Das Horror-Genre hat in den letzten Jahren einige interessante Facetten hervorgebracht: Von atmosphärischen Survival-Spielen bis hin zu psychologischen Horrorerlebnissen. Doch Finding Frankie geht einen anderen Weg und mischt den Schrecken mit Parcours-Mechaniken, die Geschicklichkeit und schnelle Reflexe erfordern.
Entwickelt von Superlou und Publisher Perp Games, versetzt das Spiel die Spieler*innen in in den weltgrößten Trampolinpark, in dem nicht nur Hindernisse überwunden werden müssen, sondern auch die ständige Bedrohung durch den titelgebenden Frankie lauert. Doch wie gruselig, herausfordernd und faszinierend ist das Spiel wirklich?
Glückwunsch, du bist dabei!
Die Geschichte von Finding Frankie ist ebenso rätselhaft wie verstörend. Ihr übernehmt die Rolle einer namenlosen Figur, die an einer etwas anderen Gameshow teilnehmen darf. Aus der Ego-Perspektive erlebt ihr albtraumhafte Labyrinthe – immer auf der Flucht vor Frankie. Denn wenn er euch erwischt, war es das. Game Over bzw Neustart am letzten Checkpoint.
Das Gameplay ist eine ungewöhnliche Mischung aus Parcours-Mechanik und Horror. Die Spieler*innen müssen über schmale Stege balancieren, an Wänden entlanglaufen, sich an Stangen hangeln und teils tödliche Abgründe überwinden. All das wird durch die ständige Bedrohung durch Frankie noch intensiver.
Nervenaufreibende Vorstellung
Frankie jagt euch aktiv durch die labyrinthartigen Level, und ihr müsst nicht nur eure Parcours-Fähigkeiten meistern, sondern auch einen kühlen Kopf bewahren, während ihr versucht, ihm auszuweichen oder euch vor ihm zu verstecken. Die Umgebungen sind dabei so gestaltet, dass sie eure Geschicklichkeit auf die Probe stellen: Von schmalen Plattformen, die unter euch zusammenbrechen, bis hin zu beweglichen Hindernissen, die im entscheidenden Moment euren Weg blockieren.
Die Steuerung ist grundsätzlich flüssig und intuitiv, allerdings erfordert sie Präzision. Kleine Fehler können schnell tödlich enden, was jedoch Teil des Spiels ist und die Spannung immer hochhält. Ein besonders packendes Element ist Frankies Präsenz. Sei es das leise Knirschen seiner Schritte in der Dunkelheit oder sein verstörendes Lachen, das euch in den Wahnsinn treiben kann – er ist immer da, selbst wenn ihr ihn nicht seht. Es ist dieses unsichtbare Gefühl der Bedrohung, das Finding Frankie zu einem etwas anderen Horrorerlebnis macht.
Albtraumhafter Start
Für mich lag der echte Horror anfangs aber in der Meisterung der Steuerung. Im Tutorial-Bereich habe ich es erst nach 15 (!) Versuchen geschafft, mich an einer Stange entlang zu hangeln. Denn hier sind die Anweisungen sehr schwammig, was ihr eigentlich tun müsst. Nach dem Sprung sollt ihr nämlich in der Luft einen anderen Knopf drücken und eben nicht erneut die Sprungtaste, wie es euch das Spiel vorgaukelt. Hier wäre meine Reise fast schon vorzeitig zu Ende gewesen.
Davon abgesehen ist die Levelgestaltung ganz gut gelungen. Der Vergnügungspark ist ein schönes Setting für das Spiel und hat etwas gruseliges an sich. Die Beleuchtung spielt dabei eine entscheidende Rolle: Grelle Neonlichter, flackernde Lampen und bodenlose Schatten erschaffen ein Ambiente, das eure Nerven strapaziert.
Akustisch überzeugt Finding Frankie auf ganzer Linie. Der Soundtrack ist zurückhaltend und schafft es, durch seine minimalistischen Klänge ein Gefühl der Einsamkeit und Beklemmung zu erzeugen. Die Soundeffekte gehen unter die Haut: Das Kratzen von Metall, das Klirren zerbrechender Glasfenster und das unheilvolle Knirschen unter euren Füßen sorgen dafür, dass ihr euch nie sicher fühlt. Und dann ist da noch Frankie selbst. Ihr seid nie allein …
Nichts für schwache Nerven
Obwohl das Spiel in vielen Bereichen überzeugt, gibt es noch einige Baustellen. Die Parcours-Elemente, so spannend sie auch sind, können wie gesagt manchmal frustrierend sein – besonders weil die präzise Steuerung nicht immer perfekt funktioniert. Es gibt Momente, in denen ihr euch mehr Kontrolle über eure Bewegungen wünscht, gerade wenn ihr vor einer scheinbar unmöglichen Sequenz steht.
Außerdem kann die Herausforderung gelegentlich etwas übertrieben wirken, vor allem für Spieler:innen, die weniger Erfahrung mit Parcours-Spielen haben. Ein weiteres Manko ist die relativ kurze Spielzeit. Zwar bietet Finding Frankie eine intensive Erfahrung, doch diese endet oft schneller, als man es sich wünschen würde.
Fazit
Am Ende bleibt Finding Frankie jedoch ein spannendes Erlebnis, das es schafft, Horror und Parcours auf nette Weise zu kombinieren. Es schreckt nicht davor zurück, euch sowohl mental als auch körperlich herauszufordern, und belohnt euch mit einer Atmosphäre, die euch noch lange nach dem Spielen im Kopf bleibt. Für Fans von psychologischem Horror und innovativen Mechaniken ist es definitiv einen Blick wert – selbst wenn Frankie euch garantiert ein paar schlaflose Nächte bereiten wird.
Erhältlich für: Xbox, PS
Webseite: perpgames.com/game/finding-frankie