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FOX n FORESTS

Fuchs, du hast die Zeit gestohlen …

Ja träum ich?! Es ist nicht lange her, da habe ich den Wunsch bei einem Kumpel geäußert, dass ich mal wieder richtig Lust auf ein Retro-Jump&Run hätte und – schwups – steht „Fox n Forests“ vor der Tür. Und nicht nur das: Auch das wunderbar actionlastige „Omega Strike“ hatte mich überrascht. Aber wieder zurück zum Werk von Bonus Level Entertainment und Independent Arts Software, die ihren schlauen Fuchs erfolgreich über Kickstarter finanziert haben.

Hungrig ins Abenteuer

In „Fox n Forests“ übernehmt ihr die Rolle über einen räuberischen Fuchs: Dieser ist gerade dabei eine dösende Taube zu verspeisen, bis diese aus ihrer Not heraus eine kleine Lüge erfindet: Wenn der Fuchs sie verschont, dann wird er reichlich belohnt. Gevatter Reineke beißt an – und siehe da: Schon bald landet er tatsächlich im Größten Abenteuer seines Lebens.

Denn das Fantasy-Reich droht einer fünften Jahreszeit zum Opfer zu fallen, die völliges Chaos über die Welt bringt. Von einem weisen Baum mit einer Armbrust ausgestattet, die die Zeit wechseln kann, macht sich der Fuchs auf die Suche nach der Ursache für die chaotische Jahreszeit. Optisch und spielerisch erwartet euch ein Traum aus 16-Bit-Grafik, für den ihr als Kinder zu Zeiten des SNES sicherlich euer komplettes Taschengeld hingeblättert hättet:

Ganz im Stile der alten Jump&Runs aus den 90er-Jahren geht es hier zur Sache: Jeweils zwei lange Level gilt es zu überstehen, bis ein Boss-Kampf euch erwartet. Habt ihr insgesamt vier Boss gelegt, dann macht euch auf den ultimativen Showdown im Land der fünften Jahreszeit bereit.

Als wären die 90er erst gestern gewesen

Die ersten Minuten mit dem schlauen Fuchs fühlen sich exakt so an, wie ich es in bester Erinnerung an die Jump&Runs von damals habe: Das Springen, sogar ein Doppelsprung ist mit an Bord, das Angreifen mit Schwert und Armbrust, sowie die Verwendung von Elixieren könnte tatsächlich aus den 90er-Jahren stammen – und das meine ich durchaus positiv.

Nur eine Sache unterscheidet das Abenteuer dann doch etwas von den älteren Genre-Vertretern: Hier läuft alles etwas flüssiger ab und eure Armbrust ist magisch. Soll heißen: Auf Knopfdruk wechselt ihr einfach die Jahreszeit um sechs Monate. Aus Sommer wird Winter, aus dem Frühling wird Herbst – und natürlich umgekehrt. Spielerisch hat das einige Auswirkungen. Durch diesen Wechsel entstehen interessante Rätsel beziehungsweise Lösungswege.

Ein kleines Beispiel: Ihr kommt im Sommer nicht über diesen See? Nun ja: Im Winter ist das Ding zugefroren und ihr lauf flugs drüber. Oder aber folgende Situation: Eine Schlucht verhindert ein Weiterkommen im Frühling. Sobald ihr im Herbst seid, wehen fallende Blätter umher, auf denen ihr herumspringen könnt, um die andere Seite zu erreichen. Sehr praktisch und spaßig in den Verlauf der Levels eingebunden. Dieses System des Wechselns solltet ihr auch unbedingt bei den fordernden Boss-Kämpfen im Hinterkopf behalten: Denn meist lassen sich die Fieslinge nur mit einem gewissen Trick überwinden, für dessen Entdeckung ihr euren Grips anstrengen solltet – eine nette Sache.

Nicht nur sparen, sondern auch ausgeben

Die Verwendung des Zeitwechsels kostet übrigens Mana, das sich nach und nach wieder langsam auffüllt. Praktisch ist jedoch, dass ihr euch zwischen den Missionen mit dem erhaltenen Geld immer wieder verbesserte Attribute kaufen könnt. Dadurch erhaltet ihr mehr Magie, mehr Lebensherzen oder wertvolle Tränke, die euch stärken oder in der Not auch wieder auf die Beine bringen.

Zusätzlich dürft ihr auch euer Schwert und eure Armbrust aufwerten, was mit neuen Fähigkeiten, wie beispielsweise einer Stampfattacke belohnt wird. Ein paar kleine Rollenspielelemente, die sich perfekt ins sonstige Spielgeschehen einfügen. Ebenfalls eine Sache muss ich noch erwähnen, die mich ganz schön ins Schwitzen gebracht hat: Während der Levels, die wie gesagt nicht gerade kurz sind, begrüßt euch immer wieder ein Dachs.

Dieser bietet euch gegen ein anfangs kleines und später fast schon unverschämtes Endgeld an, dass ihr diesen Ort als Checkpoint nutzen könnt. Als alter Gierhals in solchen Spielen habe ich allzu oft auf seine Hilfe verzichtet, um ein paar Pixel weiter in einen Abgrund zu fallen – und damit den Level komplett von vorne zu beginnen… Also muss jeder abwägen, ob und wann er dem Dachs sein sauer verdientes Geld zusteckt. Eine überraschend coole Spielmechanik, die mich immer wieder vor harte Entscheidungen stellte.

Fazit

„Fox n Forests“ ist ein wunderbares Stück Software geworden, in dem sichtlich viel Herzblut steckt. Als Fan solcher auf Retro getrimmten Spiele biss ich sofort an und wurde am Ende mit jeder Menge Unterhaltung belohnt. Der Twist mit dem Wechsel der Jahreszeiten mag vielleicht nicht die größte Innovation sein, passt sich aber perfekt ins Spielgeschehen ein.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich als Kind wirklich mein komplettes Taschengeld auf den Kopf gehauen hätte, um mir das Werk von Bonus Level Entertainment und Independent Arts Software zu sichern. Ein Glück, dass ich nun aber erwachsen bin, das Spiel deutlich günstiger ist als damals und ich es mir locker leisten kann. Kleiner Tipp am Rande: ein, zwei Levels von „Fox n Forests“ könnt ihr prima als Überbrückung der Wartezeit zwischen den Spielen der laufenden WM nutzen.

Erhältlich für: Xbox One, PS4, PC, Switch
Website: foxnforests.com