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Flower Violin von CraftBrickWorks

Eine wunderschöne Idee mit kleinen Tücken

Eine Violine aus Klemmbausteinen, überwuchert von Blumen und beleuchtet von kleinen LEDs: Das Modell von CraftBrickWorks klingt schon auf dem Papier nach einem ungewöhnlichen Blickfang. Nach dem Aufbau kann ich sagen: Genau das ist es auch. Die Flower Violin sieht richtig schön aus und macht als Dekorationsstück einiges her. Beim Weg dorthin musste ich allerdings öfter geduldig bleiben, als mir lieb war.

CraftBrickWorks kurz vorgestellt

Bevor ich mit der Flower Violin starte, will ich euch kurz einige Hintergrundinfos zum Hestelller geben. CraftBrickWorks beschreibt sich selbst als kuratierte Klemmbaustein-Marke für erwachsene Fans. Das Unternehmen entwickelt also nicht zwingend jedes Set selbst, sondern stellt besondere Modelle zusammen, die eine angenehme Bauzeit mit einem starken Display-Faktor verbinden sollen. Das wird deutlich, wenn man auf das Portfolio des Unternehmens blickt.

Die Flower Violin passt sehr gut in dieses Konzept. Das Modell verbindet ein klassisches Musikinstrument mit einem botanischen Design. Blumen, Blätter, Schmetterlinge und kleine Lichteffekte verwandeln den Korpus in eine Art verwunschenes Ausstellungsstück.

Das Set findet ihr direkt auf der Produktseite der Flower Violin bei CraftBrickWorks. Dort werden 1.419 Teile, ABS-Kunststoff und eine fertige Größe von etwa 23 × 8 × 58 Zentimetern angegeben. Der Preis liegt laut Herstellerseite bei 129,99 US-Dollar.

Der erste Eindruck

Genug Infos, jetzt geht’s ans Set! Schon beim Auspacken fällt auf, dass hier kein kleines Blumenarrangement für den Wohnzimmertisch entsteht. Die Violine ist lang, schmal und durch ihren schwarzen Hals sofort als Instrument erkennbar. Der weiße Korpus bildet einen starken Kontrast zu den blauen, türkisen und gelblichen Blüten.

Auf meinen Bildern sieht man sehr gut, wie stark das fertige Modell von der Beleuchtung profitiert. Die kleinen Lichtpunkte sitzen mitten im Blütenmeer und lassen die Violine am Abend deutlich stimmungsvoller wirken. Tagsüber ist das Modell bereits hübsch. Im gedämpften Licht wird daraus aber fast eine kleine Fantasy-Requisite.

Besonders gelungen finde ich die Gestaltung rund um den Korpus. Die Blumen liegen nicht einfach nur flach auf der Oberfläche. Sie wachsen in mehreren Ebenen nach außen und erzeugen dadurch ein ordentliches Volumen. So wirkt die Violine lebendig, obwohl sie natürlich komplett aus Bausteinen besteht.

Die LEDs liegen dem Set bei und ihr könnt selbst entscheiden, wie ihr sie anbringt oder ausrichtet. Ich hatte Unterstützung von meiner Frau dabei, die hier eindeutig das bessere Auge für die Lichteffekte hat als ich. Wer mag, der kann die Lichter auch langsam oder schnell zum Blinken bringen. Für mich war das nichts, da sich schnell ein epileptischer Anfall ankündigte.

Der Aufbau ist die größte Prüfung

Der mittlere bzw. End-Teil war für mich der schwierigste Abschnitt des gesamten Baus. Viele kleine Schritte verlangen einen sehr gezielten Druck. Das Problem: Die Druckpunkte sind teilweise winzig. Drückt man an der falschen Stelle, hält man zwar gerade ein Teil fest, löst aber an einer anderen Stelle gleich mehrere Steine.

Das passiert besonders dann, wenn man versucht, einen Abschnitt etwas kräftiger zusammenzudrücken. Die Konstruktion reagiert stellenweise wie ein Kartenhaus. Ein falscher Impuls genügt, und plötzlich liegt ein Teil der gerade gebauten Struktur wieder auf dem Tisch.

Auch die Passgenauigkeit konnte mich nicht vollständig überzeugen. Manche Steine sitzen ordentlich, andere passen nicht ganz so exakt ineinander, wie ich es von LEGO gewohnt bin. Dadurch entstehen kleine Spannungen in der Konstruktion. Die Steine halten dann zwar grundsätzlich, fühlen sich aber nicht immer so fest verbunden an, wie man es sich bei einem Modell dieser Größe wünschen würde.

Ich musste deshalb häufiger kontrollieren, ob einzelne Bauteile wirklich korrekt saßen. Das verlängert die Bauzeit und verlangt etwas mehr Konzentration. Wer entspannt vor sich hinbauen möchte, wird hier vermutlich öfter innehalten und einen Abschnitt noch einmal überprüfen.

Die Teile-Suche kostet Zeit

Die 1.419 Teile sind lediglich auf drei Bauabschnitte mit jeweils mehrere Tüten verteilt. Jeder Bauabschnitt verlangt , dass ihr alle Tüten dazu auf einmal öffnet. Das klingt zunächst übersichtlich, macht die Suche aber nicht unbedingt einfacher. Bei einem Modell mit vielen kleinen Teilen und mehreren ähnlichen Farbtönen dauert es dadurch länger, das richtige Element zu finden.

Gerade die blauen und türkisen Steine liegen farblich teilweise nah beieinander. Unter dem Licht meiner Wohnzimmerlampe sehen manche Teile fast identisch aus, obwohl sie an unterschiedliche Stellen gehören. Auch bei den kleinen Blumen und Blättern musste ich öfter genauer hinsehen.

Eine feinere Aufteilung der Tüten hätte den Aufbau daher angenehmer gemacht. Natürlich hätte das mehr Verpackung bedeutet. Für den Baufluss wäre es trotzdem hilfreich gewesen, wenn die einzelnen Bauabschnitte besser vorbereitet gewesen wären.

Die Anleitung ist nicht immer klar

An manchen Stellen fand ich die Anleitung schwer zu lesen. Die Illustrationen zeigen zwar, welche Teile verbaut werden sollen, doch nicht jede Perspektive lässt sofort erkennen, wo genau ein Element sitzt. Bei filigranen Abschnitten ist das schnell problematisch.

Das betrifft vor allem Bereiche, in denen mehrere kleine Bauteile eng nebeneinanderliegen. Dann muss man sich die vorherigen Schritte noch einmal anschauen und vergleichen, welche Teile bereits eingebaut wurden. Mit etwas Geduld kommt man weiter. Ganz so eindeutig wie bei LEGO ist die Anleitung aber nicht.

Ich würde deshalb empfehlen, die Anleitung wirklich Schritt für Schritt abzuarbeiten. Vorbauen und später korrigieren kann bei diesem Modell mühsam werden. Viele Abschnitte lassen sich wegen der empfindlichen Blumen und Anbauteile nur schwer wieder auseinandernehmen. Das nur als gutgemeinter Hinweis für euch.

Die Saiten waren eine Überraschung

Ein kleiner, aber wichtiger Punkt betrifft die Saiten der Violine. Ich musste sie kürzen, damit sie am fertigen Modell richtig sitzen. In der Anleitung wurde dieser Schritt allerdings nicht erwähnt. Daher hoffe ich, dass ich hier keinen Fehler gemacht habe. Aber am finalen Set sieht das richtig stark aus.

Das war für mich unnötig verwirrend. Wer die Saiten einfach so anbringt, wie sie aus der Verpackung kommen, könnte sich wundern, warum sie nicht sauber zum Instrument passen. Hier hätte ein kurzer Hinweis in der Anleitung gereicht.

Die Saiten selbst tragen viel zum Gesamteindruck bei. Sie machen sofort klar, dass es sich um eine Violine handelt, und geben dem Modell eine schöne vertikale Struktur. Gerade deshalb sollte dieser Schritt etwas besser erklärt werden.

Das fertige Modell

Ist die Violine einmal fertig, verzeiht sie viele der genannten Schwächen. Das Modell sieht wirklich schön aus. Die weiße Grundfarbe wirkt elegant, während die Blumen und Falter für einen verspielten und ungewöhnlichen Akzent sorgen.

Der Hals mit den schwarzen Saiten ist lang und auffällig. Oben sitzen die typischen Elemente einer Violine, darunter die Schnecke und die Wirbel. Zusammen mit dem geschwungenen Korpus ergibt sich eine Form, die man auch aus etwas Entfernung sofort erkennt.

Die Blumen sind klar der Star des Modells. Sie lassen sich auf den ersten Blick gar nicht alle erfassen. Je länger man hinschaut, desto mehr kleine Details entdeckt man. Zwischen den größeren Blüten sitzen kleine Blätter, Knospen und farbige Akzente, die das Arrangement abwechslungsreich machen.

Schön anzusehen, aber empfindlich

Die fertige Violine ist leider sehr fragil. Das hängt zum Teil mit der Passgenauigkeit zusammen. Wenn einzelne Steine schon während des Aufbaus nicht ganz fest sitzen, reicht später eine ungeschickte Berührung, um etwas zu verschieben.

Auch die Blumen laden zwar zum genaueren Hinschauen ein, sollten aber lieber nicht ständig angefasst werden. Viele der kleinen Elemente stehen etwas ab und können sich leicht lösen. Für die Vitrine ist das Modell daher bestens geeignet. Als Spielmodell für regelmäßiges Umsetzen oder häufiges Herumtragen würde ich es eher nicht empfehlen.

Der Aufbauplatz sollte ebenfalls gut gewählt sein. Die Violine ist mit etwa 58 Zentimetern ziemlich lang. Sie braucht deshalb eine entsprechend große und möglichst ruhige Stellfläche. Ein Regalbrett mit etwas Abstand zur Wand wäre ideal. Bei mir ist sie auf dem kleinen Regal in der Ecke gelandet, was ebenfalls gut wirkt - insbesondere, wenn die Lichter an sind.

Vergleich mit LEGO

Im direkten Vergleich mit LEGO zeigt die Flower Violin, dass bei der Idee und der Optik viel Potenzial vorhanden ist. Die Gestaltung ist eigenständig und hebt sich deutlich von typischen Blumen-Sets ab. Vor allem die Verbindung aus Instrument, Blüten und Beleuchtung gefällt mir sehr gut.

Bei der Qualität der Klemmverbindungen und der Anleitung liegt aber noch Luft nach oben. LEGO-Steine sitzen im Normalfall präziser und verzeihen beim Bauen mehr. Auch die Aufteilung der Teile und die Klarheit der Anleitung sind bei LEGO meist komfortabler gelöst.

Das bedeutet nicht, dass die Flower Violin ein schlechtes Set wäre. Ihr müsst euch nur auf einen anspruchsvolleren Bau einstellen. Hier geht es weniger um schnelles Zusammenstecken und mehr um vorsichtiges Arbeiten, kontrollierten Druck und regelmäßige Stabilitätschecks.

Für wen eignet sich das Set?

Die Flower Violin richtet sich meiner Meinung nach vor allem an erwachsene Klemmbaustein-Fans, die ein dekoratives Modell suchen. Wer hauptsächlich möglichst reibungslos bauen möchte, könnte sich an den genannten Schwächen stören.

Für Fans von Blumen, Musik und ungewöhnlichen Ausstellungsstücken ist das Modell dagegen interessant. Auch als Geschenk kann ich mir die Violine gut vorstellen, sofern die beschenkte Person Spaß an filigranen Klemmbaustein-Sets hat und sich von kleinen Rückschlägen nicht sofort entmutigen lässt.

Wichtig ist dabei eine realistische Erwartungshaltung. Ihr bekommt hier ein auffälliges Display-Modell mit viel Charme. Ihr bekommt kein Set, das sich genauso mühelos und stabil wie ein Icons-Modell anderer Hersteller aufbauen lässt.

Fazit

Die Flower Violin von CraftBrickWorks ist ein wunderschönes Klemmbaustein-Modell mit einer starken Idee und einer beeindruckenden Optik. Die Kombination aus weißer Violine, blau-türkisen Blumen und kleinen Lichteffekten funktioniert hervorragend. Auf dem Regal zieht das Modell sofort die Blicke auf sich.

Der Weg dorthin ist allerdings anspruchsvoll. Nicht immer exakt passende Steine, kleine Druckpunkte, ähnliche Farben, nur drei Teiletüten und eine stellenweise schwer lesbare Anleitung kosten Nerven. Dazu kommt die hohe Empfindlichkeit der fertigen Violine. Auch der notwendige Zuschnitt der Saiten hätte in der Anleitung erwähnt werden müssen.

Mein persönlicher Eindruck fällt trotzdem positiv aus. Ich hatte beim Aufbau einige frustrierende Momente, war am Ende aber sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Die Flower Violin ist ein hübsches Dekorationsstück mit sichtbaren Schwächen und sehr viel Ausstrahlung.

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