Formular Legends ist ein bunter und vergleichsweise frischer Arcade-Racer, der dem Formel-Motorsport mit einer ordentlichen Prise Humor und jeder Menge Retro-Flair die Ehre erweist. Habt ihr Lust auf eine kleine lustige Zeitreise?
Bunte Andeutungen
Hier sind keine offiziellen Lizenzen nötig, denn das Spiel ist voll von leicht verschleierten Anspielungen auf berühmte Fahrer, legendäre Fahrzeuge und ikonische Strecken, die Motorsport-Fans sofort erkennen werden.
Der Look ist charmant cartoonig, die Köpfe der Piloten sind so groß wie ihre Karrieren und während an allen Ecken eine Hommage an den echten Rennsport aufflackert, steht der Spielspaß immer klar vor Realismus oder harter Simulation.
Ein Rennen durch die Jahrzehnte
Der eigentliche Clou sind die Zeitreisen: Im Storymodus, der eigentlich eine schicke Karriereleiter ist, kämpft man sich vom Bleifußpiloten der 1960er über die turboverrückten 80er bis hin zur Highspeed-Hybrid-Action der Gegenwart. Jedes Jahrzehnt fühlt sich einzigartig an – von den sehnigen Zigarrenbombern der Sechziger über brüllende V10-Monster der 2000er bis zu den Hightech-Hybriden von heute.
Die Strecken spiegeln den stetigen Wandel gelungen wider: Klassische Layouts, die im Lauf der Jahrzehnte immer wieder ihr Gesicht verändern – mal enger, mal kurviger, mit Boxengassen im Stil der Zeit und hübsch animierten Unterschieden im Asphaltmuster. Der Soundtrack und das HUD passen sich stets der jeweiligen Epoche an, inklusive liebevoll gestalteter Menüs und Farbschemata, was die Reise für Fans noch glaubwürdiger und spaßiger macht.
Mehr Arcade, aber mit Blick zur Simulation
Die Steuerung orientiert sich klar an Arcade-Klassikern, lässt sich aber für Anspruchsvolle durch das Abschalten von Fahrhilfen knackiger gestalten. Wer will, kann ABS oder Traktionskontrolle deaktivieren, sich an echten Reifenverschleiß wagen und bei DRS und Spritmanagement mitmischen – alles auf eine schnelle, unterhaltsame Art und Weise.
Ein echter Clou ist das Wetter: Regen kann jederzeit ausbrechen, verlangt Wechsel auf die passenden Reifen und macht die Rennen launisch, ohne die Übersicht zu verlieren. Sogar Boxenstopps werden als Quick-Time-Event inszeniert, mitsamt Reifenwahl und kleinem Timing-Minigame, was vor allem im Karrieremodus Würze und echtes F1-Flair bringt.
Der Charme von Simplizität
Die Fahrer sind zwar allesamt fiktiv – doch mit Doppelnamen wie „Al John“ oder „Bastien Kettel“ erkennt selbst der Formel-Laie auf Anhieb die realen Vorbilder. Jeder Charakter bringt eigene Perks und Spezialfähigkeiten mit, ob Reifenflüsterer, Regenmeister oder Boxenstopp-Taktiker.
Die besten Fahrerpaarungen müssen sich aber erst verdienen: Champions und Ikonen werden durch starke Erfolge, errungene Trophäen oder spezielle Herausforderungen in den unterschiedlichen Epochen Stück für Stück freigeschaltet. Genau das gilt auch für die Fahrzeuge, die in sieben Basic-Lackierungen wirklich jede Ära einfangen – von der grün-schimmernden „Lotus“-Zigarre über rot-gelbe Boliden bis zum futuristischen Turbomonster ist alles dabei. Herrlich!
Langer Fahrspaß
Auch der Umfang kann sich sehen lassen: Über ein Dutzend Strecken, 16 verschiedene Autotypen mit Detailverliebtheit bis in die Aero-Flaps, zahllose freischaltbare Fahrer und schöne Foto- und Zeitrennen-Modi – jede Runde wird so zur kleinen Motorsportgeschichte.
Attraktiv ist das Spiel nicht nur am Steuer: Die animierte Präsentation in Menüs, animierten Boxengassen und im Foto-Modus sorgt für viele kleine Gimmicks, und wer Liebe zum Detail hat, entdeckt immer wieder neue Anspielungen auf echte Rennen und aktuelle Motorsport-Debatten.
Ein klein wenig Sand im Getriebe
Ein paar spielerische Macken trüben das Arcade-Fest dann aber doch: Das Punktesystem bleibt immer auf heutigem Stand, auch wenn man 70er-Rennen fährt; manche Fahrer und Strecken verlangen für Freischaltungen langen Grind, vor allem in späteren Epochen zeigen sich Balancing-Probleme, etwa bei unfair auftretender KI oder unglücklich auftretenden Zeitstrafen.
Leichte grafische Schlenker wie Texturflackern im Regen oder kleine Framerate-Delle kommen ebenfalls vor, störten im Test aber kaum den Gesamteindruck.
Fazit: Ein spaßiges Denkmal für Liebhaber und Einsteiger
Formular Legends begeistert vor allem als verspieltes Motorsport-Fest: Authentische Wagen- und Streckenanleihen, clevere Taktikelemente und ein geballter Schuss Retro-Flair machen das Rennspiel zu einem Wohlfühlpaket für Arcade-Fans, Formel-Freaks und überhaupt Neugierige, die endlich mal zwischen 60er-Jahre-Schlappen und Hypercar-Hybriden hin- und herwechseln wollen, ohne ein monotones Simulationsmonster ertragen zu müssen. Es gibt leichten Arcade-Tiefgang, Optionen für Tüftler und jede Menge Liebe zum historischen Detail, und auch wenn der Realismus manchmal hinten ansteht: Hier feiert sich der Motorsport, wie es eigentlich sein sollte – charmant, spaßig und voller kleiner Geschichten, die man gern weitererzählt.
Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch
Webseite: store.steampowered.com/app/3194360/Formula_Legends