Ich habe bei Forza Horizon 6 vor allem eines gespürt: Tempo. Und zwar nicht nur auf der Strecke, sondern auch im gesamten Spielgefühl. Nach ein paar Runden war mir klar, dass Playground Games hier wieder genau weiß, wie man mich an den Controller fesselt. Auch wenn es eigentlich genau dieselbe Formel wie bei den Vorgängern ist.
Japan als Bühne
Der größte Trumpf ist die neue Welt. Japan passt einfach perfekt zu Horizon. Neon, Berge, Küstenstraßen, enge Städte, weite Landstriche, dazu Wetter und Jahreszeiten. Das Spiel lebt davon, wie abwechslungsreich diese Kulisse wirkt.
Ich finde vor allem stark, dass die Welt nicht nur schön aussieht, sondern auch nach Rennen ruft. Ihr jagt über Straßen, driften durch Kurven und sammelt nebenbei wieder alles ein, was die Karte mit Icons vollkleistert. Genau das ist aber auch die alte Horizon-DNA: herrlich überladen, aber eben auch enorm motivierend. Und das geht irgendwie immer.
Alt, aber verdammt gut
Spielerisch fühlt sich Horizon 6 sehr vertraut an. Wer die Serie kennt, erkennt sofort das Muster: Rennen fahren, Festival aufbauen, Autos freischalten, Sammelaufgaben mitnehmen, weiterfahren. Große Revolutionen braucht es hier auch gar nicht, weil das Grundgerüst seit Jahren schon fast absurd gut funktioniert.
Trotzdem merkt man die kleine Müdigkeit im System. Ich fand immer wieder, dass Horizon 6 sich stark wie Horizon 5 mit neuem Anstrich anfühlt. Das ist nicht verkehrt. Ich würde es nur weniger als Problem, mehr als Preis für ein sehr ausgereiftes Prinzip sehen.
Fahren macht wieder süchtig
Was mich wirklich überzeugt, ist das Fahrgefühl. Die Autos liegen satt auf der Straße, Schotter und Schnee fühlen sich unterschiedlich an, und selbst die ganze Präsentation macht Lust, einfach noch eine Runde zu drehen. Gerade das Zusammenspiel aus Arcade-Zugänglichkeit und genügend Gewicht in den Fahrzeugen bleibt eine der großen Stärken der Reihe.
Dazu kommt der übliche Belohnungsrausch. Neue Autos, neue Events, neue Freischaltungen. Das Spiel weiß genau, wie es mich bei Laune hält. Ich erwische mich bei Horizon immer wieder dabei, dass ich nur kurz „einen Event“ machen will und dann plötzlich eine Stunde später noch immer durch Japan heize.
Online und Umfang
Auch beim Umfang gibt sich Horizon 6 keine Blöße. Die Welt ist groß, die Kampagne lang, und Solo-, Koop- und Mehrspieler-Inhalte greifen sauber ineinander. Besonders nett finde ich, dass das Spiel mich nicht zwingt, online zu sein, um Spaß zu haben.
Den Multiplayer glänzt ebenfalls: Spontane Rennen, Koop-Fahrten und Events funktionieren stabil und erweitern das ohnehin schon riesige Paket sinnvoll. Das ist wichtig, weil Horizon für mich am besten ist, wenn ich frei zwischen Solo-Rasen und gemeinsamem Chaos wechseln kann.
Fazit
Forza Horizon 6 ist genau das, was ich mir von dieser Reihe wünsche: groß, hübsch, schnell und unglaublich angenehm zu spielen. Es erfindet die Formel nicht neu, aber es poliert sie so sauber, dass ich das kaum als Makel empfinde.
Ja, man spürt an manchen Stellen die Routine. Aber Japan als Schauplatz, das starke Fahrgefühl und die gewohnt brillante Open-World-Inszenierung reißen das locker wieder raus. Für mich bleibt Horizon 6 deshalb ein fast schon klassischer Fall von: nicht überraschend, aber verdammt schwer wegzulegen.
Erhältlich für: Xbox, PC
Webseite: forza.net/forzahorizon6 https://forza.net/forzahorizon6