein echter Aufbruch an. Nach Midgar öffnet sich die Welt, und plötzlich steht da nicht mehr nur ein linearer Ritt durch enge Gänge, sondern eine Reise quer über einen ganzen Planeten. Das gibt dem Spiel sofort ein anderes Tempo und einen anderen Atem.
Ich mag besonders, dass das Abenteuer nicht bloß breiter, sondern auch menschlicher wirkt. Cloud, Tifa, Barret, Aerith und die anderen bekommen mehr Raum, mehr kleine Momente und mehr Reibung. Dadurch ist das hier nicht nur ein RPG mit großem Budget, sondern auch eine Geschichte über Beziehungen, Verlust und seltsame Hoffnung.
Mehr Welt, mehr Spiel
Spielerisch legt Rebirth spürbar zu. Die Kämpfe sind dynamisch, die Party fühlt sich lebendiger an, und das Zusammenspiel aus Echtzeit-Action und taktischen Befehlen bleibt einer der großen Reize. Ich finde, das System ist genau richtig ausbalanciert: zugänglich, aber nie belanglos. Man muss sich aber etwas daran gewöhnen.
Hinzu kommt die offene Welt. Ich fand, dass sie immer Lust auf Entdeckung machte. Ihr findet dort Nebenaufgaben, Kämpfe, Sammelkram und kleine Mechaniken, die das Erkunden immer wieder anschieben. Nicht jeder Marker ist Pflicht, aber die Welt ist groß genug, um euch wirklich unterwegs zu halten.
Tolle Figuren, kleiner Ballast
Am stärksten ist Rebirth immer dann, wenn es Figuren atmen lässt. Die Dialoge sitzen oft sehr gut, und das Spiel gönnt seinen Charakteren genug Raum, damit ihre Konflikte nicht einfach nur Handlungspunkte bleiben. Das ist wichtig, weil genau daraus der emotionale Kern von Final Fantasy VII lebt.
Nicht alles ist allerdings gleich stark. Manche Open-World-Aufgaben wirken ein bisschen zu routiniert. Auch das Aufblähen von Inhalten ist an ein paar Stellen spürbar. Das Spiel ist groß, manchmal fast zu groß, und nicht jede Aktivität hält mit dem Anspruch der Hauptstory mit.
Ein paar Kanten, viel Herz
Ich finde aber, dass man Rebirth seine kleinen Ecken und Kanten gern verzeiht. Es will sehr viel: große Emotionen, große Welt, große Kämpfe, große Momente. Und erstaunlich oft gelingt ihm genau das. Wenn das Spiel zündet, dann richtig.
Auch optisch und musikalisch ist das ein Fest. Final Fantasy VII Rebirth hat diese Mischung aus Bombast und Melancholie, die man kaum sauber trennen kann. Genau deshalb bleibt es hängen. Es ist kein kühles Technikprodukt, sondern ein großes, sehr bewusst inszeniertes Rollenspielerlebnis.
Fazit
Final Fantasy VII Rebirth ist für mich ein riesiges, emotionales und oft beeindruckendes RPG, das die zweite Etappe der Remake-Trilogie mit viel Stil und sehr viel Gefühl trägt. Es ist größer als sein Vorgänger, spielerisch oft beweglicher und in seinen besten Momenten schlicht grandios.
Nicht jede Nebenaufgabe ist ein Treffer, und nicht jede offene Welt-Idee sitzt perfekt. Aber das Gesamtpaket ist so stark, dass diese Schwächen kaum ins Gewicht fallen. Für mich ist Rebirth ein Spiel, das man nicht nur spielt, sondern eine Weile mit sich herumträgt.
Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch
Webseite: square-enix.com/ffvii/de/games/rebirth