Mitten rein: „Final Fantasy XV“ entführt den Spieler in ein eher ungewohntes Setting. Es gilt nicht, eine klassische, bunte Fantasy-Welt zu retten. Von „klassisch“ ist hier nämlich keine Spur: Die Welt rund um das Königreich Lucis erscheint modern mit Elementen wie Autos, Handys und Gemischtwarenläden. Sie ist jedoch gespickt mit Fantasy-Elementen, die auch gestandenen Fans der Serie das ein oder andere Mal ein Schmunzeln entlocken. Bekannte Esper treten auf den Plan, Behemoths ziehen ihre Kreise, es werden Jagdaufträge vergeben, und das ein oder andere Schwert trägt einen ruhmreichen Namen. Überhaupt haben es die Macher geschafft, eine stimmige Symbiose aus Moderne und bekannter (Final) Fantasy zu kreieren. Der Spieler durchlebt die Geschichte als Noctis, Kronprinz des erwähnten Königreichs Lucis, der allen politischen Irrungen und Wirrungen zum Trotz nach Frieden und dem letzten Kristall der Welt strebt. Das tut er nicht allein, sondern in Begleitung dreier Mitstreiter, die allesamt über unterschiedliche Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten verfügen. Diese werden in Form von Fertigkeitsbäumen entwickelt, in die Fertigkeitspunkte investiert werden. Zu gewinnen gibt es diese Punkte neben den gewohnten Erfahrungspunkten nicht nur in Kämpfen, sondern auch durch das Erfüllen von Missionen oder auch durch „richtige“ Antworten in den zahlreichen Dialogen – eine nette Sache. Aber es wird noch interessanter …
Gefechte aus zwei Welten
Das Kampfsystem wurde nämlich grundlegend überarbeitet: Weg von den statischen, rundenbasierten Kämpfen und hin zu flüssigen, immer noch taktischen Gefechten. Der fließende Übergang in diese Auseinandersetzungen bringt frischen Wind ins Genre und macht ordentlich Laune – auch wenn es etwas an Eingewöhnungszeit benötigt. Coole Neuerung: Die Möglichkeit zu „Warpen“. Durch den Verbrauch von sich mit der Zeit regenerierenden Magiepunkten teleportiert sich Noctis an seine Gegner heran, aber auch taktisch von ihnen weg, hin zu besonderen Positionen, um von dort Überraschungsmomente zu starten. Die Gefährten von Noctis agieren weitgehend autonom, können jedoch durch den Einsatz einzelner Kommandos auch Spezialfertigkeiten einsetzen und gemeinsam attackieren. Neben körperlichen Fähigkeiten setzen Noctis & Co. auch Magie ein, die sie vorher an Magiequellen gesammelt haben. Wer hier sofort an die Drawpunkte aus „Final Fantasy VIII“ denkt, der liegt gar nicht so falsch. Neben der Hauptgeschichte, die mindestens 30 Stunden in Anspruch nimmt, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Zeit in Noctis‘ Welt zu verbringen. Angefangen von Chocoborennen, diversen Minispielen bis hin zur Jagd nach den zahlreichen Trophäen wird viel geboten. Zur Not geht der Spieler einfach eine Runde Angeln. Grafisch gibt es am Spiel selbst wenig auszusetzen. Die Fantasy-Welt sieht schick aus und hört sich auch toll an. Einen Wermutstropfen gibt es aber dennoch: Wer einen älteren Flachfernseher besitzt, kann Probleme mit der Darstellung bekommen. Der Rand wird teilweise derart abgeschnitten, dass relevante Informationen verborgen bleiben.
Die Krönung für PC-Spieler
Auf dem Rechner gibt die „Royal Edition“ das Debüt von „Final Fantasy XV“ und liefert gleich mal die beste Version ab. Neben dem Hauptspiel erhalten Käufer zudem sämtliche Add-Ons, sowie den Season-Pass. Dies beinhaltet eine neue Region, das freie Erkunden der Gewässer per Boot, neue Waffen, neue Ausrüstungen und zusätzliche Missionen – allerlei Zeug, das euch sicherlich weitere Stunden vor den Bildschirm fesseln wird. Auch optisch macht das Rollenspiel auf dem PC keine halben Sachen: In 4K und maximalen Details – sofern ihr die nötige Power habt – sieht das Abenteuer zum Dahinschmelzen schön aus. Übrigens gibt es die „Royal Edition“ nicht nur für den PC, sondern direkt auch für PS4 und Xbox One, bei denen die Inhalte natürlich die gleichen sind.
Fazit
Also machen wir es kurz: „Final Fantasy“ ist mit dem PC-Release auch endlich auf der neuen Konsolengeneration komplett angekommen. Square Enix hat den Spagat geschafft und hält sein Versprechen: Sowohl Neulinge als auch Fans finden ein starkes Rollenspiel vor, welches hinsichtlich Komplexität, aber auch Zugänglichkeit und Liebe zum Detail so gut wie keine Wünsche offen lässt. Das Warten hat sich gelohnt. Wer also bislang noch nicht das Vergnügen hatte, sollte mit der „Royal Edition“ locker durch den Sommer kommen – es gibt viel zu tun.
Erhältlich für: Xbox One, PS 4, PC
Website: finalfantasyxv.com/en/royal-edition