Mit Fitness VR präsentiert Artisoft ein VR-Spiel, das sich auf Stressabbau und leichte körperliche Betätigung konzentriert. Statt eines klassischen Fitnessprogramms bietet das Spiel eine virtuelle Umgebung, in der man mit Baseballschlägern, Boxhandschuhen oder sogar Schaufeln auf schwebende Kugeln einschlagen kann. Die Idee, Stressabbau und Bewegung spielerisch zu kombinieren, klingt vielversprechend. Doch wie gut funktioniert das Konzept in der Praxis? Ich habe das Spiel auf der Meta Quest 3 getestet – mit gemischten Gefühlen.
Smashing ohne Ziel
Ohne große oder irgendwelche Worte, wird euch Fitness VR in ein Schlafzimmer, in dem ihr euer Workout auswählt. Das Herzstück von Fitness VR ist der sogenannte „Smash-Modus“. Nach einer kurzen Auswahlphase – in der man zwischen verschiedenen Werkzeugen (z.B. Baseballschläger oder Tennisschläger) und Kugelgrößen wählen kann – landet man in einer virtuellen Waldlandschaft. Vor einem schwebt eine Wand aus Kugeln, die man mit dem gewählten Werkzeug treffen soll.
Leider bleibt unklar, was genau das Ziel ist: Gibt es Punkte? Einen Timer? Eine bestimmte Reihenfolge? Nichts davon wird erklärt. Es gibt keine Tutorials oder Hinweise, was man tun muss, was gerade für Einsteiger frustrierend ist. Das Spiel wirkt dadurch unfertig und hinterlässt den Eindruck einer Alpha-Version, die noch nicht vollständig entwickelt wurde. Bei anderen Spielmodi wird es nicht besser. Auch beim Hindernis-Rennen oder Bogenschießen fehlt eine Einleitung.
Schlichte Grafik und fehlende Immersion
Die virtuelle Waldlandschaft, in der das Spiel stattfindet, ist rudimentär gestaltet. Die Umgebung wirkt steril und wenig lebendig – von einem immersiven Erlebnis kann hier keine Rede sein. Auch die Animationen der Kugeln und Werkzeuge sind minimalistisch gehalten und tragen nicht dazu bei, das Spielgefühl zu verbessern. Selbst auf dem N64 sahen die Welten damals besser aus.
Ein Pluspunkt ist zumindest die Grundidee, eine beruhigende Waldumgebung mit Stressabbau zu kombinieren. Doch ohne visuelle Highlights oder dynamische Elemente bleibt die Atmosphäre flach.
Kaum Bewegung, wenig Nutzen
Trotz des Namens hat Fitness VR wenig mit echtem Training zu tun. Die Bewegungen beschränken sich größtenteils auf das Schwingen der Arme – vergleichbar mit einem leichten Box- oder Tennistraining. Während andere VR-Fitnessspiele wie FitXR oder Supernatural gezielte Workouts bieten, fehlt es Fitness VR an Struktur und Intensität.
Der Kalorienverbrauch dürfte minimal sein, und auch die Bewegungsvielfalt lässt zu wünschen übrig. Für Spieler, die echte Fitnessziele verfolgen, ist dieses Spiel keine ernsthafte Option.
Fazit: Viel Potenzial, aber unausgereift
Fitness VR hat eine interessante Grundidee: Stressabbau durch spielerisches Zerschlagen von Objekten in einer virtuellen Umgebung. Leider scheitert das Spiel an seiner Umsetzung. Die fehlenden Tutorials, die rudimentäre Grafik und der geringe Fitnesswert machen es schwer, das Spiel ernsthaft zu empfehlen. Für eine kurze Ablenkung mag es geeignet sein, doch wer ein echtes Fitness- oder VR-Erlebnis sucht, sollte sich lieber etablierte Titel wie FitXR, Beat Saber oder Pistol Whip ansehen. Mit mehr Feinschliff könnte Fitness VR ein spaßiges Casual-Spiel werden – aktuell fühlt es sich jedoch eher wie ein Prototyp an.
Erhältlich für: Meta Quest
Webseite: fitness.artisoft.pl